01.02.2019 -

Ist die Büroluft im Winter heiß und trocken, fühlen sich Grippeviren besonders wohl. Zur Infektion gesellen sich dann gern noch Kopfschmerzen, brennende Augen und gereizte Haut. Keine erstrebenswerten Aussichten? Mit ein paar einfachen Veränderungen können Sie den Beschwerden vorbeugen.

Generell ist „trocken in den Wintermonaten nicht unbedingt verkehrt: Trockene Füße trotz Schneematsch, trockener Humor selbst im größten Stress und ein guter trockener Rotwein am Abend machen die kalte Jahreszeit erträglicher. Geht es aber um die Büroluft ist „trocken kein empfehlenswertes Prädikat.

In vielen Büros sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Wintermonaten von empfohlenen 50 auf 30 Prozent und verursacht dadurch Konzentrationsmangel, Atemwegsreizungen und Kopfschmerzen. Dazu kommen brennende Augen, empfindliche Haut und ein kratzender Hals. Trockene Luft am Arbeitsplatz belastet laut DAK 80 Prozent der Bürobeschäftigten. Sabine Winterstein, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung bei der DAK, kennt die Ursachen: „Bürogeräte, Klimaanlage und die Heizung rauben der Luft die Feuchtigkeit.

In Großraumbüros besonders trockene Luft

Doch auch die Größe des Raumes spielt bei der Luftqualität eine entscheidende Rolle. Eine Untersuchung der Schweizer Hochschule in Luzern kam zu dem Ergebnis, dass Mitarbeiter in Großraumbüros häufiger unter zu trockener Luft leiden als ihre Kollegen in kleineren Räumen. So klagten 35 Prozent der Befragten über trockene Luft, 32 Prozent über abgestandene und schlechte Luft sowie 24 Prozent über zu hohe Temperaturen. Außerdem melden sich Mitarbeiter in Großraumbüros auch deutlich häufiger krank. In Einzelbüros gaben 50 Prozent der Befragten an, im zurückliegenden Jahr nie krankheitsbedingt gefehlt zu haben. In Großraumbüros ab 16 Arbeitsplätzen sank diese Zahl auf 30 Prozent.

Grippenviren verbreiten sich in trockener Luft schneller

Zu trockene Luft ist dabei ein wesentlicher Faktor. Denn die Immunabwehr der Schleimhäute hängt entscheidend von der Raumluftfeuchte ab. Ist diese unzureichend, können Mikroorganismen nicht optimal abtransportiert werden und die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten nimmt zu. Vor allem die Grippenviren lieben es schön trocken. Amerikanische Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen steigenden Grippefällen und der Raumluftfeuchte ermittelt. Bei einer relativen Luftfeuchte zwischen 20 – 35% steigt das Risiko sich mit einem Influenza-A-Virus anzustecken auf das Dreifache. Denn die Viren haben in zu trockener Luft eine längere Lebensdauer und können sich durch feine Tröpfchen schneller und weiter verbreiten.

Pflanzen verbessern das Raumklima im Büro

Pflanzen in Büros und Arbeitsräumen können das Klima hingegen verbessern, denn sie bauen Kohlendioxid ab, produzieren Sauerstoff und erhöhen auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit. Grundsätzlich sind diese Effekte mit jedem lebenden Grün zu erzielen, doch es gibt Unterschiede in der Wirkungsweise einzelner Pflanzen. Manche sind wahre Schadstoffkiller, während andere den Lärmpegel im Büro reduzieren und wieder andere Pflanzen sorgen durch die Feuchtigkeitsverdunstung für ein angenehmes Raumklima. Die Wirkung der Pflanzen ist in der Regel abhängig von ihrer Größe und von ihrer Blattoberfläche. Je größer diese ist, umso mehr Wasser kann auf ihr verdunsten. Nestfarn, Zyperngras und Zimmerlinde geben zum Beispiel fast ihr gesamtes Gießwasser über die Blätter in die Raumluft zurück. Und es gibt noch ein weiteres Argument für ein grünes Büro: Pflanzen verschönern den Arbeitsplatz. Studien haben festgestellt, dass sie auch eine psychologische Wirkung haben und sich Menschen in begrünten Räumen wohler fühlen und leistungsfähiger sind.

Doch Sie können noch mehr gegen die dicke Luft und ihre Folgen im Büro tun. Schon ein paar einfache Veränderungen können das Büroklima verbessern, zum Beispiel die folgenden:

  • Hoch die Tassen: Bei zu trockener Luft, sollten Sie viel trinken – Wasser, Tee oder Fruchtsäfte. Empfohlen sind zwei Liter pro Tag, um rissigen Händen und gereizten Schleimhäuten vorzubeugen.
  • Beweis führen: Sinnvoll ist das regelmäßige Messen der relativen Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Hygrometers. Die empfohlene Raumluftfeuchte in Wohn- und Arbeitsräumen bei 20 °C Zimmertemperatur liegt zwischen 40 bis 60%.
  • Sprühen und salben: Meerwasser-Nasensprays oder Nasensalben helfen gegen trockene Nasenschleimhäute und unterstützen so die Immunabwehr.
  • Frischer Wind: Mehrmals täglich die Fenster für einige Minuten weit öffnen. Das erfrischt Kopf und Raumklima. Außerdem verhindert Stoßlüften, dass bei kalten Außentemperaturen zu viel Feuchtigkeit nach außen verloren geht.
  • Gesundes Blattwerk: Grüne Pflanzen-Inseln am Arbeitsplatz sind ideale Luftbefeuchter. Am besten vom Fachhandel beraten lassen hinsichtlich Standort und Pflege.
  • Gut temperiert: Eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius schafft beste Voraussetzungen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit absorbieren als kühle Luft. Werden Räume überheizt, sinkt die relative Luftfeuchte.
  • Hilfsmittel nutzen: Luftbefeuchter, die regelmäßig gereinigt und gewartet werden, beleben mit mikrofeinem Sprühnebel die Büroluft hygienisch einwandfrei. In Wasserschalen auf der Heizung dagegen gedeihen Bakterien prächtig.
  • Wimpern klimpern: Vor allem die Augen leiden bei unzureichender Luftfeuchtigkeit. Häufiges Blinzeln und das Wechseln der Blickrichtung bei geschlossenen Lidern frischt den Tränenfilm auf und kann Lidrandentzündungen oder Bindehautinfektionen vorbeugen.

Bildquelle: © stockfour – Shutterstock.com


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