Job and the City: “Kölle alaaf” – Die sympathische Stadt am Rhein

Der große Work-Life-Atlas: Berlin, München, Düsseldorf oder Hamburg? Wo in Deutschland lässt es sich gut leben und arbeiten? Welche Metropolen bieten ein vielfältiges Arbeitsangebot und überzeugen durch Charme und Lebensqualität? Als Medien- und Kreativenstadt bietet Köln interessante Jobs, kämpft aber mit Kriminalität und hoher Arbeitslosenquote.

5 City Facts

  1. Kronleuchter: Zwei Kronleuchter beleuchten einen Kölner Kanalschacht, der sich sieben Meter unter der Erde östlich des Ebertplatzes befindet.
  2. Bierstadt: Es gibt 24 Biersorten, die sich Kölsch nennen dürfen. Echtes Kölsch darf nur dort gebraut werden, wo auch Kölsch gesprochen wird – in der Stadt und einigen Brauereien in der Umgebung.
  3. Fleißige Bienen: Den Kölner Dom besuchen nicht nur Millionen Menschen jährlich, sondern auch hunderttausende Bienen, die dort seit 2013 angesiedelt wurden. Der Honig wird nicht verkauft, sondern dient ausschließlich dem Eigenbedarf der Kölner Dombauhütte.
  4. Multikulti: Mehr als ein Drittel der Kölner hat einen Migrationshintergrund. Die größte Gruppe sind die Einwohner mit türkischen Wurzeln. Insgesamt leben in Köln zudem mehr als 180 verschiedene Nationalitäten.
  5. Singlestadt: Genau die Hälfte der Kölner Haushalte sind Einpersonenhaushalte.

Der Kölner wird als Lokalpatriot geboren, saugt die Liebe zur Stadt erst mit der Muttermilch und später mit dem Kölsch auf. Er lacht über Imis – Zugezogene, die die kölsche Lebenseinstellung imitieren – und umarmt sie gleichzeitig, weil geteilte Freude über „de jeilste Stadt der Welt“ ja doppelte Freude bedeutet. Überhaupt: Freude liegt den Kölnern im Blut, nicht nur während des Karnevals. „Du häs e herrlich Lache im Jeseech“, singen Bläck Föös und jeder Kölner grinst glückselig bei diesen Worten. In Köln genießt man das Leben, nimmt sich selbst nicht so ernst und ist neugierig und aufgeschlossen jedem Fremden gegenüber. Es sei denn, er kommt aus Düsseldorf. Aber selbst das will mit einem Augenzwinkern verstanden werden. „Levve un levve losse“, also „Leben und leben lassen“, ist das Motto der Stadt und diese liberale Haltung macht es Fremden leicht, hier Fuß zu fassen und sich heimisch zu fühlen.

Nur Mittelmaß im Deutschland-Vergleich

Die äußeren Umstände geben weniger Anlass zur Freude. In Städte-Rankings schafft Köln in der Regel nur mittelmäßige Platzierungen unter den einwohnerstarken deutschen Städten. Das ist unter anderem der hohen Kriminalität geschuldet, die zwar zuletzt leicht gesunken ist, aber Köln immer noch zu einer Platzierung in den Top Ten der gefährlichsten deutschen Großstädte verhilft. Das hält Jungunternehmer jedoch nicht davon ab, in der Stadt am Rhein ihr Glück zu versuchen. Der positive Saldo der Gewerbean- und -abmeldungen beweist regionale Gründungsdynamik. Auch wenn die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten kontinuierlich zunimmt, liegt die Arbeitslosenquote in Köln jedoch immer noch über dem Bundesschnitt.

Einer der größten Medien- und Kreativstandorte Deutschlands

Trotz ihrer geschichtsträchtigen Historie als alte Kirchen- und Handelsmetropole ist Köln eine junge Stadt. Hier leben verhältnismäßig mehr Untersechzigjährige als in den meisten anderen deutschen Großstädten. Dazu passt, dass Köln als einer der größten Medien- und Kreativstandorte Deutschlands gehandelt wird. Zahlreiche Verlage haben sich in Köln niedergelassen und fast alle Sender der Mediengruppe RTL erreichen von hier aus täglich ein Millionenpublikum. Die Beschäftigten und Selbstständigen aus der Kreativwirtschaft generieren einen Milliarden-Jahresumsatz, der durchaus mit dem des Verarbeitenden Gewerbes in Köln vergleichbar ist. In wirtschaftlicher Hinsicht sind die drei Teilmärkte Rundfunkwirtschaft, Werbemarkt und der Pressemarkt die bedeutsamen Märkte der Kreativwirtschaft in Köln.

Top bei innovativen Messen

Auch als Messestandort ist Köln ein Schwergewicht. Mit rund 80 internationalen Messen ist die Koelnmesse Messeplatz Nr. 1 für 25 Wirtschaftszweige. Im Bereich Digitale Medien und Entertainment locken vor allem die gamescom, die dmexco und die photokina viele Aussteller und Besucher in die Rheinmetropole. Diese Kombination aus Medien- und IT-Unternehmen schafft interessante Arbeitsplätze in Berufsfeldern, in denen Kreativität und Flexibilität gefragt sind, sowie der Wille, sich ständig weiterzubilden, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben. Doch auch andere Wirtschaftszweige wie die Automobil und Chemieindustrie oder die Versicherungsbranche bieten interessante Jobmöglichkeiten. Zu den größten Arbeitgebern in der Region zählen die Ford-Werke, die Bayer AG, die Stadtwerke Köln, REWE Group, Deutsche Bahn AG, AXA Konzern AG oder die Mediengruppe RTL.

Starkes Wachstum erwartet

Mit über einer Million Einwohnern ist Köln seit Jahren die viertgrößte Stadt in Deutschland. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2040 65.000 Menschen mehr in Köln leben werden als heute. In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach Wohnraum in der Domstadt entsprechend steigen. Um diesen Bedarf decken zu können, müssten jährlich rund 1.800 neue Wohnungen gebaut werden. Gute Nachricht: Zumindest rein statistisch dürften mehr Menschen Platz finden, denn die Bevölkerungsdichte in Köln ist deutlich geringer als beispielsweise in München oder Berlin.

Wirtschaftsfaktor Karneval

Einmal im Jahr ist Karneval und ganz Köln ist jeck. Zwar beginnt die fünfte Jahreszeit traditionell immer am 11. November, der absolute Ausnahmezustand herrscht allerdings eine Woche lang von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch. Der Höhepunkt des Karnevals ist der Rosenmontag. Rund eine Million Menschen säumen dann den Weg des Kölner Rosenmontagszugs, der vom Chlodwigplatz durch die Kölner Innenstadt zieht. Spätestens ab Mittag haben fast alle Geschäfte geschlossen und die wenigsten Kölner müssen arbeiten. Als Wirtschaftsfaktor ist der Kölner Karneval nicht zu unterschätzen: Experten gehen von fast eine halben Milliarde Euro Gesamtumsatz aus, die primär durch Gastronomie, Kostüme und Spielwaren, Transport und Hotellerie erwirtschaftet werden. Kölle Alaaf!


Quellen: www.reisereporter.de; www.citynews-koeln.de; Polizeiliche Kriminalstatistik (PSK) 2017; www.wdr.de; Pegel Köln 02/2018, www.medienstadt.koeln.de; www.arbeit-in.info;
www.koelnmesse.de, www.wikipedia.de; https://de.statista.com/

Bildquelle: © okke baarssen

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