Irgendwann ist es immer so weit: Eine Gehaltserhöhung sollte endlich her. In den meisten Fällen kommt die aber nicht von alleine und der Arbeitnehmer muss selbst das Gespräch mit dem Chef suchen.

Wenn Ihre letzte Gehaltserhöhung schon Jahre zurück liegt und Sie das Gefühl haben, dass Sie mal wieder an der Reihe sind – trauen Sie sich. Für solch ein Gespräch sind zwei Dinge entscheidend: gute Vorbereitung und das richtige Timing. Sie sollten sich grundsätzlich zuvor über die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens informieren. Wenn Ihr Arbeitgeber insgesamt wieder optimistisch in die Zukunft blickt, spricht auch nichts dagegen, wenn Sie sich jetzt nach einer Gehaltserhöhung erkundigen.

Vermeiden Sie dabei jedoch die folgenden Dinge:

1. Erzählen Sie dem Chef nicht, dass Sie auf sein „Ja” hoffen.

Gehen Sie besser davon aus, dass die Antwort genauso gut „Nein” lauten kann. Sagen Sie Ihrem Chef, dass Sie sich darüber im Klaren sind und ein Nein als Antwort in Ordnung ist. Natürlich hoffen Sie auf einen anderen Ausgang – sonst würde das Gespräch ja nicht stattfinden, aber so ein Einstieg klärt von vornherein etwas die Luft.

2. Werden Sie nicht emotional.

Probieren Sie stattdessen, alle Gefühle außen vor zu lassen. Gehen Sie ohne Erwartungen, Hoffnungen oder Ängste ins Gespräch. Vor allem sollten Sie auf keinen Fall betonen, wie sehr Sie das Geld brauchen. Wenn Sie die Gehaltserhöhung eigentlich gar nicht brauchen, sind Sie in der stärkeren Position.

3. Gehen Sie nicht unvorbereitet in dieses Meeting.

Informieren Sie sich vorher, was andere mit einer ähnlichen Stelle wie Sie verdienen. Probieren Sie herausfinden, ob Ihnen irgendwelche Hürden im Weg stehen. Musste die Firma Stellen abbauen? Gibt es ein neues Management? Seien Sie über alle möglichen Hindernisse im Bild, die einer Gehaltserhöhung im Weg stehen könnten. Sprechen Sie diese dann an und fragen Sie Ihren Chef, ob er dennoch Möglichkeiten sieht.

4. Versuchen Sie nicht, Ihren Chef zu beeindrucken.

Bleiben Sie einfach locker und lassen Sie dem Chef stets die Oberhand. Probieren Sie nicht, mit Ihren Kleidern zu beeindrucken, prahlen Sie nicht herum und werden Sie nicht überheblich.

5. Geben Sie keine Präsentation.

Reden Sie so wenig wie möglich. Stellen Sie Ihrem Gegenüber lieber eine Menge Fragen, damit Sie so viel wie möglich herausfinden können – über seine Lage, die Ziele, eventuelle Sorgen und Ihre Möglichkeiten.

6. Fragen Sie keine „Ja” oder „Nein”-Fragen.

Viel leichter kommen Sie an mehr Informationen, wenn Sie alle Ihre Fragen mit einem der berühmten W-Worte beginnen: Wer, was, wann, wo, wie und warum.

7. Stellen Sie Ihr aktuelles Gehalt nicht als Problem dar.

Stattdessen: Stellen Sie sich selbst als die Lösung dar. Keine falsche Bescheidenheit – zeigen Sie, welche Herausforderungen Sie gemeistert haben in der letzten Zeit. Je mehr Beispiele Sie geben können, umso besser!

8. Setzen Sie kein Ultimatum.

Verhandeln Sie mit Professionalität. Setzen Sie den Gesprächspartner nicht unter Druck mit einem konkreten Gegenangebot oder schlimmer noch, mit einer Drohung: „Wenn nein, dann gehe ich“. Bleiben Sie ganz ruhig – und wenn wirklich jetzt keine Gehaltserhöhung drin ist, fragen Sie nach, wann der Zeitpunkt günstiger wäre.

 


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