Initiativbewerbung

Wissen Sie, was Sie zu bieten haben?

„Ich empfehle Bewerbern immer, sich zunächst einmal über die eigenen Kenntnisse und persönlichen Stärken klar zu werden und wie sie diese bei einem Unternehmen einbringen können“, sagt Doris Brenner. Diese Standortbestimmung der eigenen Qualifikationen, Möglichkeiten und Zielen thematisiert sie auch in ihrem Karriereratgeber „Gut sein allein genügt nicht“. „Je genauer Sie sich kennen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Erfolg mit einer Initiativbewerbung haben werden“, meint Brenner. Im nächsten Schritt folgt dann die Recherche nach passenden Unternehmen. Wenn Sie bereits viel Erfahrung in einer bestimmten Branche haben, dann sind Unternehmen dieser Branche meist passender. „Der Bezug zu einem Unternehmen lässt sich auch über bestimmte Aufgaben und Schwerpunkte herstellen“, sagt Doris Brenner.

Kontakt zum Wunschunternehmen herstellen

Aber wie gehen Sie nun bei der Bewerbung vor, wenn Sie ein paar Unternehmen identifiziert haben, bei denen Sie gern arbeiten würden? „Die beste Bewerbung ist die, die nach einem ankommt“, sagt Bewerbungstrainerin Brenner. Das heißt, Sie müssen vorher den Kontakt zum passenden Ansprechpartner herstellen und sich anschließend in Ihrer Bewerbung auf diesen Kontakt beziehen. Um den richtigen Kontakt zum Wunschunternehmen zu finden, kennt man im Idealfall bereits jemanden, der dort arbeitet und als Türöffner zum Unternehmen dienen kann. Wenn das nicht der Fall ist, kann man über verschiedene Wege einen Kontakt finden. Doris Brenner rät, in sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn den Namen des Unternehmens einzugeben, über die Mitarbeiterliste mit jemandem Kontakt aufzunehmen und offen zu sagen, dass man sich für das Unternehmen interessiert. Eine weitere Möglichkeit: „Schauen Sie, wo Menschen aus dem Unternehmen öffentlich auftreten, etwa auf Tagungen, Veranstaltungen oder als Autoren von Fachartikeln“, erklärt Brenner. „Überlegen Sie sich dann einen inhaltlichen Anknüpfungspunkt und gehen Sie auf diese Person zu.“ Ebenfalls wirkungsvolle Kontakte zu interessanten Unternehmen lassen sich über Berufsverbände oder Branchennetzwerke knüpfen. „Als Mitglied einer solchen Gesellschaft haben Sie einen Vertrauensvorschuss und können gut auf andere Mitglieder zugehen“, so Brenner.

Über die passgenaue Bewerbung die eigene Stelle schaffen

Wenn Sie erfolgreich den Kontakt zu einer Person aus dem Unternehmen hergestellt haben und in Gesprächen vielleicht sogar den Personalbedarf des Unternehmens herausgefunden haben, können Sie nun endlich Ihre Initiativbewerbung schreiben. Über Ihre Kontaktperson können Sie noch den passenden Empfänger erfahren, denn der Weg über die Fachabteilungen ist meist erfolgversprechender als über die Personalabteilung. „So können Sie sich als Bewerber Ihre eigene Stelle schaffen. Vielleicht wird dem Verantwortlichen bewusst, dass genau jemand wie Sie gebraucht wird, wenn Sie mit Ihrer passgenauen Bewerbung an die Tür klopfen“, meint Doris Brenner. Verabschieden Sie sich also von der Methode, so viele Bewerbungen wie möglich an die unterschiedlichsten Unternehmen zu schicken. „Bei einer zielgerichteten, professionellen Initiativbewerbung, in die man viel Rechercheaufwand investiert hat, besteht eine attraktive Erfolgschance, zumindest in ein Gespräch zu kommen“, meint Karriereexpertin Brenner. „Bei fünf gut recherchierten Bewerbungen dieser Art ergibt sich durchschnittlich ein erfolgreicher Kontakt. Daraus kann sofort oder aber auch erst später ein neuer Job entstehen.“ Ein Beitrag von Stephanie Thun Buchtipp: Doris Brenner, Frank Brenner: „Gut sein allein genügt nicht – Wie Sie im Job den Erfolg haben, den Sie verdienen“, Haufe Verlag 2008, 192 Seiten, € 19,80, ISBN 978-3-448-09069-7 Mehr Informationen zum Angebot von Doris Brenner finden Sie auch auf http://www.karriereabc.de/ Bild: © Adam Gregor – Fotolia.com

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