In diesem Beitrag erklärt der Karriereexperte Cornel Müller, wie man sich am besten in den Job einarbeiten kann. Wenn Sie einen Job in einem fremden Land annehmen, ist das oft noch schwieriger. Daher sind diese Tipps zugleich auch die wichtigsten ersten Schritte im interkulturellen Business-Alltag.

Alle Lernmöglichkeiten nutzen

Nutzen Sie alle Lernmöglichkeiten, die sich bieten. Wenn es Einführungsveranstaltungen für neue Mitarbeiter gibt, nehmen Sie unbedingt daran teil. Auch Besprechungen, Gespräche mit Ihrem Chef oder schlichte Erklärungen der Kollegen können dazu beitragen, dass Sie sich schneller einarbeiten. Aufmerksamkeit spielt hier eine große Rolle, machen Sie sich Notizen und wiederholen Sie die neu erarbeiteten Themen für sich noch einmal. Nutzen Sie sämtliche Informationsquellen (Mitarbeiterzeitschrift, Intranet, Handbücher usw.), um möglichst viel über Ihr neues Unternehmen und Ihre eigenen Aufgaben zu erfahren

Fragen stellen

Fragen Sie nach – aus Interesse und um sicher zu gehen, dass Sie wirklich alles verstehen. Sie sollten lieber einmal mehr fragen, als Fehler zu begehen. Fragenstellen ermöglicht, schneller selbstständig zu arbeiten. Außerdem signalisieren Sie so, dass Sie interessiert sind, Unklarheiten zu beheben.

Qualitativ gute Leistungen

Leisten Sie gute Arbeit bei dem, was Sie anpacken. Es ist unabdingbar, von Anfang an auf die Qualität Ihrer Arbeit zu achten. Nur so ist gewährleistet, dass Sie Vertrauen und einen guten Ruf bei Vorgesetzten und Kollegen erwerben können. Zudem unterstützt es Ihre eigene Zufriedenheit.

Weiter denken

Zeigen Sie auch Interesse an der Arbeit Ihrer Kollegen. Fragen Sie sie nach deren Aufgaben und finden Sie heraus, wie diese Tätigkeiten zu Ihrem eigenen Job stehen. Dies ermöglicht Ihnen, Zusammenhänge viel besser zu erkennen.

Interesse an anderen

Darüber hinaus sollten Sie Interesse an den Menschen im Unternehmen um sich herum hegen. Vergessen Sie nicht, dass Sie nicht mit Maschinen, sondern mit menschlichen Lebewesen zusammen arbeiten – offene und unverkrampfte Beziehungen zu anderen sind eine wesentliche Voraussetzungen dafür, um gut und effektiv zusammenzuarbeiten. Lassen Sie sich auf Gespräche ein und erzählen Sie etwas über sich selbst. Achten Sie darauf, dass Sie dabei nicht zu sehr ins Private gehen. Gehen Sie auch von sich aus mal auf Ihre neuen Kollegen zu und fangen Sie Gespräche an. Denken Sie daran, dass auch Zuhören eine Kunst ist. Besonders wegen der unterschiedlichen Kulturen müssen Sie darauf achten, dass es nicht zu Missverständnissen kommt. Daher ist mehr Konversation manchmal besser.

Hilfsbereit sein

Seien Sie hilfsbereit. Selbstverständlich sollen Sie Ihre eigenen Aufgaben gut erledigen. Gerade in der Einlernphase gibt es allerdings oft „Zwangspausen“, in denen Sie nichts arbeiten können. In solchen Situationen können Sie sehr wohl anderen Leuten unter die Arme greifen und ihnen bestimmte Aufgaben abnehmen. Seien Sie sich nicht zu schade für Routinearbeiten oder andere Tätigkeiten, die nicht in Ihr Tätigkeitsfeld gehören!

Um Feedback bitten

Beweisen Sie, dass Sie wirklich möglichst schnell möglichst gut werden möchten. Das bedeutet, dass Sie Ihren Chef, Ihren Einlerner und gegebenenfalls Ihre Kollegen um ein Feedback fragen sollten. Das zeigt, dass Sie sich für den Eindruck interessieren, den andere von Ihnen haben. Diese Initiative gibt Ihnen außerdem Informationen darüber, ob Sie sich angepasst verhalten im Bezug auf die kulturellen Unterschiede. Fragen Sie explizit nach Ihrem Verhalten, wenn die Sprache nicht darauf kommt.

Lernen, mit Fehlern umzugehen

Fehler macht jeder – lernen Sie aus Ihren Fehlern. Fehler lassen sich gerade in der Einstiegsphase einfach nicht vermeiden. Von essentieller Bedeutung ist, dass Sie Fehler nicht unter den Tisch kehren oder stillschweigend übergehen, sondern sofort zugeben und korrigieren. Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, den andere für Sie ausbaden müssen ist es wichtig, dass Sie sich bei der betreffenden Person dafür entschuldigen.

Respektieren des Status Quo

Zu Beginn wird Ihnen sicherlich einiges unbekannt oder komisch vorkommen. Es kann sein, dass Sie bestimmte Dinge ganz anders anpacken würden. Bitte nutzen Sie dies nicht als Grund, zu kritisieren oder in besserwisserischer Manier zu verkünden, dass es viel besser und vernünftiger wäre, wenn man dieses und jenes so und so erledigen würde. Hören Sie erstmal zu und versuchen Sie zu verstehen, wieso die Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren. Bauen Sie ein Bild auf von einer fachlich guten bzw. einem fachlich guten sowie vertrauenswürdigen und engagierten Mitarbeiterin oder Mitarbeiter auf. Die Zeit für konstruktive Verbesserungsvorschläge kommt erst später, wenn Sie dieses stabile Fundament gelegt haben.

 


Cornel Müller, Unternehmer, FH-Dozent und Buch-/CD-Autor; Mitgründer der x28 AG, seit 1992 spezialisiert auf Arbeitsmarkt-Tools und -Services für Unternehmen und Stellensuchende; www.jobsucher.ch und www.jobagent.ch wurden u.a. zu den 200 besten Websites der Schweiz gewählt; www.neuorientierung.ch umfasst Wissenswertes und Wertvolles für Menschen in der beruflichen Neuorientierung; für Arbeitgeber und Personaldienstleister bietet die x28 AG semantische Such- und Matching-Tools an.

 

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