Termin- und Zeitdruck, Multitasking, eintönige Aufgaben und häufige Unterbrechungen sind nach wie vor die größten Stressfaktoren für deutsche Arbeitnehmer. Mehr als die Hälfte klagt über zu hohe psychische Anforderungen.  Aber Stress Report 2012 berichtet auch Positives …

Fünf Aufgaben gleichzeitig und das möglichst bis gestern! Über die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland klagt über dauerhafte Überbelastung und Stress am Arbeitsplatz, so das Ergebnis des Stress Reports 2012. Bereits seit Ende der siebziger Jahre führt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in regelmäßigen Abständen diese Erwerbstätigenbefragung (ETB) durch. Die letzte Erhebung fand 2005 / 2006 statt und die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen: Die Stresssituation am Arbeitsplatz ist seitdem nicht besser geworden – aber auch nicht schlechter.

Der gestresste Mitarbeiter, die eierlegende Wollmilchsau

Nun muss Stress nicht unbedingt negativ sein. „Eine Arbeit gänzlich ohne psychische Anforderungen ist undenkbar“, heißt es in der Auswertung. Eine anspruchsvolle Arbeit trage nämlich zur eigenen Zufriedenheit und einem gesteigerten Selbstwertgefühl bei. Allerdings gibt es Arbeitsbedingungen, die unserer Gesundheit – physisch oder psychisch – nicht gut tun. Multitasking zum Beispiel belegt seit Jahren den Spitzenplatz in der Hitliste der Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Jeder zweite Arbeitnehmer (58 Prozent) beklagt, dass er in seinem Job häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen müsse. Das belaste Beschäftigte mehr noch als der starke Termin- und Leistungsdruck, den 52 Prozent als Stressfaktor nannten. Aber auch monotone Tätigkeiten (50 Prozent) und häufige Unterbrechungen des Arbeitsablaufes (44 Prozent) etwa durch Anrufe oder E-Mails stressen Arbeitnehmer.

Workaholics: Erkrankungen vorprogrammiert

Diese relativ hohe psychische Belastung ziehe sich laut BAuA im Übrigen durch sämtliche Branchen. Ähnlich hohe Angaben machten die Arbeitnehmer auch in der Befragung von 2005/2006. Die Lage hat sich seitdem also nicht entspannt. Besonders betroffen sind Workaholics mit 48 Wochenstunden oder mehr. Denn die Studie zeigt: Mit zunehmender Arbeitszeit steigen ebenfalls Termin- und Leistungsdruck, Multitasking und Arbeitsunterbrechungen. Hinzu kommt, dass Erwerbstätige, die ohnehin schon zu lange arbeiten, auch vermehrt auf Pausen verzichten – meist, weil die Pause nicht in den Arbeitsablauf passt oder einfach zu viel zu tun ist. Keine Frage, das ist ungesund! So gibt diese Gruppe auch vermehrt psychovegetative Beschwerden wie dauerhafte Müdigkeit, Schlafstörungen, Nervosität sowie körperliche und emotionale Erschöpfung an.

Mitarbeiter setzen auf gutes Betriebsklima

Doch es gibt laut BAuA auch Positives zu berichten. Vor allem das kollegiale und kooperative Umfeld könnte kaum besser sein. 88 Prozent der Arbeitnehmer berichten häufig von guter Zusammenarbeit untereinander, 80 Prozent fühlen sich am Arbeitsplatz als Teil einer Gemeinschaft und erhalten Hilfe und Unterstützung von ihren Kollegen. Auch haben Erwerbstätige immer mehr Freiräume bei der Gestaltung ihrer Arbeit. 67 Prozent gaben an, ihre Arbeit selbst planen und einteilen zu können. Die Chefs hingegen kamen in der Umfrage nicht ganz so gut weg. Nur die Hälfte der Mitarbeiter (59 Prozent) fühlt sich häufig durch den Vorgesetzten unterstützt.

Gute Chefs reduzieren Stress

Hier ist noch Luft nach oben. Die Ansprechbarkeit einer Führungsperson, mit der sich Probleme erörtern und Aufgaben klar strukturieren lassen, sei von großer Bedeutung und habe protektive Wirkung, so die Einschätzung der BAuA. „Je häufiger die Unterstützung von Vorgesetzten erfolgt, desto geringer ist die Anzahl von gesundheitlichen Beschwerden.“ Auch andere positive Faktoren am Arbeitsplatz wie flexible Arbeitszeitgestaltung, Handlungsspielraum, ein gutes Betriebsklima und soziale Unterstützung können laut BAuA die zuvor genannten Stressfaktoren in gewissem Sinne aufheben. So fallen gesundheitliche Beschwerden aufgrund starken Termin- und Leistungsdruckes und Multitaskings deutlich geringer aus, wenn die Betroffenen ihre Arbeit flexibel gestalten können und sie sich durch ihren Vorgesetzten unterstützt fühlen.

Es gibt übrigens ein paar einfache Maßnahmen um akuten Stress abzubauen. Wir empfehlen folgendes:

  • Pausen einhalten! Zwingen Sie sich dazu, Pausen dienen der Regeneration. Am besten verabreden Sie sich mit Kollegen – in diesem Fall ist der Gruppenzwang recht hilfreich.
  • Wochenende und Feierabend genießen! Handy aus, Laptop aus – Keine Angst, die Arbeit läuft nicht weg.
  • Frische Luft! Falls Sie es noch nicht bemerkt haben – Sie sind nicht an den Bürostuhl gekettet. Also raus an die frische Luft, das beruhigt und macht den Kopf klar.
  • Innehalten! Gönnen Sie sich zwischen zwei Aufgaben ein paar ruhige Minuten. Dann verliert sich das Gefühl, durch den Arbeitstag zu hetzen von ganz allein.
  • Einen Plan machen! So einfach wie wirkungsvoll – Schreiben Sie sich alle Aufgaben auf ein Blatt Papier. Das sorgt für Klarheit und Sie haben nicht immer das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Besonders hilfreich vor dem Wochenende.
  • Nichts vor sich her schieben! Erledigen Sie jeden Tag die unliebsamste Aufgabe zuerst! Das schützt vor Aufschieberitis und beschert Glücksgefühle.
  • Machen Sie Sport! Sport ist der perfekte Ausgleich zu psychischer Belastung und baut nachweislich Stress ab. Außerdem können Sie in der Zeit nicht in Ihre Mails schauen.

(Quelle: www. baua.de)


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