Umziehen für einen neuen Job? Stets Pro und Contra abwägen

Unternehmensberater Tim war zwar immer flexibel, doch irgendwann war ihm klar, er wollte Berlin so schnell nicht den Rücken kehren. Seine Auftragslage war gut in der Hauptstadt und vor kurzem hatte er sich auch einen lang gehegten Wunsch erfüllt und sich eine eigene Wohnung im Grünen gekauft. Dort wohnt er nun und hat aufgrund dieser Eigentumswohnung Zehlendorf am südlichen Rande Berlins zu seiner Wahlheimat gemacht. Vor ein paar Tagen flatterte Tim dann ein unverhofftes Angebot ins Haus. Einer seiner Großkunden bot ihm eine Festanstellung mit verlockender Vergütung an – allerdings in München. Wer wie Tim durch eine Immobilie und weitere Faktoren an einen Ort gebunden ist, überlegt sich einen derartig großen Schritt eher zweimal. Was spricht für, was gegen den Job in der anderen Stadt und ist jetzt ein Umzug drin? Nun gilt es, sorgfältig Für und Wider eines möglichen Umzugs abzuwägen.

Ist der neue Arbeitsplatz flexibel?

Viele Arbeitsplätze werden heutzutage recht flexibel besetzt, sodass der Arbeitnehmer nicht ständig vor Ort sein muss, um seiner Tätigkeit nachzugehen. Dadurch eröffnen sich ihm völlig neue Möglichkeiten. Stattdessen befürworten immer mehr Arbeitgeber das sogenannte Home Office, das beispielsweise in der Eigentumswohnung eingerichtet werden kann, damit der Angestellte auch von zu Hause aus bequem und einfach für seine Firma arbeiten kann. Tim wird sich gleich erkundigen müssen, ob das auch in seinem Falle möglich ist.

Wer trägt die Umzugskosten?

Wer seine Eigentumswohnung behalten und trotzdem einen Job in einer anderen Stadt annehmen möchte, kann sein Domizil entweder untervermieten oder pendeln. Im ersten Fall kann man sich durch die zusätzliche Miete eine Zweitwohnung leisten, ohne seine Immobilie verkaufen zu müssen. Darüber hinaus finanzieren viele Arbeitgeber heutzutage den Umzug, wenn man beispielsweise in keiner neuen Firma anfängt, sondern in eine andere Geschäftsstelle versetzt wird. Am besten klärt man die Frage der Finanzierung noch vor der Jobzusage.

Muss die eigene Wohnung untervermietet werden?

Sollte der neue Arbeitgeber nicht für den Umzug aufkommen, fallen enorme Kosten für den Wohnungswechsel an – für die Spedition, den Transport oder auch neue Möbel. Wird die Eigentumswohnung nicht verkauft, müssen die finanziellen Rücklagen herhalten. Wird Tim seine Eigentumswohnung in Zehlendorf aufgrund des Jobwechsels also wirklich untervermieten müssen, sollte er hin und wieder nach dem Rechten dort sehen. Doch je weiter der neue Wohnort von Berlin entfernt ist, desto schwieriger wird diese Aufgabe.

Wäre ein Neuanfang gut für alle Beteiligten?

Ganz klar: Wer über mehrere Jahre in der gleichen Stadt gewohnt hat, muss vielen Freunden und der Familie Lebewohl sagen – das fällt vielen Menschen nicht gerade leicht. Was würde es eventuell für die Kinder bedeuten, wenn sie ihre gewohnte Umgebung hinter sich lassen müssen? Kinder hat Tim nicht, aber würde seine Partnerin mit ihm umziehen? Schließlich geht sie einer Arbeit in Berlin nach und kann wegen ihm nicht alles stehen und liegen lassen. Auch wenn das Jobangebot noch so verlockend ist – wer in eine fremde Stadt zieht, bekommt keine Garantie dafür, dass er sich dort auch wohlfühlt. Deshalb wird Tim auch ein Gespräch mit der Firma vor Ort in München führen, alle Fragen klären, sich die Gegend anschauen und erst nach reiflicher Überlegung entscheiden, ob der Umzug für ihn in Frage kommt. Bildquelle: © iStockphoto.com/ Christine Glade

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