Absage

Wer bestimmt die Regeln?

Im täglichen sozialen Miteinander orientieren wir uns häufig noch immer am Leitfaden des Adolph Freiherr von Knigge. Die anerkannte, adlige Instanz schuf Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Werk „Über den Umgang mit Menschen“ erstmals praktische Lebensregeln für ein respektvolleres Zusammenleben, die in wesentlichen Teilen noch heute Gültigkeit besitzen. Doch im Unternehmen hält nicht Freiherr von Knigge das Zepter in der Hand, sondern Ihr Chef. Er bestimmt die Umgangsregeln und wacht über das Image der Firma. Dabei richtet er sich natürlich auch nach den Erwartungshaltungen der Kunden. Kaum jemand würde einen Unternehmensberater in zerfetzter Nietenjeans akzeptieren. Da die wenigsten Firmen die Richtlinien ihrer Etikette schriftlich fixiert haben, heißt es für Einsteiger erst einmal schauen und lernen.

Ist Individualität im Job fehl am Platz?

Das Befolgen der Etikette bedeutet nicht, dass die Mitarbeiter als ein Heer von Klonkriegern im Gleichschritt durch das Unternehmen wandeln. Trotz aller Regeln bleibt immer noch Raum für Individualität. Ein Beispiel. Wer sich nach einem Kleidungskodex richtet, muss ja deshalb keine Uniform anziehen. Durch die Wahl der Schnitte, Stoffe, Accessoires oder Schuhe kann jeder seine Persönlichkeit unterstreichen. Das gleiche gilt für Ihr Verhalten und Auftreten. Etikette-Trainer raten davon ab, die Umgangsregeln wie auswendig gelernt zu befolgen. Die Kunst besteht viel eher darin, sie geschickt einzusetzen und auf den eigenen Typ anzupassen. Mit gutem Benehmen wollen Sie ja Ihre Persönlichkeit nicht aufgeben, sondern unterstreichen. Doch damit das gelingt, müssen sie die Spielregeln erst einmal kennen, bevor sie virtuos mit ihnen jonglieren.

Knigge vs. Schwarzer?

Sollte die neue Marketing-Assistentin beim kollegialen Mittagessen ihrem Vorgesetzen die Tür aufhalten oder muss er ihr den Vortritt lassen? Dank der Emanzipation steht das „Ladies first“ nicht mehr in Stein gemeißelt und Männer halten Frauen nicht mehr grundsätzlich die Türen auf. Denn im Unternehmen entscheidet in erster Linie die Hierarchiestufe. Wenn die Firmenchefin einen Kunden in ein Restaurant einlädt, geht sie selbstverständlich voran und hält ihm die Tür auf. Männliche Vorgesetzte haben aber noch immer die Wahl zwischen Hierarchie und Höflichkeit. Sie dürfen die Dame als Zeichen ihrer Wertschätzung immer vorangehen lassen.

5 Knigge-Tipps für Jobeinsteiger

Pünktlich sein.

Nicht nur am ersten Tag, da aber erst recht. Denn an Ihrer Pünktlichkeit wird auch Ihre Zuverlässigkeit gemessen. Sollten Sie sich dennoch verspäten, geben Sie rechtzeitig Bescheid, so dass sich andere darauf einstellen und die Wartezeit sinnvoll nutzen können.

Bescheidenheit ist eine Zier…

Auch wenn Sie selbst große Stücke auf Ihr Können halten – bevor Sie im neuen Job die ganz großen Projekte angehen wollen, sollten Sie Ihren Kollegen zuvor die Möglichkeit geben, zum gleichen Urteil zu gelangen.

Authentisch bleiben.

Sie sind neu, niemand wird am ersten Tag Wunder von Ihnen erwarten. Wer Unsicherheiten durch jede Menge Coolness überspielt, erntet keine Sympathiepunkte. Fragen Sie lieber nach, wenn Ihnen etwas unklar ist.

Den Kollegen schmeicheln.

Der oder die Neue wird nicht immer mit offenen Armen empfangen. Seien Sie sich bewusst, dass manche Kollegen Sie zunächst als Bedrohung empfinden. In ihren Augen ist die Routine oder gar der eigene Arbeitsplatz in Gefahr. Pluspunkte sammeln Sie durch Interesse und Respekt.

Gekonntes Selbstmarketing

Natürlich müssen Sie sich am ersten Tag in großer Runde vorstellen. Damit Ihnen das Vorhaben glückt, sollten Sie sich gut vorbereiten. Bringen Sie freundlich und sachlich Ihre Kompetenzen und Erfahrungen ohne große Ausschmückung auf den Punkt. Und verkaufen Sie nicht mehr, als Sie im Stande sind zu leisten. Hier finden Sie den zweiten Teil unsere Serie.

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