Nachhaltigkeit

Arbeitnehmer in Unternehmen arbeiten, die ökologisch und sozial verantwortlich produzieren und handeln. Bei Arbeitgebern allerdings hat dieses Engagement kaum eine Priorität. Was ist Arbeitnehmern von heute bei der Wahl ihres Arbeitgebers wichtig? Dieser Frage ist die Karriereberaterin Svenja Hofert mit ihrem Internetportal Worklifestyle.net auf den Grund gegangen. Dabei stimmten 68 Prozent der Aussage „mir ist es elementar wichtig, dass die Produkte meines Arbeitgebers nachhaltig produziert werden und mein Unternehmen konsequent nachhaltig wirtschaftet“ zu. Wenn sie sich sozial einsetzen können, schauen zudem 47 Prozent nicht oder kaum auf die Uhr.

Nachhaltigkeit bei Unternehmen wenig beachtet

Der Wunsch der Arbeitnehmer steht jedoch im starken Gegensatz zum Verhalten der Arbeitgeber und zur Realität in der Arbeitswelt. Robert Haßler, CEO der oekom Research AG, schreibt im Vorwort des oekom Corporate Responsibility Reports 2014: „Auch wenn der 300. Geburtstag der Nachhaltigkeit – 1713 hatte Hans Carl von Carlowitz den Gedanken der Nachhaltigkeit erstmals für die Forstwirtschaft formuliert – publizistisch umfassend begleitet wurde, blieb das Thema im vergangenen Jahr auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene eher wenig beachtet.“ Der Anteil verantwortlich handelnder Unternehmen sei mit 0,1 Prozent kaum gestiegen, schreibt oekom. „Gestiegen ist allerdings auch der Anteil der Unternehmen, die eine schlechte Nachhaltigkeitsleistung zeigen. Er liegt aktuell bei 53,1% nach 52,3% im Jahr 2012.“ Warum klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander? „Das gesellschaftliche Klima unterscheidet sich von den gesellschaftlichen Gegebenheiten und der Arbeitswirklichkeit“, interpretiert die Karriereberaterin Svenja Hofert. „Während Arbeitnehmer soziales und nachhaltiges Engagement zunehmend positiv bewerten, hat dieses für Arbeitgeber kaum eine Priorität.“

Wunsch nach sinnvoller Arbeit wird immer stärker

Es sei deutlich spürbar, dass Menschen immer stärker nach einer Arbeit suchen, die sinnvoll ist. Viele wollten bei Unternehmen arbeiten, die die Welt besser machen, etwa in einem Social Startup oder einem NGO. „Zunehmend höre ich den Namen Ashoka, wenn von Traumarbeitgebern die Rede ist“, sagt Hofert. Dieser Trend sei in der jüngeren Generation, der so genannten Generation Y, wesentlich stärker als in der älteren. Die Karriere um jeden Preis gebe es zwar immer noch, doch gebe es mehr und mehr Aussteiger. Eine Ursache dafür sieht Hofert darin, dass die Ungleichverteilung in der Welt immer deutlicher werde und der eigene bevorzugte Status, in einem reichen Land zu leben, damit bewusster. Ein weiterer Grund liege in der Tatsache, dass Menschen eine sinnvolle Arbeit suchten und nicht mehr nur am reinen Broterwerb interessiert seien.


Worklifestyle.net analysiert die Wünsche und Werte von Arbeitnehmern. Es beinhaltet ein Analyse-Tool, mit dem sich Menschen mit ihren Präferenzen so genannten „Karrieresystemen“ zuordnen können. Das Portal wurde von der Karriereberaterin Svenja Hofert ins Leben gerufen, Autorin von „Karriere mit System“ und diversen anderen Sachbüchern. Ihr Analyse-Tool hat sie auf Basis der Arbeit mit tausenden Klienten entwickelt.

Bildquelle: © kritchanut – Fotolia.com

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