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Auch die Veröffentlichung einer Satire stehe stets unter dem Schutz der Kunstfreiheit und schließe die Verwendung von Vorbildern aus der Lebenswirklichkeit positiv mit ein, zumindest solange die Persönlichkeitsrechte anderer nicht verletzt werden. So entschied das Arbeitsgericht Herford in seinem Urteil vom 18. 2. 2011 (Az. 2 Ca 1394/10). In dem aktuellen Fall veröffentlichte ein langjährig beschäftigter Sachbearbeiter eines Möbelherstellers einen Roman mit dem Titel „Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht“. Dessen Vorwort lautet: „In dieser Geschichte geht es um Personen und Handlungen, die natürlich frei erfunden sind. Sollte Euch vielleicht doch die eine oder andere Person erstaunlich bekannt vorkommen, kann das nur daran liegen, dass es wohl in jeder Firma einen Kollegen gibt, auf den die überzeichnete Beschreibung meiner Charaktere passen könnte. Ihr könnt Euch ja einfach Eure Kollegen in diese Geschichte hineindenken, dann wird es sicher noch amüsanter für Euch. Doch in Wirklichkeit kann es solche merkwürdigen Figuren ja gar nicht geben, oder…?“ Den Arbeitgeber des Schriftstellers brachte die Lektüre dieses Werkes derart auf die Palme, dass er ihm fristlos kündigte. Das Gericht sah diese Kündigung jedoch als nicht rechtens an, da es an der notwendigen Pflichtverletzung fehle. Der Gekündigte habe weder Persönlichkeitsrechte seiner Kollegen noch seiner Vorgesetzten verletzt. Außerdem genieße die Kunstfreiheit einen sehr hohen Stellenwert. Es gebe, soweit nicht das Gegenteil bewiesen wird, immer eine Vermutung für die Fiktionalität eines Romans. Zumal der Kläger in seinem Werk ausdrücklich darauf hinweise, dass die darin vorkommenden Personen und Handlungen frei erfunden sind. Das Buch sei als Roman und nicht als Tagebuch anzusehen. Es sprächen keine Anhaltspunkte dafür, dass reale Personen oder Betriebsabläufe wiedergegeben werden.]]>

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