Job and the City: Saarbrücken, die Stadt der kurzen Wege

Der große Work-Life-Atlas: Hamburg, Dresden, Schwerin oder München? Wo in Deutschland lässt es sich gut leben und arbeiten? Welche Metropolen bieten ein vielfältiges Arbeitsangebot und überzeugen durch Charme und Lebensqualität? In dieser Folge zeigen uns die Saarbrücker, dass auch aus kleinen Dingen Großes entstehen kann.

6 City Facts

  1. Häuslebauer: Für Häuser zahlen Saarländer im Schnitt nur ein Drittel so viel wie Hamburger. Deshalb haben über 60 Prozent von Ihnen ein Eigenheim.
  2. Wahre Größe zeigt, wer über sich selbst lachen kann. Deshalb finden die Saarländer immer neue Vergleichsmöglichkeiten für die Größe ihres Landes. Es ist so groß wie 360.000 Fußballfelder oder so groß wie fünfeinhalb Andorras. Oder dreimal Berlin. Oder so groß wie die Anbaufläche von Schlafmohn in Afghanistan.
  3. Gut gewürzt: Maggi gehört zu den Grundnahrungsmitteln der Saarbrücker. Im Saarland wird ein Liter der Würzsoße pro Haushalt und Jahr verbraucht, das ist doppelt so viel wie der deutsche Durchschnitt.
  4. Politisches Gewicht: In der Politik ist das kleine Saarland ganz groß. Hier wurden unter anderem Annegret Kramp-Karrenbauer, Peter Altmaier, Oskar Lafontaine, Heiko Maas und auch Erich Honecker geboren.
  5. Glücksfee: Jeden Samstag und Mittwoch werden die Lottozahlen in einem 100 Quadratmeter großen Studio in Saarbrücken gezogen.
  6. Trauriger Rekord: Saarbrücken ist die deutsche Hauptstadt des Amphetamin-Konsums. Europaweit ist die Stadt auf Platz drei.

Saarbrücken – Metropole im Miniformat

Saarbrücken gehört zu den wenigen Landeshauptstädten in Deutschland, die keine Superlative sammeln. Die Saarbrücker haben wohl bemerkt, dass die kleinen Brötchen oft süßer schmecken. Sie genießen das Leben im beschaulichen Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg, jedoch ohne auf das kulturell und wirtschaftlich innovative Leben einer Metropole zu verzichten. Denn obwohl die Dimensionen in Saarlands Hauptstadt in allem etwas kleiner sind, gehört die Region zu den wichtigen Wirtschafts- und Forschungszentren Europas. Zugegeben, davon merkt man nicht viel, wenn Einkaufsspaß, Kulturangebot und exzellente Gastronomie so nah beieinander liegen, dass man alles bequem zu Fuß erreicht. Selbst auf dem Land lebt man immer in Stadtnähe. Denn verglichen mit anderen Bundesländern ist im Saarland kein Ort wirklich weit von Saarbrücken oder den anderen städtischen Mittelzentren entfernt.

Die größten Arbeitgeber in Saarbrücken und im Umland

Ob in IT, Healthcare und Medizintechnik, in der Arzneimittel- und Wirkstoffforschung, der Nano- und Biotechnologie, den Materialwissenschaften, der Mechatronik oder Automobil- und Zuliefertechnologie – Saarbrücken ist eines der bedeutendsten Oberzentren im SaarLorLux-Raum und wirtschaftlicher Mittelpunkt des „Eurodistrict SaarMoselle“, ein deutsch-französischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit. Mit Unternehmen wie dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen, der Krankenhauskette Saarland Heilstätten SHG, der Halberg Guss GmbH oder der Saarstahl AG hat die Landeshauptstadt selbst etliche gewichtige Arbeitgeber im Angebot. Darüber hinaus bieten weitere namhafte Unternehmen im kleinräumigen Saarland interessante und von Saarbrücken aus bequem zu erreichende Arbeitsplätze. Die Ford Werke GmbH, die Robert Bosch GmbH, die Fresenius AG, die Villeroy & Boch AG oder die Michelin Reifenwerke KGaA sind nur einige Bespiele. Moderne Dienstleistungsunternehmen in den Bereichen Engineering, Consulting, Logistik sowie Information, Kreativität und Kommunikation, aber auch das produzierende Gewerbe komplettieren das vielseitige Arbeitsmarktangebot in Saarbrücken.

