Eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Bitkom bestätigt: Soziale Netzwerke gehören heute ganz selbstverständlich zur Job- und Bewerbersuche. 63 Prozent der Unternehmen sammeln auf Facebook, LinkedIn & Co. Informationen zu potentiellen Kandidaten. Wer sich online gut präsentiert, hat bessere Chancen auf den Traumjob. Wie das gelingt und wann das eigene Profil zur Karrierebremse wird, lesen Sie hier.

Noch vor fünf Jahren hat nur etwa ein Viertel der Personaler in Umfragen vorsichtig zugegeben, Bewerber gegoogelt oder sich deren Social-Media-Profile angeschaut zu haben. Heute sind soziale Netzwerke ein ganz legitimer Bestandteil von Jobsuche und Bewerbungsprozess. Zwei von drei Unternehmen (63 Prozent) informieren sich regelmäßig dort über Stelleninteressenten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom unter Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern.

Wer sich online gut präsentiert, hat Vorteile bei der Jobsuche

Arbeitgeber nutzen Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn oder Xing nicht nur, um sich ein möglichst umfassendes Bild von Bewerbern zu machen. Sie suchen in digitalen Gefilden auch aktiv nach passenden Kandidaten, um diese dann direkt anzusprechen. „Die Zeiten, in denen Social-Media-Auftritte eine klassische Bewerbung lediglich ergänzen, gehen zu Ende“, bestätigt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Immer mehr Unternehmen suchen schwerpunktmäßig über soziale Netzwerke neue Mitarbeiter und begnügen sich mit den dort hinterlegten Informationen für den Start eines Bewerbungsverfahrens. Wer sich in sozialen Netzwerken gut präsentieren kann, hat definitiv Vorteile bei der Jobsuche.“

Social Media kann auch Karrierekiller sein

Trotz der Selbstverständlichkeit, mit der heute soziale Medien von Bewerbern und Arbeitgebern für die Jobsuche genutzt werden, hat sich am Risiko als Karrierekiller in den vergangenen Jahren nicht viel verändert. Jeder vierte Personalverantwortliche (24 Prozent), der sich Profile von Bewerbern in sozialen Netzwerken anschaut, hat schon Kandidaten wegen einzelner Einträge nicht eingestellt beziehungsweise nicht in die engere Auswahl genommen. Die Social-Media-Selbstdarstellung könne also durchaus auch zur Karrierebremse werden, warnt Rohleder. Vor allem peinliche Partyfotos, beleidigende Kommentare aber auch politische Ansichten wurden schon so manchem Kandidaten zum Verhängnis.

Personaler interessieren sich vor allem für fachliche Themen

Laut Bitkom-Studie haben für Personaler bei der Online-Recherche berufliche Themen Priorität vor privaten. Darauf achten sie besonders:

  • 81 Prozent auf fachliche Qualifikationen
  • 67 Prozent auf Äußerungen zu Fachthemen
  • 53 Prozent auf Äußerungen zum Unternehmen oder Wettbewerbern
  • 34 Prozent auf Hobbys und private Aktivitäten
  • 16 Prozent auf politische Ansichten

Auf vollständige Profile und einheitliche Präsentation achten

Was müssen Sie also tun, um mit Ihrem Social-Media-Image Ihre Bewerberchance zu erhöhen und sich nicht ungewollt selbst ins Aus zu schießen? Die Personalberatungsgruppe PageGroup hat einen praktischen Online-Ratgeber für einen optimalen Social-Media-Auftritt erstellt und gibt darüber hinaus gleich einen Überblick über die wichtigsten Netzwerke und ihre Bedeutung für Sie als Bewerber. In jedem Fall empfiehlt PageGroup, Ihre Profile auf allen Plattformen zu vervollständigen und dabei auf eine einheitliche Präsentation zu achten. Nutzen Sie Bilder, um Ihr Image wirksam zu beeinflussen und treten Sie Unternehmensgruppen bei, um ihre beruflichen Interessen zu unterstreichen.

Frischekur für Ihren Social-Media-Auftritt

Auf keinen Fall sollten Sie unangemessene oder rechtlich bedenkliche Inhalte auf Ihren Profilen veröffentlichen, sich negativ über Ihren Arbeitgeber äußern, Dritte persönlich angreifen oder beleidigen oder Lügen verbreiten. Das sind absolute No-Gos für jeden Personaler und befördern Ihre Bewerbung auf direktem Wege in den Papierkorb. Mindestens alle sechs Monate sollten Sie laut PageGroup Ihre Social-Media-Profile einer Frischekur unterziehen und in fünf Schritten sicherstellen, dass Sie sich so darstellen, wie Sie gesehen werden möchten.

#Schritt 1:

Googlen Sie Ihren Namen. Wenn Sie einen häufigen Namen haben, kann es sinnvoll sein einen Städtenamen hinzuzufügen, das Unternehmen, für das Sie arbeiten, oder die Schule, die Sie besucht haben.

#Schritt 2:

Überprüfen Sie die Bilder, die Ihnen bei der Google-Suche angezeigt werden. Es ist einfacher nach Bildern zu filtern, als sich durch unzählige Links zu klicken.

#Schritt 3:

Suchen Sie auf den Social Media Kanälen nach Ihrem Nutzernamen. Prüfen Sie alle Plattformen. Twitter, LinkedIn, Tumblr und Pinterest.

#Schritt 4:

Fangen Sie damit an, Ihren Online-Auftritt in Ordnung zu bringen. Vielleicht haben Sie irgendwann mal irgendetwas Unpassendes veröffentlicht; vielleicht sind Sie auch einfach reifer geworden, seitdem Sie Ihren Account erstellt haben. Loggen Sie sich ein und löschen Sie unpassende Beiträge. Google und Facebook bieten Ihnen die Möglichkeit Ihre Beiträge selbst zu entfernen. Und wenn Sie einen kompletten Neuanfang möchten, löschen Sie Ihren Account und erstellen Sie einfach einen neuen.

#Schritt 5:

Wenn Sie Informationen finden, die Sie nicht löschen oder ändern können, sollten Sie sich bemühen, mehr gute Suchergebnisse zu erzielen als negative. Teilen Sie Artikel, beteiligen Sie sich an Diskussionen, verbessern Sie Ihren Auftritt, indem Sie relevante und sinnvolle Inhalte teilen.


Quellen:

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Zwei-von-drei-Personalern-informieren-sich-online-ueber-Bewerber.html

https://www.pagepersonnel.de/minisite/social_media_ratgeber/

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