Job and the City: Wilder Osten, schönes Leben in Magdeburg

Der große Work-Life-Atlas: Stuttgart, Wiesbaden, Hamburg oder München? Wo in Deutschland lässt es sich gut leben und arbeiten? Welche Metropolen bieten ein vielfältiges Arbeitsangebot und überzeugen durch Charme und Lebensqualität? In dieser Folge beweisen wir, dass Magdeburg ein echter Geheimtipp ist.

5 City Facts

  1. Die Otto-Stadt: Der Spitzname hat weder etwas mit dem Versandhaus noch mit dem ostfriesischen Komiker zu tun. Die Stadt nennt sich so, weil der erste deutsche Kaiser Otto der I., die Stadt groß machte und ein zweiter Namensvetter, Otto von Guericke, hier mit seinem berühmten Halbkugelexperiment die Existenz eines Vakuums bewies.
  2. Hasseln ohne „the hoff“: Das Magdeburger Nachtleben muss sich nicht hinter anderen Großstädten verstecken. In den Bars, Kneipen und Clubs rund um den Hasselbachplatz ist immer was los.
  3. Der schlauste Turm: entstand 1999 zur Bundesgartenschau und ist mit seinen 60 Metern Höhe das weltweit größte Holzbauwerk seiner Art. Mit 250 Exponaten, von denen die Besucher 150 selbst ausprobieren können, macht die Ausstellung im Turm 6000 Jahre Menschheits- und Technikgeschichte lebendig.  
  4. Die grüne Zitadelle war das letzte und größte Architekturprojekt, das Friedensreich Hundertwasser fertiggestellt hat. Sie sticht auch in Magdeburgs vielfältiger Architektur deutlich heraus. Auch die frei zugänglichen Innenhöfe sind sehenswert.
  5. „Maaagdeburg“: Dass das „a“ in Magdeburg eigentlich kurz und knackig ausgesprochen wird, ignorieren die Tagesschau-Sprecher seit Jahren konsequent.

Liebe auf den zweiten Blick

In der Serie „Unterschätzte Städte“ der Tageszeitung DIE ZEIT schreibt Valerie Schönian über Magdeburg: „Zunächst hat niemand Lust darauf und am Ende wundern sich alle, warum sie sich Magdeburg nicht schon viel früher angeschaut haben.“ Die Stadt sei ziemlich ideal für alle, denen Berlin zu groß, München zu schick und Hamburg zu teuer ist. Tatsächlich ist die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts eine Stadt für den zweiten Blick, wenn man zwischen den Plattenbauten und hinter grauer DDR-Fassade die lebendige Club-, Kneipen- und Café-Szene entdeckt, die weitläufigen Parks und Grünanlagen, die charmanten neuen Wohnlagen am Elbufer und das bunte Treiben am Hasselbachplatz. Gerade aus diesen Widersprüchen entsteht eine Schönheit, die Magdeburg ausmacht.

Hafenstadt Magdeburg

200 Quadratkilometer für etwa 240.000 Einwohner –  Magdeburg ist die fünftgrößte Stadt der neuen Bundesländer. Eine Großstadt – klein genug, um nicht in die typische Anonymität vieler Metropolen zu verfallen. Mittendrin im Bundesland Sachsen-Anhalt erreicht man von Magdeburg aus binnen zwei Stunden Berlin, Leipzig, Hannover oder Erfurt. Was viele nicht wissen: Wasser spielt hier eine wirtschaftlich wichtige Rolle. In der Stadt treffen Elbe, der Elbe-Havel-Kanal und der Mittellandkanal aufeinander. Es gibt sogar ein imposantes Wasserstraßenkreuz, an dem große Schiffe auf einer Kanalbrücke die Elbe überqueren können. Der fast zehn Kilometer lange Hafen Magdeburg an der Elbe zählt zu den größten Binnenhäfen Deutschlands. Bereits im Mittelalter war die Hansestadt Magdeburg eine bedeutende Handelsstadt mit Fernhandelsbeziehungen bis nach Nordfrankreich, Flandern, England, Polen, Russland, Schweden und Norwegen.

Vielseitiger Arbeitsmarkt: Sechs Branchen zwischen Tradition und Zukunft

Für Unternehmen der Logistikbranche bietet Magdeburg natürlich perfekte Standortbedingungen. Ob zu Wasser, auf der Straße oder per Schiene, die Stadt ist einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte der Großzentren Hamburg, Berlin, Hannover, Leipzig und Dresden. Damit eng verbunden und in Magdeburg traditionell verwurzelt ist auch der Maschinen- und Anlagenbau. Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den hiesigen Schwerpunktbranchen. Ob Medizintechnik, Medikamentenherstellung oder Hirnforschung, innovative Unternehmen und renommierte Forschungszentren haben ihren Sitz in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt und können auf funktionierende Netzwerke zurückgreifen.

