Öffnung des Arbeitsmarktes nach Osten

Rund 1,2 Millionen Zuwanderer bis 2020

Deutschland ist damit neben Österreich das letzte EU-Land, dass die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährt. Laut Schätzungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) werden maximal rund 1,2 Millionen Menschen im Erwerbsalter voraussichtlich bis 2020 aus den mittel- und osteuropäischen Staaten nach Deutschland einwandern. Deutsche Beschäftigte sind dennoch misstrauisch: Rund 40 Prozent fürchten laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Köln Consult, die Arbeitnehmerfreizügigkeit könnte sich negativ auf ihren Job auswirken. Das IW sieht das Ganze positiver: Gerade jetzt im Aufschwung könnten Migranten aus Mittel- und Osteuropa helfen, den zusätzlichen Arbeitskräftebedarf zu decken und den einen oder anderen Engpass zu überbrücken. Kann das funktionieren? Das IW führt das Beispiel Großbritanniens an. Dort wurden die Grenzen direkt 2004 nach dem EU-Beitritt der neuen Mitglieder geöffnet und die Insel avancierte damit zum Ziel Nummer eins der osteuropäischen Zuwanderer, die Mitte des Jahrzehnts zum Wirtschaftsboom in Großbritannien beitrugen.

Viele osteuropäische Fachkräfte sind schon woanders

Für Arbeitnehmer aus den EU-8-Staaten gibt es sicherlich wichtige persönliche Anreize um in Deutschland zu arbeiten, denn es bestehen unter anderem immer noch erhebliche Verdienstunterschiede. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wohnten und arbeiteten im Jahr 2010 daher bereits rund 425 000 Staatsbürger der EU-8-Länder in Deutschland. Fast drei Viertel davon (315 000) kamen aus Polen. Doch ob unser Fachkräftemangel damit gleich gelöst wird, bleibt fraglich. Wie die FAZ berichtet, sind viele gut ausgebildete Osteuropäer, darunter etwa Ärzte, Pfleger, Ingenieure und Handwerker, bereits in anderen EU-Ländern untergekommen, die schon 2004 die Grenzen geöffnet haben. Also werden jetzt die osteuropäischen Fachkräfte nicht in Scharen nach Deutschland kommen. Deutsche Unternehmen müssen ihnen Anreize bieten, gerade hier zu arbeiten. Bildquelle: Ayla87, sxc.hu

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