Mangelnde Lese- und Schreibkompetenzen einer der Hauptgründe für anhaltende Arbeitslosigkeit

Kostenlose Informationen über Lernangebote

Um zum nachträglichen Erwerb der Schriftsprache zu motivieren, führt der Bundesverband Alphabetisierung eine Kampagne durch, die sich an Betroffene wendet. Anlaufstelle ist das Alfa-Telefon. „Viele leiden unter dem Stigma, nicht richtig lesen und schreiben zu können und nutzen zunächst diese Möglichkeit, um sich anonym zu informieren. In der Telefonberatung werden sie ermutigt, entsprechende Kurse zu besuchen“, sagt Peter Hubertus, Geschäftsführer des Verbandes. Das Hilfsangebot unter 0800-53 33 44 55 ist kostenlos. Anrufer erhalten Informationen über Lernangebote in ihrer näheren Umgebung und können auf Wunsch mit regionalen Ansprechpartnern verbunden werden. Da dieses Hilfsangebot nicht über öffentliche Gelder finanziert wird, ist der Verband auf Spenden angewiesen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Wie eine aktuelle Studie des Personaldienstleisters jobs in time belegt, sind über 50 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass einer der Hauptgründe, warum junge Menschen keinen Ausbildungs-, bzw. Arbeitsplatz finden, in der mangelnden Lese- und Rechtschreibekompetenz liegt. Selbst 46 Prozent der aktuellen Schulabgänger schätzen die eigene Lesefähigkeit als Haupthemmnis bei der Jobsuche ein. „Wir beklagen uns über steigenden Fachkräftemangel und übersehen, dass es oft an grundlegenden Dingen hapert“, sagt Dr. Marcus Opitz, Geschäftsführer der jobs in time holding GmbH. „Als Wirtschaftsunternehmen sind wir in der Verantwortung, jungen Menschen zu helfen, sich eine Perspektive zu erarbeiten und bei der Ausbildung zukünftiger ‚Young Professionals’ aktiv zu sein. Auch in unserem eigenen Interesse“, ergänzt Opitz.

Das Tor zu einer neuen Welt: Lesen und Schreiben

Auch ältere Menschen haben mit den Angeboten des Bundesverbandes die Möglichkeit, ganz neue Wege zu gehen. Uwe Boldt zum Beispiel. Der 51-jährige Lüneburger arbeitet als Kranführer im Hamburger Hafen. „Mit der Zeit gehörten immer mehr administrative Aufgaben zu meiner Tätigkeit, die ich ganz einfach nicht bewältigen konnte. Irgendwann war es mir zu peinlich, für jede schriftliche Meldung einen Kollegen fragen zu müssen“, so Boldt. Seit fünf Jahren nimmt er an einem Lese- und Schreibprogramm teil und geht mit dem Thema ganz offen um: „Es ist traurig, wenn man nicht lesen kann. Aber es ist keine Schande, denn man kann es jederzeit lernen!“ Bildquelle: Cieleke – sxc.hu

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