Um eine Anstellung muss man sich als Softwareentwickler in Deutschland keine Sorgen machen. Vorausgesetzt, man bringt das fachliche Knowhow, ausreichend Praxiserfahrung und die Bereitschaft zu Überstunden mit. Das Klischee vom wortkargen Nerd im dunklen Keller ist längst überholt. Heute muss der Softwareentwickler auch als kommunikativer Teamplayer überzeugen.

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Java ist keine Insel

Wenn Sie bei Java nicht an eine Insel und bei Python nicht an eine Riesenschlange denken, sondern vielmehr an Quellcode und GUI-Applikationen, dann schlägt in Ihnen womöglich das Herz eines Softwareentwicklers. Fremdsprachenkenntnisse sind kein Problem für Sie. Nur „sprechen“ Sie nicht unbedingt Spanisch oder Französisch, sondern C, C++, Javascript, .NET, PHP, Ruby on Rails, oder Sql, HTML, CSS und eben Java und Phyton. Das Beherrschen der gängigsten Programmiersprachen gehört zum Rüstzeug eines jeden guten Softwareentwicklers. Wer zudem mit relationalen Datenbanken wie MySql oder PostgreSQL umgehen kann, sammelt spätestens im Bewerbungsgespräch weitere Pluspunkte.

Softwareentwickler: Jeder will Sie!

Als Softwareentwickler sind Ihre beruflichen Perspektiven geradezu glänzend. In allen Branchen gibt es Unternehmen, die Sie lieber heute als morgen einstellen würden – vor allem System- und Softwarehäuser, EDV-Dienstleister oder Ingenieurbüros für technische Fachplanung. Auch IT-Abteilungen unterschiedlichster Unternehmen sowie IT- Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sind immer auf der Suche nach Softwareentwicklern. Der Bedarf an guten Programmierern, Web-Entwicklern und Software-Architekten ist enorm und steigt weiter an. Kein Wunder: Intelligente Softwarelösungen begleiten uns durch den gesamten Tag. Selbst ein Kühlschrank kann heutzutage programmiert und über eine App neu bestückt werden. Smart-TVs, Fahrassistenten im Auto oder der vollautomatische Check-In am Flughafen – Softwareentwickler werden überall gebraucht.

Ein Beruf auch für Autodidakten und Quereinsteiger

Es gibt kaum Softwareentwickler, die nicht auch in ihrer Freizeit lieber vor dem PC als mit einem Buch vor dem Kamin sitzen. Praktische Erfahrungen und permanentes Lernen sind in diesem Beruf wichtiger als der Hochschulabschluss. Deshalb haben auch Autodidakten und Quereinsteiger gute Chancen, als Softwareentwickler beruflich Fuß zu fassen. Dennoch setzen viele Unternehmen in Stellenanzeigen ein fachspezifisches Studium, zum Beispiel in Informatik, voraus. Aber auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwa zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler, ermöglicht den Einstieg in den Beruf. Studenten sollten unbedingt durch Praktika und Nebenjobs erste Unternehmensluft schnuppern. Tipp: Auf der Fachcommunity Github werden immer wieder Software-Entwicklungsprojekte ausgeschrieben, durch die Sie Ihre Kompetenzen verfeinern und mehr Praxiserfahrung sammeln können.

Teamplayer mit Kommunikationskompetenz

Das Bild vom einsamen Nerd im dunklen Keller ist nicht erst seit Mark Zuckerberg Geschichte. Softwareentwickler tauchen zwar zuweilen beim konzentrierten Arbeiten in ihren ganz eigenen Kosmos ab, müssen aber ebenso als Teamplayer überzeugen. Ob beim gelegentlichen Fachsimpeln mit den eigenen Kollegen oder bei der Kommunikation auf einschlägigen Fachforen im Internet – in diesem Beruf sollten Sie nicht nur mit dem Computer, sondern auch mit Ihren Mitmenschen gut umgehen können. Neben dem Programmieren besteht ihr Arbeitsalltag nämlich ebenso aus Meetings und Teamwork, wie der anderer Kollegen. Regelmäßige Gespräche zum Beispiel mit Ihrem Projektmanager oder dem Vertrieb aber auch mit Kunden sind nötig, um deren Feedback und Wünsche bei Ihrer Arbeit zu berücksichtigen.

Arbeitsalltag als Softwareentwickler

Je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position können in Ihrem Arbeitsalltag ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen. Klassischer Weise kümmern Sie sich nicht nur um die Softwareentwicklung, sondern analysieren jeden Auftrag auch genau und dokumentieren die daraus resultierenden Ergebnisse. Dabei müssen Sie strengstens darauf achten, dass alle Vorschriften zum Datenschutz eingehalten werden und die Datensicherung gewährleistet ist. Sie erarbeiten Lösungsansätze und programmieren die Software nach Kundenwunsch und möglichst nutzerfreundlich. Besteht das fertige Programm diverse Tests, kann es an den Kunden weitergegeben werden. Als Softwareentwickler müssen Sie die Nutzer einweisen und beraten. Für weitere Fragen stehen Sie auch nach der Übergabe zur Verfügung und bereiten häufig gestellte Fragen kundengerecht auf.

Das Tempo mithalten

Neben dem fachlichen Knowhow müssen Sie als Softwareentwickler noch weitere Grundvoraussetzungen erfüllen. Sie müssen bereit sein, permanent zu lernen. Eine erfolgreiche Karriere in diesem Beruf gelingt nur, wenn Sie sich unentwegt weiterbilden – sowohl im Unternehmen, aber auch in Ihrer Freizeit. In der IT sind die Neuigkeiten von heute morgen bereits veraltet. Nur wer dieses Tempo mithält, kann als Softwareentwickler dauerhaft überzeugen. Sie sollten analytisch und strukturiert arbeiten können, aufgeschlossen sein gegenüber neuen Ansätzen und Vorgehensweisen, eine hohe Problemlösekompetenz vorweisen und sehr gut englisch sprechen. Der Großteil der für Sie relevanten Fachliteratur ist in dieser Sprache verfasst und der Austausch mit internationalen Kollegen findet ebenfalls auf Englisch statt.

Silicon Valley auch in Deutschland

Für Softwareentwickler sind Überstunden an der Tagesordnung. Wenn Sie kurz davor sind, den Bug zu finden, werden Sie kaum pünktlich den PC ausschalten, um morgen an dieser Stelle weiterzumachen. Für diese Motivation entschädigt Sie in der Regel ein gutes Gehalt. Softwareentwickler verdienen laut dem Karriereportal Karista.de ein Einstiegsgehalt zwischen 2.800 und 3.500 Euro, Spitzenverdiener mit der entsprechenden Berufserfahrung landen sogar bei 7.000 Euro brutto monatlich oder mehr.

Ein Master- oder Doktortitel sowie die Wahl der Branche beeinflusst Ihr Gehalt im Positiven. In der Forschung, der Medizin, der Automobilindustrie und bei Banken und Versicherungen landen Sie eher am oberen Ende der Skala, während Sie in der Medien- und Games-Branche Abstriche beim Gehalt machen müssen. Übrigens gibt es auch in Deutschland kleine Silicon Valleys. In den sogenannten Software-Cluster rund um Darmstadt, Karlsruhe, Kaiserslautern, Saarbrücken und Walldorf steigen die die Chancen für eine Anstellung als Softwareentwickler. Diese Regionen gelten als Motor der deutschen Software-Industrie.

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Quellen: http://www.karista.de/berufe/softwareentwickler/

https://www.azubiyo.de/berufe/softwareentwickler/

https://www.karrieresprung.de/jobprofil/softwareentwickler

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