Fragen

Noch immer denken viele Bewerber, einzig die geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten seien ausschlaggebend für eine gelungene Stellensuche. Doch Arbeitgeber achten noch auf weitere Feinheiten… Warum sollte man den Job eigentlich nicht bekommen, wenn man alle geforderten Fachkenntnisse vorweisen kann? Das fragen sich viele Bewerber, vergessen dabei aber, dass Arbeitgeber bei der Mitarbeitersuche noch auf andere Faktoren achten. In einer Umfrage von CareerBuilder* nannten Arbeitgeber die wichtigsten dieser Faktoren, die ihre Entscheidung für oder gegen einen Bewerber beeinflussen. Vieles beruht dabei darauf, wie sich dieser gibt, auch während der persönlichen Begegnung im Vorstellungsgespräch. Als Bewerber sollten Sie sich also näher mit diesen vier Faktoren beschäftigen, die über den Erfolg Ihrer Jobsuche entscheiden können.

Stellen Sie sich auf ein Gespräch mit der Geschäftsleitung ein

Ganz gleich, ob Sie sich auf eine Einstiegsposition oder einen höheren Job im Unternehmen bewerben: Seien Sie immer darauf gefasst, im Vorstellungsgespräch auch mit jemandem aus der Führungsetage zu sprechen. Das kann je nach Tätigkeitsbereich der kaufmännische Leiter, Finanzchef, Leiter Technologie, Marketingdirektor oder eben der Geschäftsführer sein. Für ein Gespräch mit diesen Personen sollten Sie sich grundsätzlich über das Unternehmen informiert und das Unternehmensleitbild verstanden haben. Recherchieren Sie auch über die aktuelle Marktlage des Unternehmens. Nützliche Vorabinformationen über Personen aus der Chefetage gibt es entweder auf der Firmenwebseite oder bei den einschlägigen beruflichen Netzwerken.

Achten Sie auf einen einwandfreien digitalen Ruf

In Deutschland ist es zwar laut Bundesdatenschutzgesetz in der Regel unzulässig, über Google oder Facebook Erkundungen über einen Bewerber einzuholen, dennoch finden solche Recherchen statt. Laut der Studie „Datenschutz im Personalmanagement 2013“ von BITKOM Consult und Kienbaum nutzen 39 Prozent der Recruiter Suchmaschinen und 23 Prozent soziale Netzwerke um im Rahmen von sogenannten Backgroundchecks mehr über einen Bewerber herauszufinden. Stoßen sie dabei auf negative Eintragungen, wilde Partybilder oder abfällige Kommentare, kann dies ihre Entscheidung zum Nachteil des Bewerbers beeinflussen. Da dies im Verborgenen stattfindet, kann man auch nicht viel dagegen tun. Sorgen Sie für diese Fälle vor: Schauen Sie zunächst selbst nach, wie Sie sich online präsentieren. Fragwürdige Inhalte und Bilder sollten Sie dann soweit möglich verschwinden lassen. Sorgen Sie dafür, dass Personaler bei der Recherche nach Ihnen viel eher auf positive Informationen stoßen, die ein stimmiges Bild ergeben. Dafür können Sie etwa Ihr Profil in einem beruflichen Netzwerk mit einem professionellen Foto, vollständigem Werdegang und weiterführenden Links anreichern.

Suchen Sie nach Unternehmen, die zu Ihnen passen

Fehlende Fachkenntnisse oder Berufserfahrung sind die häufigsten Gründe, warum ein Bewerber es nicht in die nächste Runde schafft. Doch selbst wenn in der Hinsicht alles passt, erhalten Sie bei manchen Firmen dennoch eine Absage. In der CareerBuilder-Umfrage sagten 23 Prozent der Arbeitgeber, dass sie einen fachlich passenden Bewerber nicht einstellen würden, wenn er nicht zur Unternehmenskultur passt. 18 Prozent übergehen ihn, wenn die Gehaltsforderungen des Bewerbers zu hoch sind. Für Sie bedeutet das zunächst: Bewerben Sie sich nur bei Unternehmen, zu denen Sie passen würden und umgekehrt. Finden Sie dafür heraus, was Ihnen am Arbeitsplatz wichtig ist: Wollen Sie in einem großen, bekannten Unternehmen arbeiten oder sind Sie in kleinen Firmen oder Startups besser aufgehoben? Stehen Sie hinter den Dienstleistungen und Produkten, die das Unternehmen anbietet? Dann finden Sie Ihren Marktwert heraus, um eine realistische Gehaltsforderung stellen zu können. Der hängt einerseits von Ihnen mit Ihrer Ausbildung, Erfahrung und Passgenauigkeit zur Stellenanzeige ab. Anderseits aber auch von dem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, denn da kommt es auf Dinge wie Branche, Unternehmensgröße und Marktsituation an.

Nach dem Vorstellungsgespräch schriftlich bedanken

Nicht nur während des Vorstellungsgesprächs müssen Sie einen guten Eindruck machen, auch danach sollten Sie diesen wahren. Für 58 Prozent der befragten Arbeitgeber ist es wichtig, für 24 Prozent sogar sehr wichtig, dass Bewerber sich im Nachgang schriftlich melden und bedanken. Einer der einfachsten und doch am häufigsten missachtete Schritt im Bewerbungsprozess: Schreiben Sie ein bis zwei Tage nach dem Interview eine kurze E-Mail, in der Sie sich für das Gespräch bedanken. Drücken Sie auch erneut kurz Ihr weiteres Interesse an der Stelle aus. So bringen Sie sich nochmals auf positive, aber unaufdringliche Art in Erinnerung. Senden Sie eine personalisierte Version an alle Personen, mit denen Sie gesprochen haben. Wenn Sie nur die E-Mail-Adresse einer Person haben, schicken Sie die Nachricht an diese und bitten Sie sie, Ihren Dank an die anderen Beteiligten weiterzuleiten.


* Die Umfrage wurde vom 20. Mai bis 1. Juli im Auftrag von CareerBuilder von Inavero unter 2.775 Personalentscheidern und HR-Managern verschiedener Branchen in den USA und in Kanada durchgeführt. Bildquelle: © 4774344sean, iStockphoto.com

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein