Angry businessman screaming at employee

1. Die richtigen Fragen stellen

Wenn wir das Gefühl haben, unser Gegenüber hält die ganze Zeit über die Gesprächsfäden in der Hand, liegt es meist daran, dass er geschickt Fragen stellt und damit die Kommunikation in die von ihm gewünschte Richtung lenkt. Andersherum können Sie das natürlich auch. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Geschlossene Fragen beginnen immer mit einem Verb und lassen die Kommunikation ziemlich schnell ins Stocken geraten: Ja, nein, vielleicht. Auf offene Fragen, die mit einem Fragewort beginnen, antwortet Ihr Gegenüber mit einer Vielzahl an Informationen, an die Sie anknüpfen und so das Gespräch lenken können.

2. Killerphrasen entkräften

Besonders unangenehm sind Gesprächssituationen, in denen sich die Fronten verhärten und die Gesprächspartner unfaire Taktiken anwenden. Zum Beispiel wenn man versucht, Ihre Argumente durch Killerphrasen zu entkräften und damit jede vernünftige Diskussion im Keim erstickt. Killerphrasen sind unqualifizierte und pauschale Äußerungen wie „Das haben wir noch nie so gemacht“ oder „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Da könnte ja jeder kommen“ und so weiter. In diesem Fall hilft nur eins: Ruhig bleiben und gezielt nachfragen: „Warum haben wir noch nie über eine andere Lösung nachgedacht?“ oder „Warum sind Sie nicht bereit, über Veränderungen nachzudenken?“ Mit solchen Gegenfragen zwingen Sie Ihr Gegenüber, sich genauer zu erklären und echte Argumente zu liefern.

3. Nicht in die Rechtfertigungsfalle tappen

Eine Rechtfertigung ist immer eine Art von Geständnis. Wenn Ihr Diskussionspartner Sie mit Vorwürfen überhäuft, will er in aller Regel keine sachliche Diskussion führen, sondern Sie verunsichern und in die Enge treiben. Antworten Sie daher auf vorwurfsvolle Fragen, die zum Beispiel mit „Warum haben Sie nicht…“ beginnen, nie mit „weil“. Denn dann klingt Ihre Antwort automatisch wie eine Rechtfertigung. Bleiben Sie ruhig und sachlich und erläutern Sie die Notwendigkeit Ihrer Entscheidung oder Handlung. Souverän sollten Sie generell auch dann bleiben, wenn Ihr Gesprächspartner vor lauter Verzweiflung auf unfaire Verhaltensweisen wie Beleidigungen, Drohungen oder Provokationen greift. Entweder Sie überhören solche Aussagen ganz bewusst oder Sie bitten Ihr Gegenüber freundlich, seine Aussage zu wiederholen.

4. Nicht unterbrechen (lassen)

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Gesprächspartner nicht unterbrechen. Selbst wenn die Diskussion etwas hitziger werden sollte, gebietet es die Höflichkeit, den anderen aussprechen zu lassen und erst dann den eigenen Standpunkt anzubringen. Das gleiche Recht dürfen und sollten Sie natürlich auch für sich in Anspruch nehmen. Wenn Ihr Gegenüber Ihnen permanent ins Wort fällt, können Sie zunächst freundlich subtil reagieren, zum Beispiel mit „Warten Sie bitte. Ich möchte das noch kurz zu Ende führen…“. Wenn diese Botschaft nicht ankommt, dürfen Sie auch deutlicher werden: „Lassen Sie mich bitte aussprechen.“ Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich selbst auch kurz fassen und keine Monologe halten. Nach ca. 30 Sekunden lässt übrigens laut Experten die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer merklich nach.

5. Dauerredner stoppen

Natürlich gibt es genügend Mitmenschen, denen die 30-Sekunden-Regel völlig egal ist und die auch ohne Probleme einen 30-Minuten-Monolog abhalten können. Das ist allerdings nicht der Sinn eines Gespräches. Deshalb ist es völlig legitim, Dauerredner elegant zu stoppen, um selbst das Wort zu ergreifen. Ein beleidigtes „Darf ich vielleicht auch mal was sagen?“ wirkt dabei nicht sehr souverän. Besser ist es an passender Stelle freundlich einzuwerfen: „Dabei fällt mir ein…“, „Warten Sie bitte – ehe ich es vergesse…“ oder „Dazu fällt mir Folgendes ein.“ Machen Sie sich bewusst: Ein Gespräch ist kein Kräftemessen. Es geht nicht darum, wer witziger, schlagfertiger, einschüchternder oder gar beleidigender ist. Ein zielführendes Gespräch sollte immer ein partnerschaftlicher Austausch von Informationen, Ansichten, Erfahrungen und Argumenten sein. Auch wenn Ihr Diskussionspartner sich für eine der unfairen Taktiken entscheidet, lassen Sie sich nicht darauf ein. Sie werden kein befriedigendes Ergebnis erzielen. Dann ist es im Zweifelsfall besser abzubrechen und die Unterredung zu vertagen.


Quellen: www.dr-ulonska.de, www.business-wissen.de, www.zeitzuleben.de Bildquelle: © .shock – Fotolia.com 

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