Sehr gute Rahmenbedingungen für Familien

Viele dieser Arbeitgeber wurden bereits mit dem Gütesiegel „Familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet, stetig kommen weitere dazu. Familienfreundliche  Rahmenbedingungen wie Betreuungsangebote und flexible Arbeitszeitgestaltung helfen den Saarbrückern dabei, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Gebundene Ganztagesschulen haben im Saarland eine lange Tradition. Sie ermöglichen nicht nur im Sinne der Chancengleichheit eine individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler, sondern entlasten auch berufstätige Eltern. Aber auch nahezu alle allgemeinbildenden Schulen mit klassischem Halbtagesunterreicht bieten in Saarbrücken abwechslungsreiche Betreuung am Nachmittag.

Enge Verbindung zum französischen Nachbarn

Bereits die Jüngsten wachsen mit einer engen, freundschaftlichen Verbindung zu den französischen Nachbarn auf. Viele Kindergärten und Krippen in Saarbrücken verfolgen ein zweisprachiges pädagogisches Konzept. So können Kinder während ihrer für den Spracherwerb wichtigen Entwicklungsphase der ersten Lebensjahre die französische Sprache passiv und aktiv erlernen. Das öffnet später die Türen zu neuen Möglichkeiten durch Kommunikationskompetenz und ein international geprägtes Persönlichkeitsprofil. Später dann bieten insgesamt sechs Hochschulen mit über 20.000 Studierenden einen umfangreichen Bildungs- und Wissenspool und machen Saarbrücken zu einem bedeutenden Hochschul- und Forschungsstandort.

Vom Urwald nach Paris in zwei Stunden

Saarbrücken ist eine grüne Stadt. Wälder, Bachtäler, Wiesen und die über 70 kleinen und großen Parkanlagen der Innenstadt prägen das Stadtbild. Zu den eindrucksvollsten grünen Oasen zählt der „Urwald vor den Toren der Stadt“, ein Projekt, das 1997 in Leben gerufen wurde. Dort wird seitdem auf eine wirtschaftliche Nutzung des Rohstoffes Holz verzichtet. Dadurch kann sich die Natur in der ihr eigenen Weise entfalten und verändert nach und nach das Erscheinungsbild des Waldes. Umgefallene Bäume, Baummoose, farbenprächtige Pilze, Blüten und bizarre Flechten überwuchern die Zeichen der Zivilisation und verzaubern die Besucher. Und wie wäre es nach dem Urwaldbesuch mit einem Café-au-Lait in der Stadt der Liebe? Von Saarbrücken nach Paris fährt man mit dem Zug nicht einmal zwei Stunden und zu günstigen Preisen. 

Saarbrücker Mentalität: Hilfsbereite Genussmenschen

Für das entspannte Laissez-faire muss man aber nicht erst nach Paris fahren. Die Saarbrücker haben es sich von ihren französischen Nachbarn abgeschaut und längst selbst verinnerlicht. Während eines Shoppingbummels auf der Bahnhofstraße, einem Cappuccino am St. Johanner Markt und einem Spaziergang am Saarufer mit anschließender Pause im sonnigen Biergarten ist es das vorherrschende Lebensgefühl. Dass die Saarbrücker Genussmenschen sind, davon zeugt nicht nur die hervorragende lokale Gastronomie bis hin zur Sterneküche. Trotz dieser gelebten Leichtigkeit haben die frankophilen Saarbrücker eine starke Erdhaftung und Heimatverbundenheit. Gruben und Hütten bestimmten über ein Jahrhundert die saarländische Arbeitswelt. In der Grube war jeder auf jeden angewiesen. Die sprichwörtlich saarländische Hilfsbereitschaft ist – aus der Not gelernt – heute eine saarländische Tugend.

Quellen:

https://www.cash-online.de/immobilien/2017/immobilienpreise-hamburger-zahlen-drei-mal-mehr-als-saarlaender/365674
https://taz.de/40-Fakten-ueber-das-Saarland/!5487859/
https://www.saarbruecken.de/
https://willkommen.saarland/leben/wohnen-wohlfuehlen/

Bildquelle: © Sepp photography

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