Vier Alternativen zur Kantine

20 Minuten unter Strom – EMS-Training

Rückenschmerzen, Ihr Gewebe lässt Sie hängen und was ist überhaupt Kondition? Ein Fitnessstudio wäre in diesem Fall eine gute Wahl. Aber nach den obligatorischen Überstunden hat man weder Zeit noch Kraft für und manchmal eben auch keine Lust auf den Stepper, die Hantelbank oder andere sportliche Foltergeräte. Wem es so geht, sollte durchaus in Erwägung ziehen, die eine oder andere Mittagspause zur körperlichen Ertüchtigung zu nutzen – zum Beispiel durch Elektrische Muskelstimulation (EMS). EMS-Training wird mittlerweile in vielen Physiotherapie- und Fitnessstudios angeboten und funktioniert folgendermaßen: Sie ziehen spezielle mit großflächigen Elektroden versehene Kleidung an, über die die gesamte Oberkörper-, Bein- und Gesäßmuskulatur mit niederfrequentem Reizstrom aktiviert werden kann. Normalerweise gibt unser Gehirn durch bioelektrische Impulse Muskeln den Befehl zu kontrahieren. Die Elektromuskelstimulation verstärkt diesen Effekt und die Muskelkontraktion ist intensiver als beim herkömmlichen Training. Das verschafft einen immensen Zeitgewinn und macht EMS so perfekt für die Mittagspause. Mit nur 20 Minuten EMS-Training kann die gleiche Leistungsverbesserung erreicht werden wie mit drei bis fünf Stunden herkömmlichem Training. Studien der Universität Bayreuth belegen sogar, dass regelmäßiges EMS-Ganzkörpertraining Rückenschmerzen zu 88 Prozent mindert und chronischen Beschwerden entgegenwirkt.

Lunch Beat – Tanzend zu Tisch

Ein völlig neuer Trend für die Mittagspause kommt aus Schweden. Als Molly Ränge im Juni 2010 vierzehn Tanzwütige zum ersten „Lunch Beat“ in einer Stockholmer Tiefgarage begrüßte, ahnte sie wohl nicht, dass sie damit eine völlig neue Tanzbewegung auslöste. Mittlerweile hopsen nicht nur Bankangestellte, Unternehmensberater, Bauarbeiter oder Erzieherinnen in ganz Schweden in der Mittagspause zu hippen DJ-Beats übers Parkett; die Welle schwappt über. Jeder, der will, kann so einen Mittagspausen-Tanz organisieren – sofern er sich an das Manifest auf der Lunchbeat-Website hält: kein Alkohol, kein Jobgequassel, ein gesundes Mittagessen, Wasser umsonst und 60 Minuten tanzen, tanzen, tanzen. Inzwischen schwingen in Schweden 300 Menschen aus sämtlichen Berufsgruppen während des monatlichen Lunch Beats das Tanzbein. Gute Laune ist bei dieser außergewöhnlichen Pausengestaltung vorprogrammiert. Stress wird einfach weggetanzt und der Rest des Arbeitstages beginnt mit neuem Schwung und Energie.

Abtauchen – Entspannung total beim Floating

Wer in der Mittagspause lieber völlig abschalten möchte, sollte baden gehen. Besser gesagt: „floaten“. Beim Floating treiben Sie scheinbar schwerelos in einem mit körperwarmem Salzwasser gefüllten, überdimensionalen Ei. Sie hören nichts, Sie sehen nichts und nach einer Weile spüren Sie auch den Übergang zwischen Luft und Wasser nicht mehr. Sämtliche Sinneseindrücke sind ausgeschaltet. Wer sich auf die extreme Situation einlassen kann, wird die Vorzüge schnell schätzen lernen. Das Solebad im Tank hat nachweisbar positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Es lindert Hautprobleme, bekämpft Rückenschmerzen und beugt Herz-Kreislauferkrankungen vor. Zudem baut es Stress und Anspannung ab. Das Schweben regt den Körper zur Freisetzung von Endorphinen an und vermittelt ein Gefühl der Euphorie. Circa 60 Minuten treiben Sie allein mit Ihren Gedanken im Nirvana. Daher sollten Sie für eine dermaßen entspannende Mittagspause mindestens 90 Minuten einplanen, bevor Sie euphorisch und stressfrei zum Arbeitsplatz zurückkehren.

Süße Träume – Powernapping bringt neue Energie

Schlafmediziner und Neurowissenschaftler werden nicht müde zu erwähnen, dass bereits 20 bis 30 Minuten Schlaf tagsüber eine enorm positive Wirkung auf unsere Leistungsfähigkeit haben. Zahlreiche Studien belegen: Wer das tägliche Performance-Tief, das uns meist zwischen 13 und 15 Uhr heimsucht, nutzt, um ein paar Minuten zu schlafen, ist danach aufmerksamer, belastbarer und leistungsfähiger. Auch bei akutem Stress kann ein kurzes Schläfchen helfen. 45 Minuten reichen aus, um nach einer Stressphase Stresshormone abzubauen und den Blutdruck schneller wieder zu normalisieren. Wichtig ist, dass Sie dann schlafen, wenn Ihnen Ihr Körper die entsprechenden Signale gibt (mangelnde Konzentration, häufiges Gähnen, sinkende Körpertemperatur). Sie brauchen Ruhe, um einschlafen zu können. Wenn in Ihrer Firma kein entsprechender Ruheraum zur Verfügung steht, arrangieren Sie sich mit den Kollegen oder verwenden Sie Ohrstöpsel. Auch Kopfhörer mit entspannender Musik können helfen. Achten Sie auf eine bequeme Schlafposition, damit Sie nicht verspannt wieder aufwachen und stellen Sie den Wecker! Bildquelle: © Picture-Factory – Fotolia.com 

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