Nicht nur in den eher traditionellen Branchen, auch in neuen, zukunftsorientierten Wirtschaftsbereichen bieten viele Magdeburger Unternehmen spannende Betätigungsfelder. So ist die Informations- und Kommunikationstechnologie als Innovationsmotor hier nicht mehr wegzudenken und längst haben auch Branchenriesen den Standort für sich entdeckt. Unternehmen, die sich mit Umweltschutztechnologien sowie Kreislauf- und Recyclingwirtschaft beschäftigen, finden in Magdeburg gute Voraussetzungen, um Geschäftsfelder zu erweitern, sich neu zu entwickeln und sich zu vernetzen. Und auch die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein ernstzunehmender Wirtschaftszweig. Die kreativen Köpfe prägen das kulturelle Leben der Stadt, Magdeburgs Designer erhalten Preise, Softwareentwickler haben sich weltweit einen Namen gemacht und an den Hochschulen werden aus ungewöhnlichen Ideen Geschäftsgrundlagen.

Es ist wieder Bewegung in der Stadt

Nach einigen zähen Jahren ist nun wieder viel Bewegung in die Stadt gekommen. An etlichen Stellen wird gebaut, behutsam rückgebaut und saniert. Es entsteht neuer Wohnraum, der oft nicht nur großzügig bemessen sondern vor allem auch bezahlbar ist. Studenten finden tolle WGs in bester Innenstadtlage, Familien große Wohnungen mit Balkon und Garten. Ein im Vergleich zu anderen Großstädten unterdurchschnittlicher Mietpreis freut alle Magdeburger, die nun nach und nach aus dem Umland wieder in die Stadt ziehen. Eine solide Wirtschaft mit guten Arbeitsplatzchancen und ausreichend bezahlbarer Wohnraum – von dieser Kombination können viele Landeshauptstädte nur träumen. Kein Wunder, dass Magdeburg zu den dynamischsten Städten Deutschlands gehört. Die Stadt geht ihren Weg und macht dabei einen überlegten Schritt nach dem anderen.

Die Magdeburger: pragmatisch, ehrlich, herzlich

Dieser Pragmatismus zeichnet die Magdeburger aus. So oft wurde ihre stolze Stadt schon verwüstet und ist doch immer wieder „auferstanden“. Wer sich mit der eindrucksvollen Stadtgeschichte auseinandersetzt, versteht eher, warum die Magdeburger so sind, wie sie sind. Valerie Schönian schreibt. „Magdeburger lachen nicht über einen Witz, der nicht witzig ist. Und sie fragen niemals, wie es einem geht, wenn es sie nicht interessiert. Damit kann nicht jeder umgehen. Was Kenner aber auch sagen: Wer sich von der Schroffheit nicht abschrecken lässt, dem öffnen sich die Magdeburger nach einer Weile und dann kann es sehr witzig werden.“

Genießen und das Leben feiern

So spröde der Magdeburger auch erscheinen mag, er weiß durchaus das Leben zu feiern und zu genießen. Die einen flanieren durch den schönen Stadtpark Rotehorn, der auf einer Elbinsel liegt und lassen die Seele an der Rotehornspitze, einem kleinen Strand am Ende der Insel, baumeln. Die anderen tanzen das Wochenende durch, am liebsten zu hämmernden Techno-Beats oder betreiben auf wenigen Fußmetern extensives Bar-Hopping. An kulturellen Klassikern mangelt es ebenfalls nicht. Ob Theater, Opern- oder Schauspielhaus – hier kommt jeder auf seine Kosten. Architektonisch begeistert die Stadt durch ihren Mix an Bauten aus den verschiedensten Epochen, die wie ein zeitliches Potpourri erscheinen. Und über allem thront als ältester gotischer Sakralbau das prächtige Wahrzeichen der Stadt – der Magdeburger Dom.

Quellen:
https://www.magdeburg-tourist.de/Start/Tourismus-Freizeit/Magdeburg-entdecken/14-Gr%C3%BCnde-nach-Magdeburg-zu-kommen
https://www.zeit.de/entdecken/reisen/2016-05/magdeburg-sachsen-anhalt-unterschaetzte-stadt?print
https://www.magdeburg.de/PDF/Wirtschaftsstandort_Magdeburg_2017.PDF?ObjSvrID=37&ObjID=26137&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1499845247
https://www.volksstimme.de/wohnen-in-magdeburg-leben-in-einer-dynamischen-stadt

Bildquelle: © Sebastian Siebert