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Studie der ManpowerGroup, dass 15% der befragten Arbeitnehmer 2016 eine Bewerbung bei einem anderen Arbeitgeber anstreben (2013 waren es noch 13%). 9% wollten mehr Networking betreiben (2013 waren es 5%). Diesen sich verschiebenden Interessen entsprechend gibt es heute in Deutschland eine ganze Reihe von Messen, die sich voll und ganz dem Zweck verschrieben haben, das Knüpfen von Kontakten zu ermöglichen.

Recruiting Messen Deutschland

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was man eigentlich genau hinter dem Begriff „Recruiting Messe“ zu verstehen hat und welche Idee sich dahinter verbirgt. Dabei ist das Konzept zunächst sehr einfach: große und kleine Unternehmen betreiben auf der Messe einen Stand, um junge Arbeitskräfte und Talente auf sich aufmerksam zu machen und um sich mit diesen auszutauschen. Einige der größten Recruiting Messen in Deutschland sind zum Beispiel die in Berlin-Tempelhof stattfindende Connecticum, der Kölner Absolventenkongress oder die in acht verschiedenen Städten stattfindende Stuzubi. An den unterschiedlichen Namen merkt man auch schon, dass sich die Messen an verschiedene Zielgruppen richten. Zunächst aber stellt sich die Frage: wieso eigentlich zu einer Jobmesse fahren, wenn man auch einfach Bewerbungen schreiben und Fragen per Email stellen kann?

Die größten Vorteile von Recruiting Messen

Für jemanden, der nach einem geeigneten Unternehmen für die zukünftige Karriere sucht, haben Recruiting Messen zwei ganz entscheidende Vorteile gegenüber anderen Wegen, sich über Unternehmen zu informieren: 1. Direkter Kontakt Kein noch so gutes Bewerbungsschreiben kann wirklich vermitteln, welche Person hinter dem Schreiben steckt. Ob sie charmant, schlagfertig oder humorvoll ist, das sind alles Dinge, die erst im Gespräch herauskommen. Und genauso kann auch keine noch so hübsche Website ein Unternehmen in seiner ganzen Bandbreite präsentieren. Deswegen gehört der direkte Kontakt von Angestellten und Personalchefs zu den Messebesuchern zu den größten Vorteilen von Recruiting Messen. Beide Seiten bekommen hier einen Eindruck, der anders in diesem Maße nicht möglich ist. Es können direkte Nachfragen gestellt werden und man kann sich über gegenseitige Erwartungen austauschen. 2. Einen Eindruck hinterlassen In direktem Zusammenhang mit dem Kontakt mit den einzelnen Unternehmen steht, dass man mit ausreichender Vorbereitung und Recherche sofort einen guten Eindruck hinterlassen kann. Hier können sozusagen alle Elemente einer Bewerbung in einem Rutsch erledigt werden. Wer sich bereits über das Unternehmen informiert hat und klare Vorstellungen von den eigenen Erwartungen hat, kann hier schon punkten, bevor überhaupt die ersten Bewerbungsunterlagen eingereicht sind.

Welche Messe ist die richtige für mich?

Sind Recruiting Messen also hilfreich? Ja. Netzwerken auf Karrieremessen kann sich unter den richtigen Bedingungen durchaus lohnen und erfolgreich verlaufen. Zu diesen richtigen Bedingungen gehört allerdings auch, sich vorher zu informieren und über die unterschiedlichen Messen Bescheid zu wissen. Auch schon vorab Erfahrung in Sachen Recruiting Messen gesammelt zu haben, schadet natürlich nicht. Es gibt viele Jobmessen in Deutschland und die meisten sprechen verschiedene Zielgruppen an und haben besondere Stärken und Schwächen. Von der Kienbaum Executive Consultants GmbH wurde bereits 2003 eine Studie veröffentlicht, die versucht, die wichtigsten Recruiting Messen Deutschland untereinander zu vergleichen. Die Studie ist zwar nicht mehr ganz aktuell, einige Ergebnisse können aber auch heute noch zur Orientierung dienen. So gilt die Konaktiva in Dortmund nach wie vor als vor allem für Studierende interessante Messe, die mit einer großen Auswahl an Unternehmen auffahren kann. 2015 waren hier 200 ausstellende Unternehmen involviert. Demgegenüber steht die Career Venture, wo zwar weniger Unternehmen ihren Stand aufbauen, dafür sind diese aber durchweg hochwertig. Genauso sollte man beachten, dass sich zum Beispiel die Stuzubi an Studenten und Auszubildende richtet, während der Absolventenkongress – wenig überraschend – eher bereits studierte Akademiker anspricht. Weitere Beispiele sind:

  • Die Ignition: spricht vor allem Gründer und potenziell Selbstständige an.
  • Der VDI Recruiting Tag: ist eine der wichtigsten Messen für Ingenieure, technische Fach- und Führungskräfte.
  • Jobvector career day: besonders interessant für Naturwissenschaftler, Ingenieure, Mediziner und Führungskräfte in diesen Bereichen.
  • Die W3+ Fair Netzwerkmesse: speziell zum Aufbau von Netzwerken in den Bereichen Optik, Elektronik, Mechanik.
  • E-fellows.net: Master Day Business & Economics: für Bachelor Studenten und Absolventen.

Was aus dieser Liste hervorgeht und abschließend beachtet werden muss, ist, dass es auf der einen Seite sehr offene Jobmessen gibt, die vor allem eine allgemeine Orientierung bieten und auf der anderen Seite die konkreter ausgerichteten Recruiting Messen, die häufig auf bestimmte Branchen spezialisiert sind. In beiden Fällen lohnt sich ein Besuch aber auf jeden Fall, um erste Netzwerke zu knüpfen und die Möglichkeiten des Jobmarktes auszuloten. Mehr Informationen und sowie ein aktueller Messekalender: http://www.uniturm.de/magazin/messen


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