Motiviert oder frustriert? Deutsche Arbeitnehmer kommen mit ganz unterschiedlichen Gefühlen aus dem Urlaub zurück. Während die einen mit neuer Energie durchstarten, tragen sich andere mit Kündigungsgedanken. Wie Sie den Urlaubsblues schnell in den Griff bekommen und das Arbeitstempo ganz entspannt steigern, verraten wir Ihnen hier.

Jammern, fluchen, flehen – es hilft alles nichts. Auch der schönste Urlaub ist irgendwann vorbei. Gerade hat man noch im Meer gebadet, schon schwimmt man wieder in Arbeit. Laut einer aktuellen Umfrage des Karriereportals Jobs.de schafft es immerhin ein Drittel (33,5 Prozent) der Arbeitnehmer, die Urlaubserholung in neue Motivation für den Job umzuwandeln. Back to Work fühlt sich laut ihren Angaben gut an. So soll es sein – nicht nur aus Sicht des Arbeitgebers.

Back to Work: Frustriert zurück im Arbeitsalltag

Fast jedem zweiten der befragten Ex-Urlauber (44,2% Prozent) hingegen führt der Urlaub vor Augen, wie schön das Leben sein könnte – ohne Chef, Kollegen, Termindruck und To-Do-Listen. Sie empfinden die Rückkehr an den Arbeitsplatz als äußerst frustrierend. Der Gedanke an einen Jobwechsel ist für sie nach dem Urlaub so verlockend wie nie. Die sorglos freien Tage scheinen also auch hier neue Energien freigesetzt zu haben, wenn auch keine arbeitgeberfreundlichen.

Zwischen Motivation und Frust: Jeder Zehnte freut sich auf die Kollegen

Wenn schon nicht motiviert bis in die Haarspitzen, so doch wenigstens in einer Hinsicht positiv gestimmt: 13 Prozent der Umfrageteilnehmer freuen sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub immerhin auf die Kollegen. Bitte nicht vergessen: Ein aufrichtig gemeintes Dankeschön für eine gute Urlaubsvertretung ist durchaus angebracht, wenn man sich auch im nächsten Jahr entspannt in die Ferien verabschieden möchten, wohl wissend, dass die Kollegen alles gut im Griff haben.

Rechtzeitig Veränderungen anstoßen

Akute Arbeitsunlust nach einem Traumurlaub ist eine weit verbreitete Nebenwirkung des Urlaubsblues. Wenn sich das negative Gefühl allerdings bis hin zu Panik-Attacken oder zu einer Depression verstärkt, wird die Sache ernst. Auch körperliche Beschwerden bleiben dann meist nicht aus. Spätestens jetzt sollten Betroffene die Notbremse ziehen und im wahrsten Sinne des Wortes auf ihren Bauch hören. Da in der aktuellen Job-Situation offensichtlich Vieles im Argen liegt, müssen die Ursachen hierfür gefunden und beseitigt werden, auch wenn das mit beruflichen Veränderungen verbunden ist.

 

 

5 Tipps gegen den Urlaubsblues

Wer nur unter einem vorrübergehenden Post-Holiday-Syndrom, wie Experten das weit verbreitete Stimmungstief nach dem Urlaub bezeichnen, leidet, kann mit ein paar einfachen Tricks Abhilfe schaffen und findet schnell wieder in den gewohnten Arbeitsrhythmus:

1. Gut geplant ist länger erholt

Wenn Sie bei Urlaubsantritt ein Chaos hinterlassen, wird Sie das spätestens am ersten Arbeitstag heimsuchen, falls die Kollegen nicht schon im Urlaub ständig mit Fragen nerven. Schreiben Sie also eine gründliche Übergabe für die Kollegen, die Sie vertreten, legen Sie alle wichtigen Dokumente so ab, dass sie leicht zu finden sind und vergessen Sie nicht, eine automatische Abwesenheitsnotiz mit Vertretungskontakt im Mailsystem einzustellen. Vermeiden Sie es, wichtige Deadlines in die erste Woche nach Ihrer Rückkehr zu legen. So können Sie entspannt im Job ankommen.

2. Raus aus dem Flieger, ran an den Schreibtisch?

Wer am Sonntagabend mit Koffern voller Schmutzwäsche zuhause ankommt und am Montagmorgen wieder arbeiten muss, ist spätestens am Ende der Woche reif für die Insel. Planen Sie einen Puffer von mindestens ein, zwei Tagen zwischen Urlaubsende und Arbeitsbeginn ein, um in Ruhe auszupacken, den Kühlschrank aufzufüllen, den Rasen zu mähen und ganz entspannt wieder im Alltag anzukommen.

3. Perfekt für den Arbeitsbeginn: Donnerstag

Wer sagt denn, dass Sie Ihre Urlaubstage immer in vollen Wochen nehmen müssen? Wenn Sie nach Ihren Ferien zum Beispiel erst an einem Donnerstag wieder Büroluft schnuppern, winkt schon das Wochenende schon mit der ersten kleinen Pause und statt von Null auf Hundert können Sie ihr Arbeitstempo gemächlich steigern.

4. Strukturiert Mails checken

Die Zahl der ungelesenen Mails in Ihrem Posteingang raubt Ihnen den Atem? Bleiben Sie ruhig und deaktivieren Sie auf keinen Fall Ihre Abwesenheitsnotiz, bevor Sie Ihr Posteingang gesichtet und die wichtigsten Mails beantwortet haben. Doch zuerst lassen Sie sich von Ihren Kollegen einen ausführlichen Überblick geben. Viele Dinge sind danach bereits geklärt und die Mails dazu können zügig abgelegt werden. Ordnen Sie dabei die Mails sinnvoller Weise nach Unterhaltungen und beginnen Sie mit den neuesten Nachrichten. So springen Sie nicht von einem Thema zum nächsten, sondern verschaffen sich einen strukturierten Überblick.

5. Bloß nicht übertreiben

Achten Sie darauf, bei der Arbeit kleine Auszeiten zu nehmen. Quatschen Sie mit den Lieblingskollegen, essen Sie nicht am Schreibtisch, sondern gehen Sie wenn möglich nach draußen und gönnen Sie sich ein leckeres Mittagessen in der Sonne. Vermeiden Sie in den ersten Tagen Überstunden, sonst schmilzt Ihre Erholung schneller als das letzte Urlaubseis. Gehen Sie pünktlich nach Hause und planen Sie etwas Schönes für Ihren Feierabend oder nehmen Sie sich Zeit für das Nichtstun oder um ausreichend zu schlafen.

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Quellen:
https://www.roberthalf.de/blog/nach-urlaub-wieder-arbeiten