Unzufrieden im Job

Veränderungswunsch trifft auf inneren Widerstand

Diesbrock geht nicht davon aus, dass die meisten beruflich unzufriedenen Menschen sich von Anfang an einen falschen Job ausgesucht haben. Der Job kann viele Jahre lang genau richtig gewesen sein, aber wir verändern uns und so kann langsam der Wunsch nach Veränderung größer werden und sich in Form von beruflicher Unzufriedenheit aufbauen. Aber kaum ein Arbeitnehmer kommt diesem Veränderungswunsch direkt nach. Im Gegenteil: Es baut sich zunächst innerer Widerstand auf. Jeder Mensch verfügt dann über ein Repertoire an Vermeidungsstrategien, die es ihm unmöglich machen, etwas zu verändern. Wir reden uns die Situation schön und reden uns ein, keine andere Alternative zu haben. Warum bleiben wir in dem Job, den wir nicht mögen? Die vermeintlich „guten“ Gründe gehen von Leugnung über vorgeschobene Ausweglosigkeit und negativem Selbstbild bis hin zum mentalen Selbstboykott.

Berufliche Veränderung – kein Spaziergang

Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit der Veränderung für sich ausgeklammert, jetzt wird Ihnen aber klar, dass eine Veränderung am besten wäre? Der Weg zum Traumjob ist allerdings kein Spaziergang. Diesbrock Weg zum neuen Job in acht Schritte auf:

1. Die Vor-Phase beruflicher Veränderung

Es kann Jahre dauern bis wir uns bewusst werden, dass unser Job ein Auslaufmodell ist. Aber eines Tages kommen wir an dieser Tatsache hoffentlich nicht mehr vorbei!

2. Die Bewusstwerdung

In den seltensten Fällen kommt die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann als plötzliches Aha-Erlebnis. Meist kommt sie als Ahnung daher und wir kämpfen gegen den inneren Widerstand an.

3. Der Startschuss

Viele Menschen bleiben eine ganze Weile in der Phase zwischen Erkenntnis und Handlungsimpuls hängen bis sie anfangen sich aktiv um die Veränderung zu kümmern.

4. Die kreative Suche

Wenn wir bisher keine interessanten beruflichen Alternativen für uns gefunden haben, haben wir nur noch nicht gut genug geschaut. In dieser Phase geht es genau darum, sich klar zu machen, wo die eigenen Stärken, Wünsche und Visionen liegen.

5. Die Konkretisierung

Je breiter der Blick in der letzten Phase war, desto größer kann die Sammlung von Ideen sein, auf die wir jetzt zurückgreifen können. Die Kernfrage dieser Phase ist: Was könnte ich mit meinen Fähigkeiten und Interessen möglicherweise tun?

6. Die Entscheidung

Jetzt gilt es, die erarbeiteten Projektideen abzuwägen und zu beurteilen. Die Kriterien und deren Gewichtung sind dabei individuell verschieden. Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielen Fragen nach finanziellen Möglichkeiten, Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten, Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ähnliche.

7. Die Suche

Jetzt beginnt die eigentliche Suche. Wo und wie jemand sucht, ob er sich auf Stellenanzeigen oder initiativ bewirbt, Kontakte und Netzwerke nutzt, Kontakte zu Unternehmen aufbaut oder seine eigene Firma gründet, ist natürlich abhängig von der Art des angestrebten Jobs und der Persönlichkeit des Suchenden.

8. Der Neustart

Sie haben es geschafft! Ihre Suche und die ganze Arbeit haben sich gelohnt und Sie starten endlich in Ihren neuen Job. Vielleicht wird es nicht genau so, wie Sie es sich vorgestellt haben, möglicherweise erleben Sie auch die ein oder andere Enttäuschung. Doch wenn Sie es einmal geschafft haben, sich neu zu erfinden, sind Sie gut gerüstet für die Herausforderungen Ihres weiteren beruflichen Wegs.

Die große Veränderung nicht immer passend

Diesbrock erklärt schlüssig alle Hintergründe, warum bei beruflicher Unzufriedenheit gerade jetzt eine Veränderung genau das Richtige ist und gibt viele motivierende Tipps an die Hand, die große Veränderung auch wirklich durchzuführen. Dennoch schließt er die Möglichkeit nicht aus, dass ein Jobwechsel möglicherweise zum jetzigen Zeitpunkt nicht für jeden ideal ist. Wer schon genug andere Baustellen in seinem Leben hat, sollte den Jobwechsel einfach um ein paar Monate vertagen. Es muss auch nicht gleich ein komplett neuer Job sein – ein neuer Arbeitgeber tut es vielleicht auch. Teilzeit oder Selbstständigkeit sind auch denkbare Optionen oder aber, wenn Sie kurz vor dem Burnout stehen, gönnen Sie sich am besten gleich eine Auszeit.


Buchtipp: „Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab!: Wie Sie sich die innere Freiheit nehmen, beruflich umzusatteln“ von Tom Diesbrock, Campus Verlag, ISBN 978-3593391243, € 17,90 Bildquelle: © Maridav – Fotolia.com

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