Tipps für die Jobsuche über 50

Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erschwert

Leider liegt jedoch die Arbeitslosigkeit unter älteren Arbeitnehmern tendenziell höher als bei Jüngeren und das betrifft vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit. Während bei allen Arbeitslosen im Oktober 2010 33,5 Prozent bereits seit einem Jahr arbeitslos waren, waren es bei den über-50-Jährigen 42,8 Prozent. Arbeitsmarktpolitik für Ältere muss vor allem darauf gerichtet sein sie länger in Beschäftigung zu halten. Denn: werden sie erst einmal arbeitslos, ist das Risiko langer Arbeitslosigkeit deutlich höher als bei Jüngeren. Wenn Sie als älterer Arbeitnehmer Schwierigkeiten haben, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen, gibt es verschiedene Angebote und Strategien, auf die Sie sich bei der Jobsuche konzentrieren sollten, z.B. die folgenden:

Recherchieren Sie den Markt

Es gibt verschiedene Unternehmen, für die ältere Arbeitnehmer besonders wertvoll sind. Suchen Sie gezielt nach diesen Unternehmen, die Ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu schätzen wissen. Das Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ identifiziert jährlich eine Reihe an sogenannter „Unternehmen mit Weitblick“, die durch eine erfolgreiche Personalpolitik den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen, und damit zur Verbesserung der Beschäftigungschancen Älteren beitragen.

Halten Sie Ihre Qualifizierungen aktuell

Auch wenn es auf Sie nicht zutreffen sollte, ältere Arbeitnehmer werden oftmals als technisch weniger versiert angesehen als ihre jüngeren Mitstreiter. Wenn Sie gut mit Computer und speziellen Softwareprogrammen umgehen können, schreiben Sie dies in Ihren Lebenslauf. Besuchen Sie Kurse, um neue Programme zu lernen oder einfach Ihre Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen. Ständige Weiterbildung gehört zum Berufsleben dazu. Initiative „Perspektive 50plus” hält auch Angebote zur Erweiterung beruflicher Kompetenzen bereit.

Nutzen Sie Ihr Netzwerk

Positionen auf Führungsebene werden häufig nicht ausgeschrieben und es ist wahrscheinlicher, dass diese Positionen auf Empfehlungen besetzt werden. Ältere Arbeitnehmer sollten daher über ein funktionierendes Netzwerk verfügen. Dies können Mitglieder professioneller Organisationen, ehemalige Kollegen oder Mitarbeiter von Firmen sein, bei denen Sie gern arbeiten würden. Je mehr Gleichgesinnte wissen, was in Ihnen steckt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie schneller eine geeignete Stelle finden.

Chance Zeitarbeit

Zeit- oder Leiharbeitsunternehmen haben weniger Vorbehalte gegenüber älteren Arbeitnehmern. Hierauf weist auch „Perspektive 50plus” hin und verdeutlicht, dass Zeitarbeitsunternehmen älteren Langzeitarbeitslosen ein breites und von den Qualifikationen sehr heterogenes Spektrum an Jobmöglichkeiten anbieten. Bei der Job AG beispielsweise sind Arbeitnehmer über 50 gefragt. Viele Unternehmen haben erkannt, dass es wichtig ist eine gemischte Belegschaft aus erfahrenen und jungen Mitarbeitern zu haben. So bietet das Unternehmen älteren Arbeitnehmern interessante Tätigkeiten, bei denen Berufserfahrung gefragt ist.

Im Mittelpunkt stehen Ihre Leistungen, nicht Ihr Alter

Konzentrieren Sie sich bei der Jobsuche auf Ihre Stärken. Schließlich können Sie langjährige Arbeitserfahrung vorweisen und bringen dadurch Qualitäten mit, die sich junge Arbeitnehmer erst noch verdienen müssen. Stellen Sie die Highlights aus Ihrer langen Berufserfahrung zusammen, machen Sie sich bewusst, was Sie bereits geleistet haben und demonstrieren Sie dies bei Arbeitgebern. Zeigen Sie aber zugleich, dass Sie bereit und fähig sind, Neues dazu zu lernen. Bildquelle: © auremar – Fotolia.com

1 Kommentar

  1. Was für eine Verschwendung, die Ü 50 mit all ihren Potenzialen links liegen zu lassen. Das vorgeschobene Argument lautet meist, dass das jeweilige Unternehmen längerfristig mit einem Mitarbeiter plane, die Stelle also langfristig besetzen möchte. Allerdings wird ein „Junger“ auch nicht länger planen, als für die nächsten 3-5 Jahre, um dann mit einer Referenz mehr im Rücken in eine höher dotierte Position zu wechseln. Die latente Angst ist wohl vielmehr, die „Alten“ wären nicht mehr so leistungsfähig, öfter krank, unflexibel etc. Ich würde mir wünschen, dass diese Menschen zumindest über Zeitarbeit Ihre ernst gemeinte Chance bekommen. Nicht um sie zu verheizen, sondern wirklich, um sie zu testen, einzuarbeiten und langfristig einzugliedern. Nur, wie können wir die Arbeitgeber davon überzeugen? Ich missioniere schon seit Jahren, mit geringem Erfolg.

Comments are closed.