Bewerbungsfehler

Es passiert immer wieder: Ein Bewerber überzeugt auf dem Papier, doch kaum öffnet er beim Vorstellungsgespräch den Mund, kann der Personalchef es nicht erwarten, ihn wieder aus der Tür zu schieben. Auch ein gut vorbereiteter, intelligenter Bewerber kann wie ein Stümper wirken, sobald Angst ins Spiel kommt. Nervosität können Sie nicht vermeiden – einige der häufigsten Fehler im Bewerbungsgespräch schon.

Timing ist alles

Die Anfahrt zu einem Vorstellungsgespräch gestaltet sich meist schwieriger als erwartet. Wenn Sie für 8:00 Uhr bestellt sind, können Sie davon ausgehen, dass Sie in einen Verkehrsstau oder einen Schneesturm geraten, oder dass der öffentliche Nahverkehr komplett zusammenbricht. Da es unmöglich ist, die benötigte Anfahrtszeit genau vorherzusehen, machen Sie sich so zeitig wie möglich auf den Weg. „Ihnen mag eine Verspätung von fünf Minuten nicht bedeutsam erscheinen, doch bei einem Vorstellungsgespräch ist sie inakzeptabel“, sagt Roberta Chinsky Matuson, Vorsitzende von Human Resource Solutions in Northampton, Massachusetts. Sie rät: „Tun Sie alles, um rechtzeitig aus dem Haus zu kommen. Im schlimmsten Fall sitzen Sie auf dem Parkplatz im Auto und hören Musik, bis es Zeit ist hineinzugehen.“

Kleider machen Leute

Pünktlichkeit ist wichtig, die richtige Kleidung ist entscheidend. Mitarbeiter von Personlabteilungen beklagen, dass manche Bewerber in T-Shirt, Jeans und Flipflops zum Vorstellungsgespräch erscheinen. „Bringen Sie den unternehmensüblichen Dresscode in Erfahrung, und kleiden Sie sich einen Tick eleganter“, rät Dawn Gill, Gebietsleiterin von Spherion Staffing Services für den Südosten der USA. „Wenn Sie beispielsweise herausfinden, dass der Dresscode Business Casual ist, tragen Sie eine Anzughose oder einen Rock und eine Bluse“, sagt sie. „Wenn in der Firma zwanglose Kleidung getragen wird, kleiden Sie sich nach dem Business Casual Dresscode – etwa mit einer bequemen Anzugshose oder einem Rock in Kombination mit einem geeigneten Oberteil. Wenn Sie über die angemessene Kleidung im Zweifel sind, tragen Sie einen Anzug oder ein Kostüm. Und denken Sie daran: Eine gepflegte Erscheinung ist wichtig, Eitelkeit hingegen kommt schlecht an. „Ich hatte bereits einige Bewerber, die während des Vorstellungsgesprächs den Sitz Ihrer Frisur im Fenster hinter meinem Schreibtisch geprüft haben – manchmal drei, vier, fünf Mal im Laufe eines einzigen Gesprächs“, klagt Greg Wilson, Vizepräsident von Levick Strategic Communications in Washington, D.C. „Eitelkeit kommt im Vorstellungsgespräch nicht besonders gut an“, stellt er fest. „Machen Sie sich schick, bevor Sie ankommen. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, Sie seien in Ihr eigenes Spiegelbild verliebt.“

Was ist das für eine Firma?

Ihre Vorbereitungen sollten nicht bei der Wahl Ihrer Kleidung enden. Gehen Sie nie in ein Vorstellungsgespräch, ohne sich zumindest die grundlegenden Fakten über die Firma, ihre Produkte und die Branche angeeignet zu haben. „Häufig fragt der Leiter des Vorstellungsgesprächs so etwas wie: ‚Was wissen Sie über unseren Betrieb, unsere Firma, unser Unternehmen usw.?'“, sagt Ellen Yerman, Geschäftsführerin von Career Services And Cooperative Education am Villa Julie College in Stevenson, Maryland. „Wenn der Bewerber verständnislos schaut oder eine sehr allgemeine Antwort gibt, wird er es sehr schwer haben, die Begeisterung und Unterstützung seines Gegenübers zu gewinnen“, fährt sie fort. „Da hilft nur Recherche, Recherche und noch einmal Recherche.“ Besuchen Sie am Abend vor Ihrem Gespräch die Website des Unternehmens, um dort Bilanzen und Pressemitteilungen zu studieren und sich mit der Unternehmensphilosophie vertraut zu machen.

Etwas zu offenherzig

„Was wissen Sie über das Unternehmen?“, ist nicht die einzige Frage, die einen Bewerber aus der Bahn werfen kann. Leider schweifen viele Arbeitssuchende aus Nervosität ab, wenn sie sich mit einer schwierigen Frage konfrontiert sehen und laufen damit Gefahr, unvorteilhafte Informationen über ihre Fähigkeiten und ihren Charakter preiszugeben. „Meist sind es die heikelsten Fragen, bei denen Bewerber nicht wissen, wann Schluss ist“, sagt Diane Wilson aus Chicago, Karrierecoach, Trainerin für Führungskräfte und Autorin des Buches „Back in Control: How to stay sane, productive and inspired in your career transition“. Zu den kniffeligen Fragen gehören: „Warum haben Sie Ihren letzten Job verlassen?“, „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ und „Erzählen Sie uns von sich.“. „Am besten schreiben Sie die Antworten im Vorfeld auf und stellen sich mental auf die Interviewsituation ein“, rät Wilson.

Es geht nicht nur darum, was Sie sagen

Auch der gewandteste Redner kann sich in die Nesseln setzen. „Auch wenn Sie das Richtige sagen, vermitteln Sie mit Ihrer Körpersprache möglicherweise das Falsche“, sagt Erika Weinstein, Vorsitzende und Mitbegründerin von Stephen-Bradford Executive Search. Wenn Sie mit dem Stift klopfen und an Ihren Unterlagen herumfummeln, zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie nervös sind. Wenn Sie schlaff im Stuhl hängen oder sich zurücklehnen, zeigen Sie Desinteresse. „Und vergessen Sie nicht zu lächeln“, erinnert Weinstein. „Freundlichkeit ist von entscheidender Bedeutung. Bedenken Sie: Wenn Sie für die Stelle nicht ausreichend qualifiziert wären, hätten Sie keine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Nun geht es dem Unternehmen darum, herauszufinden, ob die tagtägliche Zusammenarbeit möglich ist.“ Bildquelle: © Sean Locke – iStockphoto.com

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