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Warum ist das Anschreiben so bedeutend für die Bewerbung?

Sie haben ungefähr fünf Minuten Zeit, um eine völlig fremde Person von sich zu überzeugen. Nicht etwa mit Ihrem guten Aussehen oder unwiderstehlichen Charme, sondern mit Ihrer Bewerbung. Laut der „Workplace Survey 2010“ des Personaldienstleisters Robert Half entscheiden 67 Prozent der deutschen Personalverantwortlichen in fünf bis maximal zehn Minuten, ob die Bewerbung einen zweiten Blick lohnt oder nicht. Das Anschreiben besitzt dabei einen besonders hohen Stellenwert. Es ist quasi der erste Eindruck, den Sie beim Personaler hinterlassen. Findet er bereits hier Rechtschreibfehler, austauschbare, nichtssagende Phrasen und Worthülsen, reserviert er Ihnen sofort einen Platz auf der Absagenliste. Niemand erwartet ein literarisches Meisterwerk von Ihnen, wohl aber einen sicheren Umgang mit der deutschen Sprache und Rechtschreibung sowie einen individuellen Bewerbungstext.

Was gehört in das Anschreiben?

  • Absender, Empfänger sowie Ort- und Datumsangabe
  • Überschrift oder Betreff-Zeile
  • Anrede
  • Eigene Stärken und Qualifikationen, die relevant für die Stelle sind
  • Die wichtigsten Stationen Ihres beruflichen Werdegangs
  • Persönlicher Bezug zum Unternehmen / Aufgabenbereich
  • Gehaltsvorstellung, falls in der Ausschreibung gefordert
  • Möglicher Arbeitsbeginn, falls gefordert
  • Aufforderung zu einem persönlichen Gespräch
  • Grußwort und Unterschrift
  • WIE sollte ein Anschreiben aufgebaut sein?

Der erste Satz ist der wichtigste und daher auch der schwerste. Vermeiden Sie Floskeln wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ oder „Hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen um die Stelle XY“. Dass Sie lesen und schreiben können, darf der Personaler wohl voraussetzen. Überlegen Sie lieber, welche persönliche Stärken oder Qualifikationen sein Interesse wecken könnten und beginnen Sie damit. Belegen Sie diese anhand von konkreten Erfahrungen. Dabei können Sie geschickt Bezug zu den Anforderungen in der Stellenausschreibung nehmen. Den zweiten Absatz widmen Sie Ihrem beruflichen Werdegang in umgekehrter Chronologie. Beschränken Sie sich aber auf die zwei oder drei Stationen, die für Ihre Bewerbung am aussagekräftigsten sind. Einen kompletten Lebenslauf findet der Personaler ja ohnehin in Ihren Unterlagen. Zum Schluss begründen Sie glaubwürdig, warum Sie sich gerade bei diesem Unternehmen bewerben. „Weil Ihre Firma Marktführer bei der Herstellung von XY ist“, ist dabei kein überzeugendes Argument. Überlegen Sie stattdessen, welchen persönlichen Bezug Sie zu diesem Unternehmen, seinen Produkten oder seinen Märkten haben. Sollte es in der Stellenanzeige gefordert sein, informieren Sie den Personaler am Ende des Anschreibens über Ihre Gehaltsvorstellungen und den möglichen Zeitpunkt Ihres Eintritts. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen dürfte.“ Auch wenn Sie sonst eher zu Bescheidenheit neigen, im Anschreiben müssen Sie sich bestmöglich vermarkten können und daher selbstbewusst auftreten. Besser ist also: „Über die Einladung zu einem Gespräch freue ich mich sehr“.

Wer soll Ihr Anschreiben lesen?

Adressieren Sie Ihre Bewerbung und damit Ihr Anschreiben wenn möglich immer an einen konkreten Ansprechpartner. Kennen Sie den Namen nicht, können Sie kurz telefonisch beim Unternehmen nachfragen. Achten Sie unbedingt auf die richtige Schreibweise, auch beim Firmennamen und der Adresse. Bei fehlerhafter Schreibweise zieht der Personaler schnell Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise.

Wo gehört das Anschreiben hin?

Bei postalischen Bewerbungen ist das Anschreiben das erste Dokument, das der Personaler zu sehen bekommt. Lebenslauf, Dritte Seite, Zeugnisse und Arbeitsproben reihen sich danach ein. Bei E-Mail-Bewerbungen ist das Anschreiben der Text Ihrer Mail. Alle anderen Unterlagen werden als Attachments mitgeschickt. Sie haben aber die Möglichkeit, auch das Anschreiben als formatierten Anhang mitzusenden, zusätzlich zum E-Mail-Text. Bildquelle: © Feng Yu – Fotolia.com

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