E-Commerce Manager sind die Einzelhändler der digitalen Welt. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sind zunehmend gefragt – auch von Unternehmen, die ihre Produkte nur zum Teil über das Internet vermarkten. Ein interessanter Karriereweg für alle, die ihre Berufserfahrung im Einzelhandel erweitern möchten.

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Bis 2020 wird der stationäre Einzelhandel wahrscheinlich 20 bis 40 Milliarden Euro an die Konkurrenz aus dem Internet verlieren, prophezeit das Kölner Institut für Handelsforschung (IfH). Leere Einkaufspassagen und noch mehr Amazon-Pakete? Viele Einzelhändler haben inzwischen erkannt, dass man sich, um erfolgreich zu bleiben, den vermeintlichen Feind zum Freund machen muss. Als Multichannel-Anbieter verknüpfen sie die Vorteile beider Handelsmodelle und erfreuen ihre Kunden mit einem größeren Serviceangebot. Doch dafür brauchen Einzelhändler Spezialisten, die sich auch online bestens auskennen.

Was macht ein E-Commerce Manager eigentlich?

E-Commerce Manager sind die Einzelhändler der digitalen Welt und als solche für Vertriebs- und Marketingmaßnahmen im Internet verantwortlich. Das heißt, sie planen Online-Shops, führen sie ein und passen sie laufend an neue Entwicklungen an. Dabei sind sie die zentrale Schnittstelle zwischen Vertrieb, Marketing und der IT-Abteilung. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Warenauswahl für den Online-Shop zu treffen, die Verfügbarkeit der Produkte zu gewährleisten, alle logistischen Herausforderungen in diesem Zusammenhang zu meistern und last but not least, mit dem Online-Verkauf Gewinn zu erzielen. Die Parallelen zum stationären Handel sind offensichtlich.

In der digitalen Welt zuhause

Aber ein E-Commerce Manager muss zudem auch in der digitalen Welt zuhause sein und wissen, welche Anforderungen an einen mobil zu nutzenden Online-Shop gestellt werden. Ein ansprechendes und intuitives Design ist da nur einer von vielen Punkten. Über digitale Bezahlsysteme, Online-Marketing, Datenschutz bis hin zu Suchmaschinenoptimierung und Nutzungsanalyse: der E-Commerce Manager ist Experte für den Online-Handel. Ein Profi im Programmieren muss er allerdings nicht sein. Das erledigen in der Regel Webdesigner und Programmierer. Allerdings sollte er deren Anforderungen und Maßnahmen für die anderen beteiligten Fachbereiche „übersetzen“ können.

Ohne kaufmännisches Wissen geht es nicht

Das heißt, die Kenntnisse und Fähigkeiten, die ein E-Commerce Manager mitbringen muss, sind sehr vielseitig. Wer Berufserfahrung im stationären Einzelhandel gesammelt und eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat, verfügt bereits über eine gute Basis. Denn umfassende Kenntnisse in Betriebswirtschaft und Rechnungswesen sind auch im Internet Grundvoraussetzung, um Kalkulationen und Businesspläne zu erstellen, Planungsrechnungen zu entwerfen und so ein rentables Geschäftsmodell zu entwickeln.

Weiterbildung zum E-Commerce Manager

Allerdings sind weder eine kaufmännische Ausbildung noch ein BWL-Studium Voraussetzung für die Tätigkeit als E-Commerce Manager. Ein fest definiertes Berufsbild und damit eine einheitlich geregelte Ausbildung gibt es (noch) nicht. Wer bereits über kaufmännische Grundkenntnisse verfügt, kann eine Weiterbildung zum E-Commerce Manager mit IHK-Abschluss absolvieren. Entsprechende Kurse werden von privaten Bildungsträgern sowie vielen Industrie- und Handelskammern angeboten – auch berufsbegleitend und als Fernlehrgang.

E-Commerce Studiengänge an Universität, FH und Berufsakademie

Möchte man den Beruf von Grund auf erlernen, winken Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien mit entsprechenden Angeboten. Neben E-Commerce kommen zum Beispiel auch Studiengänge wie E-Commerce & Digital Retail Management, Dialogmarketing & E-Commerce, E-Business oder Digital Retail Business in Frage. E-Commerce kann man mittlerweile als Bachelor oder Master Studiengang an staatlichen und privaten Hochschulen oder Fachhochschulen mit wirtschaftlichen oder technischen Profilen studieren. Im Angebot sind Voll- und Teilzeit Studiengänge. Besonders beliebt sind zum Beispiel die E-Commerce Bachelor Studiengänge an der FHWS – Hochschule Würzburg-Schweinfurt oder an der privaten FH Wedel.

Vielseitig einsetzbar

Die Palette möglicher Arbeitgeber für E-Commerce Manager ist breit gefächert und wird ständig größer. Nicht nur reine E-Unternehmen wie Amazon, Zalando oder iTunes brauchen Fachkräfte für den digitalen Handel. Auch viele konventionelle Unternehmen, die nur einen Teil der Waren über Online-Shops verkaufen oder ihre Strukturen und wirtschaftlichen Prozesse an die digitale Welt anpassen, stellen E-Commerce Manager ein. Neben Unternehmen in Industrie und Handel können das auch Banken, Versicherungen, Beratungsfirmen und andere Dienstleister sein.

Auf erfahrene E-Commerce Manager warten gute Gehälter

Üppige Einstiegsgehälter zwischen 35.000 und 39.000 Euro lassen darauf schließen, dass man von einem E-Commerce Manager einiges an Berufserfahrung erwartet. Die sollte man auch gesammelt haben, ehe man den gesamten Online-Auftritt eines Unternehmens betreut. Durchschnittlich verdient ein erfahrener E-Commerce Manager rund 4.700 Euro brutto im Monat, abhängig von der Region, Branche und Unternehmensgröße in der er arbeitet. Nicht immer ist er dabei im tagtäglichen Job als Allrounder für alle Bereiche des Online-Business selbst verantwortlich. In größeren Unternehmen und Konzernen arbeitet er oft in Teams mit einer eingeschränkten Verantwortung, zum Beispiel im Content Management, als Online-Shop-Manager oder im Online-Marketing.

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Quellen:

https://www.gehalt.de/beruf/e-commerce-manager

https://www.xing.com/campus/de/job-title/e-commerce-manager

https://www.studycheck.de/suche?q=e-commerce

https://hsb-akademie.de/was-macht-eigentlich-ein-e-commerce-manager

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