Den perfekten Chef gibt es nicht

Doch was macht einen Vorgesetzten zu einem guten Vorgesetzten? Dr. Dr. Cay von Fournier, geschäftsführender Gesellschafter des Weiterbildungsinstituts SchmidtColleg und seit 20 Jahren auf die Weiterbildung von Führungskräften spezialisiert, hat in seinem Buch „Der perfekte Chef“ die zehn wichtigsten Prinzipien guter Mitarbeiterführung beschrieben. Dabei betont er, dass es den perfekten Chef ebenso wenig gibt, wie den perfekten Menschen. Eine Tatsache, die Vorgesetzte und Mitarbeiter gleichermaßen tolerieren sollten. Erfolgreiche Führungskräfte zeichnen sich nach von Fourniers Meinung dadurch aus, dass sie Führung nicht als Privileg, sondern als Dienstleistung verstehen und sie Menschen dafür begeistern können, Ziele zu erreichen. Dies sind nach von Fournier die zehn besten Eigenschaften eines guten Chefs:

  • Ein Chef macht Fehler Menschen sind Menschen, weil sie nicht perfekt sind und ab und zu Fehler machen. Auch Führungskräfte sind davor nicht gefeit. Wichtig ist jedoch, dass sie um ihre Fehler wissen und Wege finden, wie diese Fehler behoben werden können. Fehler, richtig verstanden, führen zu einer Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und des Unternehmens.
  • Ein Chef weiß, dass es keinen perfekten Chef gibt Führungskräfte, die sich für perfekt halten – ja, solche soll es geben – beweisen allein schon mit dieser Annahme das Gegenteil. Diese Selbstüberschätzung führt letztlich zu Arroganz und einem Stillstand an persönlichem und unternehmerischem Wachstum.
  • Ein Chef verbessert sich ständig Darin liegt die Größe eines Vorgesetzten: Er verwendet die Kenntnis seiner Fehler für die persönliche Weiterentwicklung. Gute Führungspersönlichkeiten meinen nicht, „jemand zu sein“, sondern verstehen sich als „jemand, der wird“ und zwar jeden Tag ein wenig mehr.
  • Ein Chef mag Menschen Um exzellent zu sein, muss man das, was man tut, lieben. Und um exzellent zu führen, muss man Menschen lieben. Punkt. Viele so genannte Führungskräfte mögen aber nicht einmal sich selbst, geschweige denn andere Menschen. Unter solchen Umständen wird Führung nur schwer möglich sein.
  • Ein Chef steht für eine gemeinsame Leistung Ein herausragender Chef ist ein Teamspieler. Er sagt UND meint „Wir!“ und nicht „Ich!“ Er hat erkannt, dass Teamplayer mehr erreichen als Einzelspieler.
  • Ein Chef fordert Menschen Um der beste Chef zu sein, darf man sich nicht mit dem zweitbesten Ergebnis zufriedengeben. Eine erfolgreiche Führungskraft muss die Fähigkeit haben, Menschen zu Spitzenleistungen anzuregen und herauszufordern.
  • Ein Chef ist fachlich selten der Beste Deshalb hat er akzeptiert, nicht in allen Bereichen der Beste sein zu können und konzentriert sich auf seine Stärken und Hauptaufgaben.
  • Ein Chef führt auf der Grundlage von Werten Grundvoraussetzung eines exzellenten Vorgesetzten sind gelebte Werte, die von allen Mitarbeitern als Führungsgrundsätze empfunden werden. Nur so entsteht das viel geforderte Vertrauen.
  • Ein Chef ist wirksam Letztlich geht es um das wesentliche: Der „perfekte“ Chef bewirkt, dass Menschen Ziele erreichen. Das Wesen guter Führung ist Wirksamkeit.
  • Ein Chef ist offen für andere Wirklichkeiten Gute Führungskräfte setzen sich auch auf den Stuhl des anderen, anstatt die eigene Meinung als Wahrheit zu zementieren. Denn wer durch die Augen anderer sehen kann, entdeckt eine Fülle von Wahrheiten.

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