Quereinstieg Gesundheitswesen

Pflegebasiskurs als Schnelleinstieg in die ambulante Pflege

Der Pflegebasiskurs ist vor allem für Quereinsteiger interessant, die es eilig haben. Er wird bundesweit von verschiedenen Einrichtungen und Bildungsträgern angeboten, dauert in der Regel nur fünf bis sechs Wochen (ca. 240 Unterrichtseinheiten) und vermittelt Basiswissen im Bereich Alten- und Krankenpflege. Neben Grundlagen in Hygiene, Anatomie, Ernährung und erster Hilfe werden die Teilnehmer auch in der genauen Beobachtung von Patienten sowie in der lückenlosen Pflegedokumentation geschult. Der sensible Umgang mit Demenzkranken und Sterbenden steht ebenfalls auf dem Lehrplan. Der Kurs kostet bei seriösen Anbietern zwischen 500 und 600 Euro, wird aber häufig von der Arbeitsagentur mit einem Bildungsgutschein oder mit einem Prämiengutschein des Europäischen Sozialfonds gefördert. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet den Pflegebasiskurs zum Beispiel über seine Ortsverbände an. Eine gültige Fahrerlaubnis wird vorausgesetzt, um in der ambulanten Pflege voll einsetzbar zu sein. Die bestandene Prüfung am Ende des Kurses reicht vielen Arbeitgebern als Qualifikation für einen Pflegeberuf.

Betreuungsassistent und Heilerziehungshelfer

Die Aufgabe von Betreuungsassistenten ist es, demenzkranke Menschen in ihren Alltagsaktivitäten zu unterstützen. Sie betreuen die Heimbewohner in deren Umfeld und fördern gemeinschaftliche Unternehmungen. Um den vielfältigen Anforderungen bei der Betreuung und Aktivierung gerecht zu werden, erlernen Betreuungsassistenten in ihrer Ausbildung ebenso fundierte Grundkenntnisse über altersbedingte Krankheiten und Hauswirtschaft wie Fachwissen über Biografiearbeit oder Kommunikationsmethoden. Lehrgänge werden zum Beispiel von der IHK angeboten und sind mit Kosten ab ca. eintausend Euro deutlich teurer als ein Pflegebasiskurs. Aber auch sie werden von der Arbeitsagentur mit einem Bildungsgutschein gefördert. Während die Ausbildung zum Betreuungsassistenten mit ca. 250 Unterrichtseinheiten und einem notwendigen Praktikum in wenigen Wochen absolviert ist, dauert die Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer etwa ein Jahr. Heilerziehungshelfer begleiten und unterstützen die ihnen anvertrauten behinderten Menschen mit dem Ziel, diese zur Selbstständigkeit zu erziehen. Da die Pflege von geistig und körperlich behinderten Menschen eine große Herausforderung ist, werden bevorzugt Quereinsteiger eingestellt, die bereits Erfahrungen in der Pflege mitbringen.

Langfristig bessere Chancen mit klassischer Ausbildung

Für den beruflichen Quereinstieg ins Gesundheitswesen kann es sich auch lohnen, Kontakt zum örtlichen Krankenhaus aufzunehmen. Jobangebote gibt es dort häufig für Krankenpflegeassistenten, Stationshilfen, Patientenbegleiter und Sterilisationsassistenten bis hin zu Rettungsdiensthelfern. Auch hier ist die Ausbildungsdauer überschaubar. Jedoch sind nicht immer die kürzeren Helferausbildungen auch langfristig sinnvoll. Wer sich von vornherein für eine klassische dreijährige Ausbildung als Pflegefachkraft entscheidet, hat später bessere Aussichten auf einen Job und höhere Bezahlung. „Ältere“ Azubis sind in diesem Bereich übrigens keine Seltenheit. Als Hilfskraft steht man zwar deutlich schneller in Lohn und Brot, verdient aber deutlich schlechter und kann nur selten eigenverantwortlich arbeiten.

Praktika oder Bundesfreiwilligendienste bereiten optimal vor

Egal mit welcher Ausbildung Sie den Grundstein für Ihren Quereinstieg in einen Sozial- oder Pflegeberuf legen, Sie sollten sich vorher gründlich informieren und mit Ihrer neuen Tätigkeit auseinandersetzen. Die Arbeitsagentur bietet kostenlose gesundheitliche und berufspsychologische Tests an, mit denen Quereinsteiger herausfinden, ob sie für einen Pflegeberuf geeignet sind. Praktika sind natürlich die beste Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten und Ambitionen in dieser sehr kräftezehrenden Branche zu testen. Wer sich erst noch orientieren will oder auch nur eine Auszeit von seinem normalen Job nehmen möchte, kann sich für einen Bundesfreiwilligendienst bewerben. Dieser macht sich später nicht nur gut im Lebenslauf, sondern bietet auch die Gelegenheit herauszufinden, ob man in den sozialen Bereich passt.


Quelle: www.quer-einstieg.de, www.soziale-berufe.com

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