Soziale Kompetenzen

Welche sozialen Kompetenzen sind heute gefragt?

Früher waren Kompetenzen wie zuverlässiges Arbeiten, Loyalität oder genaues Arbeiten gefragt. Dann kam die Phase der Kompetenzen Teamfähigkeit, selbstständiges Arbeiten, Präsentationsfähigkeit hinzu. Nun sind weitere dazugekommen: Lösungsorientiertes Denken, selbstorganisiertes Arbeiten, Verständnis für komplexe Vorgänge, Schnelligkeit, (interkulturelle) Kommunikation, Entscheidungs- und Veränderungskompetenz und auch Stressresistenz. Dahinter verbergen sich unterschiedliche soziale Kompetenzen und die werden teilweise im strukturierten Bewerbungsinterview ermittelt, teilweise auch durch psychologisch fundierte Potentialanalysen.

Familiäre Sozialisation ist entscheidend

Wer diese sozialen Kompetenzen also nicht mitbringt, kommt häufig nicht weit im Bewerbungsprozess. Kann man aber Kompetenzen wie Stressresistenz und Veränderungskompetenz erlernen? Ob man Kompetenzen nur leicht oder schwer bzw. nicht mehr erlernen kann, hängt von dem eigenen Selbst- und Fremdbild ab, das primär in der familiären Situation gebildet wird. Wurden Sie als Person mit Ihren Stärken und Schwächen gesehen? Durften Sie der oder diejenige werden, die Sie vom Naturell her sind? Erhielten Sie Förderung für Ihre Stärken, erhielten Sie auch Grenzen, um sich zu spüren und zu reiben? Was erlebten Sie als Vorbild, wenn Ihre Eltern Veränderungen durchlebten? Waren diese eine Bedrohung oder eine Chance? Wie gingen Ihre Eltern mit Kritikfähigkeit um?

Voraussetzung ist ein ausgeglichenes Selbstbild

Im Laufe des Erwachsenenlebens haben wir die Chance, gewisse Verhaltenskompetenzen zu lernen und zu vertiefen, teilweise im Einzelcoaching und in Workshops. Basis dafür sind Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstbeobachtung und Eigenverantwortung. Wenn diese grundlegenden Kompetenzen vorhanden sind, hat man nach Thomas A. Harris die Haltung „Ich bin o.k. – du bist o.k.“. Mit dieser Haltung geht man wertschätzend mit sich selbst und anderen um. Somit sind weitere soziale Kompetenzen leichter erlernbar, da sie reflektiert und auf die jeweilige Person abgestimmt werden können, zum Beispiel Kritik-und Kommunikationsfähigkeit, Anwendung von Gesprächstechniken, Selbstpräsentation, Selbstdarstellung. Aber auch der Umgang mit ständigen Veränderungen, die Arbeit an seinen eigenen Stressantreibern ist möglich- eben durch die Selbstreflektion, die vorgenommen werden kann, ohne dass man an sich als Person zweifelt. Je weniger ausgeglichen das Selbstbild ist, nach dem Motto: „Ich bin o.k. – du bist nicht o.k.“, wird es schwieriger soziale Kompetenzen zu vertiefen. So ist es zum Beispiel kaum möglich, einer Führungskraft, die bisher autoritär geführt hat, einen situativen Führungsstil zu vermitteln, der zwischen autoritärem und kooperativen Führungsstil als Instrument für die Motivation der Mitarbeiter unterscheidet und auch die Kompetenz des Großmutes besitzt. Auch bei der Haltung „Ich bin nicht o.k., die anderen sind auch nicht o.k.“, braucht das Erlernen von neuen Kompetenzen mehr Zeit, zum Beispiel wird es dann schwer Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Eigenverantwortung oder Lösungsorientierung zu vertiefen.


Über Petra Perlenfein Petra Perlenfein ist Mitglied bei den KarriereExperten.com. Die Diplom-Verwaltungswirtin (FH, Arbeitsverwaltung), systemische Familientherapeutin und Inhaberin der Petra Perlenfein Karriereakademie nutzt bei Ihrer Arbeit ihre umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen aus ihrer langjährigen früheren Tätigkeit bei der Bundesagentur für Arbeit. Bei der Neuplatzierung von Fach- und Führungskräften und Ungelernten feiert sie regelmäßig nachhaltige Erfolge. Auch für die Themen Konzeption von neuen Sales-Strategien, Ouptlacement- und Karriereberatung, Personal- und Organisationsentwicklung sowie Gesundheitsmanagement ist sie die richtige Ansprechpartnerin. Bildquelle: © Aldo Murillo – iStockphoto.com

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