Konsumfreudige Verbraucher stabilisieren den Arbeitsmarkt

Stabilisierend auf den Arbeitsmarkt wirkte laut IAB vor allem die anhaltend positive Konsumlaune der Verbraucher. Infolge ihres gesunkenen Vertrauens in die Finanzmärkte wenden sie sich stärker klassischen Konsumgütern und auch Immobilien zu. Dies schlug sich nieder in einer Verdoppelung des Stellenangebots im Bereich Ernährung, Bekleidung und Einrichtung sowie in einem ebenfalls sehr starken Anstieg der offenen Stellen im Grundstücks- und Wohnungswesen.

Tausende offene Stellen im IT-Sektor

Die Beschäftigung in der IT-Branche steigt stetig an. Nach Angaben des Hightech-Verbands BITKOM wuchs die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 18.000 auf über 866.000 und soll dieses Jahr um weitere 10.000 zulegen. Allerdings fehlen der Branche weiterhin qualifizierte Fachkräfte. Mehr als jedes zweite Unternehmen will in diesem Jahr zusätzliches Personal einstellen, jedoch finden zwei Drittel der Unternehmen nach eigenen Angaben für offene Stellen nicht das geeignete Personal. Laut BITKOM gibt es in Deutschland derzeit rund 38.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, die nicht oder nur sehr schwierig zu besetzen sind. Die verstärkte Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte könne kurzfristig Abhilfe schaffen.

Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Die Gesundheitswirtschaft ist eine der Branchen, die am stärksten zum Beschäftigungswachstum in Deutschland beiträgt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht in seinem aktuellen Gesundheitsreport davon aus, dass in der Gesundheitswirtschaft in diesem Jahr bis zu 90.000 neue Stellen entstehen. Ein großer Teil davon entfällt auf die personalintensiven Gesundheits- und sozialen Dienste. Auch im Gesundheitswesen ist die Sorge vor dem Fachkräftemangel groß. 44 Prozent der vom DIHK befragten Betriebe sehen ihn bereits in den kommenden Monaten als Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Der DIHK fordert daher von Unternehmen und Politik, dem Fachkräftemangel auf vielen Ebenen und mit einer Vielzahl von Instrumenten zu begegnen. Potenziale älterer Arbeitnehmer müssen erschlossen und Frauen verstärkt gewonnen werden; sinnvolle Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind gefragt.

Jobs in der Automobilbranche nehmen zu

Auch in der Automobilbranche fehlen Experten und es werden vermehrt offene Stellen gemeldet. Bis zum Jahr 2011 hat die Zahl der gemeldeten Stellen sogar zugenommen, doch seit letztem Jahr stagniert die Entwicklung. „Dies könnte auch daran liegen, dass es nicht genügend Fachkräfte auf dem Markt gibt“, so der Sprecher der Bundesagentur für Arbeit (BA), Paul Ebsen. Besonders bei der Herstellung von Kraftwagen sieht die BA leichte Beschäftigungsverluste. Aber von Krise sieht die BA in der Autobranche keine Spur. Akademiker haben bei den Fahrzeugbauern gute Chancen. Ingenieure aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler sind begehrte Fachkräfte. Auch der Bedarf an qualifizierten Autoverkäufern ist groß. So suchen zum Beispiel BMW Vertragshändler im ganzen Land Verstärkung im Verkauf, und vergeben im Autohaus Jobs sowohl für Junior- als auch für Seniorverkäufer.

Nachwuchssorgen im Handwerk

Mehr als 100.000 Auszubildende haben Anfang September ihre Ausbildung im Handwerk begonnen. Doch wie Dirk Palige, Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Handwerkszeitung gegenüber sagte, sind noch immer mehr als 20.000 Lehrstellen unbesetzt. Auch Handwerksbetriebe blicken einem drohenden Fachkräftemangel entgegen und wollen diesem langfristig begegnen, indem sie mehr Nachwuchs rekrutieren. Besonders in Ostdeutschland fehlen junge Bewerber. Laut Handwerkskammer Dresden waren Anfang August noch zahlreiche Lehrstellen frei. Gesucht wird Fachkräftenachwuchs in nahezu allen handwerklichen Berufen. Besonders viele Ausbildungsplätze werden für Kfz-Mechatroniker und Elektroniker, aber auch Friseure, Bäcker und Tischler sowie für Verkäufer im Lebensmittelhandwerk angeboten.

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