Der Sumpfschlumpf schlumpft sich durch den Schlumpfsumpf, während Bierbrauer Bauer braunes Bier braut. Im Kampf gegen das Stottern und Lispeln sind Zungenbrecher oft hilfreich. Der Beruf des Logopäden verlangt jedoch einiges mehr. Wir erklären Ihnen, warum Logopäden zugleich gute Mediziner, Pädagogen und Psychologen sein müssen.

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Sprachstörungen nehmen zu

Über Sprache wird nicht nur Wissen vermittelt, Sprache ist auch die Eintrittskarte in die soziale Gemeinschaft. Sie ist das wichtigste Hilfsmittel unserer Kommunikation mit anderen. Nur wer „mitreden“ kann, gehört wirklich dazu. Dass laut einer Barmer-Studie mittlerweile jedes achte Kind im Alter von fünf bis 14 Jahren mit Sprachproblemen zu kämpfen hat, dürfte Eltern alarmieren. Die Zahl der sprachgestörten Jugendlichen und Erwachsenen wird mit rund sechs Prozent eines Jahrganges angegeben. Damit gehören Sprachstörungen zu den verbreitetsten Entwicklungsstörungen überhaupt.

Reiseleiter zurück ins soziale Leben

Logopäden sind Sprachtherapeuten und für viele Betroffene so etwas wie der Reiseleiter zurück ins soziale Leben. Denn sowohl bei angeborenen oder entwicklungsbedingten Sprachdefiziten als auch bei später erworbenen Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen, z. B. in der Folge eines Schlaganfalls, Tumors oder bei fortschreitenden Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Morbus Parkinson, ALS etc. kann nur eine intensive Sprachtherapie Besserung erzielen oder einer Verschlechterung vorbeugen. Dabei fischen Logopäden nicht nur unermüdlich mit Fischers Fritze und bauen Zahnzäune auf. Sie reißen auch Barrieren zwischen ihren Patienten und deren Familien und Freunden ein.

Medizinkenntnisse und Pädagogische Fähigkeiten sind gefragt

Die Arbeit von Logopäden ist deshalb so vielfältig, weil sie Medizin, Psychologie und Pädagogik verbindet. Ihre medizinische Ausbildung ermöglicht es ihnen, anhand der Symptome die verschiedenen Störungsbilder zu erkennen und geeignete Therapiemöglichkeiten anzuwenden. Pädagogische Fähigkeiten sind gefragt, wenn es an die Umsetzung der therapeutischen Maßnahmen geht. Spezifische Übungen müssen gelehrt und Anleitungen zum selbständigen Üben gegeben werden. Dabei greifen Logopäden häufig auf Gesten und Bilder zurück, denn viele ihrer Patienten können sich kaum mitteilen. Geduld und Empathie sollte ein guter Logopäde dafür im Überfluss haben.

Angehörige einbeziehen

Sprachstörungen betreffen nicht nur den Patienten selbst, sondern auch sein soziales Umfeld. Die Kommunikation mit Partnern, Eltern, Geschwister und Freunden ist gestört und das verursacht im Alltag häufig Konfliktsituationen. Deshalb müssen Logopäden auch die Angehörigen in die Therapie einbeziehen. Der Beruf der Logopäden verlangt daher nicht nur ein umfassenden theoretischen und fachlich-praktisches Wissen sowie spezifische, therapeutische und psychotherapeutische Kompetenzen, sondern auch ausgeprägte soziale und kommunikative Fähigkeiten.

Doch auch um den nötigen „Papierkram“ kommt kein Logopäde herum. Sein Handeln muss jederzeit für Dritte wie zum Beispiel verordnende Ärzte und Krankenkassen, transparent und nachvollziehbar sein. Das verlangt eine lückenlose und sorgfältige Dokumentation der einzelnen Behandlungsprozesse zum Beispiel durch Berichte, Planungen und Protokolle.

Selbständig oder angestellt

Reich wird man als Logopäde nicht und auch die Jobchancen sind regional sehr verschieden – im ländlichen Raum besser als in Ballungsgebieten. Logopädische Behandlungen werden von einem Arzt verordnet und die Krankenkasse legt fest, wie viel Therapie pro Behandlung angesetzt werden darf. Eigene Preise dürfen Logopäden daher nicht erheben. Berufsanfänger verdienen etwa 2.000 Euro brutto. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt dann leicht an. Während sich einige Logopäden mit einer eigenen Praxis selbständig machen, arbeitet die Mehrzahl im Angestelltenverhältnis in Kliniken, Rehabilitationszentren, Logopädie- oder psychologischen Praxen.

Aufnahmeprüfungen an Berufsfachschulen sind üblich

Die Ausbildung zum Logopäden erfolgt an einer der rund 70 staatlichen und privaten Berufsfachschulen für Logopädie in Deutschland. Die dreijährige Ausbildung kann mit Realschulabschluss, Fach- oder Fachhochschulreife oder Abitur begonnen werden. Auch mit Hauptschulabschluss und einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung ist die Aufnahme an einer logopädischen Berufsfachschule möglich. Neben den schulischen Voraussetzungen und einwandfreien sprachlichen Fähigkeiten verlangen viele Schulen ein Attest über das einwandfreie Seh- und Hörvermögen der Berufsanwärter. Auch Aufnahmeprüfungen, um für die Ausbildung zum Logopäden zugelassen zu werden, sind üblich.

Berufsausbildung oder Studium oder beides?

Alternativ oder fortführend zur Berufsausbildung ist auch ein Hochschulstudium mit einem Bachelor oder Master in Logopädie möglich. Das Studium kann sowohl ausbildungsintegrierend oder berufsbegleitend erfolgen. In der ersten Variante ist die Ausbildung in das Bachelor-Studium integriert – das heißt zu einem bestimmten Zeitpunkt, nach sechs oder acht Semestern, legt der Student die Zulassungsprüfung zum Logopäden ab und erhält am Ende des Studiums zusätzlich den Bachelor-Titel. Berufsbegleitende Studiengänge können zum Beispiel auch Lehrlogopädie oder Therapiewissenschaften sein. In der Regel verhilft ein akademischer Abschluss später zu verantwortungsvolleren (Leitungs)Positionen und einem höheren Gehalt.

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