Vorstellungsgespräch ehrlich

Was ist im Vorstellungsgespräch Erfolg versprechender: sich „so zu geben wie man ist“ oder „eine Rolle zu spielen“? Im Vorstellungsgespräch verkaufen Sie sich als potenzieller Mitarbeiter an ein Unternehmen, und daher sollten Sie bestens in die Rolle des Bewerbers schlüpfen können. Erfahren Sie hier, worauf es dabei ankommt.

Von Bewerber-Schnäppchen und -Ladenhütern

Fest steht jedenfalls, dass das Vorstellungsgespräch eigentlich eine Art Verkaufsgespräch ist. Der Bewerber bietet seine Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt feil und der Arbeitgeber kann zugreifen – oder eben nicht. Im Idealfall machen beide ein gutes Geschäft. Arbeitgeber überlegen sich während eines Vorstellungsgesprächs, ob sie in den Bewerber investieren sollen und hoffen, dass sich eine Entscheidung für die Einstellung zukünftig bezahlt macht. Bewerber, die sich im Vorstellungsgespräch schlecht verkaufen, sind Ladenhüter. Bewerber, die schlecht verhandeln, machen sich selbst zum Schnäppchen.

Eigenlob duftet

Nun stellt sich die Frage, wie die „Ware Arbeitnehmer“ im sogenannten Selbstmarketing während des Vorstellungsgesprächs beworben werden soll. Zunächst einmal muss, wie bei jedem Warenangebot, die Optik stimmen: das Äußere sollte gepflegt sein, die Kleidung dem Dresscode der Branche entsprechen und selbst Accessoires sorgfältig ausgewählt. Wenn die „Verpackung“ stimmt, ist schon viel gewonnen. Jetzt geht es um den Inhalt: die Arbeitskraft des Arbeitnehmers muss herausgestellt, sein Können möglichst glaubhaft und eindrücklich geschildert werden. Auch hier empfiehlt es sich, gängige Marketing-Strategien zu nutzen, denn gut gemachte Eigen-Werbung weckt die Kauflust des Arbeitgebers.

Was ist Ihr „USP“?

Dem Bewerber muss es gelingen, sowohl die Emotionen des Arbeitgebers positiv zu beeinflussen und Sympathie zu wecken, als auch glaubhaft auf die sachlich-funktionalen Vorteile hinzuweisen, die er seinem späteren Brötchengeber bieten kann. Expertise, Fachkenntnisse und Talente müssen überzeugend vorgebracht und am besten mit einem Alleinstellungsmerkmal verbunden werden: Der 0815-Mitarbeiter interessiert die wenigsten Chefs. Fast jeder Personalverantwortliche wünscht sich eine Arbeitskraft mit besonderen Attributen. Deshalb sind außergewöhnliche Fähigkeiten meist von Nutzen.

Bewerber – Mensch oder Arbeitskraft

Der Mensch hinter der Arbeitskraft ist nur insofern von Belang als er das Vehikel der Arbeitskraft ist. Und das Vehikel muss funktionieren. Deshalb sind Fragen nach Gesundheitszustand, Familienverhältnissen, Vorlieben, Abneigungen, Schwächen, Stärken und sonstigen Charakterzügen immer Fragen mit Hintergedanken: Kann dieser Mensch möglichst lange störungsfrei seiner Arbeit nachgehen? Ist er belastbar? Kann er kontinuierlich Leistung erbringen? Bewerber sind gut beraten, wenn sie sich immer wieder vor Augen führen, dass ein Vorstellungsgespräch kein Kaffeeklatsch und der Personaler kein Kumpel ist, dem man unkontrolliert Privates erzählen sollte. Wer ein Vorstellungsgespräch vor sich hat, sollte sich überlegen, welche Informationen seiner Einstellung dienlich sind, welche „Verkaufsstory“ sinnvoll ist und welches Auftreten Sympathie weckt. Egal, wie ein Mensch im Alltag „tickt“, im Vorstellungsgespräch sind ein höfliches, selbstsicheres Auftreten und klare „Werbebotschaften“ das A und O. Fazit: Spielen Sie Ihre Rolle als Bewerber gut und haben Sie keine Scham, sich anzupreisen – dann klappt’s auch mit dem Job!


Bildquelle: © Kaspars Grinvalds – Shutterstock.com

1 Kommentar

  1. Sonja,
    also ich weiß nicht was Du uns mit „authentisch“ vs. „Rolle spielen“ sagen willst. Beides ist echt nicht wichtig.
    Dein Problem ist vermutlich, dass Du nicht weißt warum Du einen bestimmten Job überhaupt machen willst. Dann ist es natürlich auch für Deinen potentiellen Arbeitgeber schwer zu erkennen, warum Du die richtige für den Job sein solltest.
    Gruß
    Jonny

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