Fachverlage suchen händeringend Journalisten

Jobchancen für branchenferne Journalisten

Die große Mehrheit der Verlage begegnet dieser Entwicklung mit einem stark gewandelten Anforderungsprofil: Knapp drei Viertel der Befragten sind grundsätzlich bereit, branchenferne Bewerber einzustellen und dann mit dem notwendigen Fachwissen auszustatten, wenn diese im Gegenzug journalistische Kompetenz mitbringen. Lange Zeit war es eher umgekehrt – das Fachwissen war ausschlaggebend. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage, die die Professoren Dr. Lutz Frühbrodt und Dr. Michael Sturm von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt in Kooperation mit der Deutschen Fachpresse erstmalig zum Thema „Jobsituation und Anforderungsprofile bei deutschen Fachmedienhäusern“ durchgeführt haben.

Crossmediale Kompetenzen sind gefragt

Fachverlage bieten mit ihrer neuen Offenheit bei der Personalfindung nicht nur angehenden, sondern allen gerade suchenden Redakteuren neue, vielfältige Jobperspektiven. Momentan wünschen fast die Hälfte der Medienhäuser Redakteure, die crossmedial einsetzbar sind – im klassischen Print- und Onlinebereich ebenso wie in Social Media und im Event-Business. Besonders gefragt sind Journalisten, die die Kommunikation in den einzelnen Medienkanälen beherrschen sowie den Adressatenkreis zielgerichtet ansprechen, überzeugen und erweitern. Gefordert ist auch hier eine Branchenexpertise, sie verliert aber gegenüber den breit angelegten journalistischen Kompetenzen an Bedeutung. Das Berufsbild bewegt sich dabei stärker in Richtung eines Kommunikationsexperten, der die Vermittlung von Wissen und Inhalten optimal plant, umsetzt und steuert.

Gewandeltes Anforderungsprofil ein anhaltender Trend

Dieser Trend wird sich fortsetzen. Schon jetzt sind sich die befragten Verlage weitgehend einig, dass sich das Anforderungsprofil an Fachredakteure in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt hat (82 Prozent) und sich auch künftig weiter stark verändern wird (91 Prozent). Im Gegensatz zu den strukturell krisengeplagten Publikumsmedien bieten B2B-Verlage somit geeigneten Journalisten zahlreiche Jobchancen und weitreichende Entwicklungsmöglichkeiten.


Über die Umfrage: Erhoben von den Professoren Dr. Lutz Frühbrodt und Dr. Michael Sturm (beide Hochschule Würzburg-Schweinfurt) in Kooperation mit der Deutschen Fachpresse, behandelt die Umfrage erstmalig das Thema „Jobsituation und Anforderungsprofile bei deutschen Fachmedienhäusern“. Sie wurde im Herbst 2013 durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 22 Unternehmen an der Umfrage, darunter etliche größere Fachmedienhäuser mit mehr als 100 fest angestellten Redakteuren, die Mehrzahl sind mittlere und kleinere Verlage.

Bildquelle: © Alterfalter – Fotolia.com

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