Der große Work-Life-Atlas: München, Köln, Düsseldorf oder Berlin? Wo in Deutschland lässt es sich gut leben und arbeiten? Welche Metropolen bieten ein vielfältiges Arbeitsangebot und überzeugen durch Charme und Lebensqualität? Heute lesen Sie, aus welcher Richtung der Wind in Hamburg weht. 

5 City Facts

  1. Schwere Zeit: Die Turmuhr des Michels ist die größte in Deutschland. Das Ziffernblatt hat acht Meter im Durchmesser, der große Zeiger hat eine Länge von 4,91 Metern und wiegt 130 Kilogramm. 
  2. Advent, Advent: Ein Hamburger erfand 1839 den Adventskranz, weil seine Kinder ständig fragten, wann denn endlich Weihnachten sei. 
  3. Schlechtes Image: Das Wetter in Hamburg ist besser als sein Ruf. Hamburg hat nur 133 Regentage, München dagegen 40 mehr.
  4. Kurzes Vergnügen: Die berühmt-berüchtigte Herbertstraße ist mit nur 60 Metern die kürzeste in ganz Hamburg. 
  5. Berühmtes Nordlicht: Die Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am 17. Juli 1954 im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel geboren.

„Oh ick heff mi jümmer freit, wenn de Wind vun Hamborg weiht“, singt Ina Müller auf platt und kann sich demzufolge recht häufig freuen. Der Wind bläst beinahe jeden Tag kräftig in der Hansestadt. Doch auch wenn man die Sonne in Hamburg seltener sieht als in München oder Stuttgart, erliegen immer mehr Menschen dem rauen Charme der deutschen Hafenmetropole. Ihren rund 1,8 Millionen Einwohnern bietet Hamburg eine hohe Lebensqualität. Auf Lorbeeren ruht man sich hier aber nicht aus. Kürzlich hat die Umweltbehörde beschlossen, dass 23,2 Prozent der Stadtfläche „Biotopverbund“ werden. Die rechtlichen Hürden, diese Flächen zu bebauen oder zu versiegeln, sind damit nun deutlich höher.  

Hamburg setzt auf Digitalisierung und Forschung

Hamburg lockt mit Wohlstand, Kaufkraft und Wirtschaftsleistung. Mit ihrem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen liegen die Hamburger weit über dem Durchschnitt. Die Gründerszene der Hansestadt entwickelt sich prächtig. Vor allem Startups, die auf Digitalisierung setzen, finden in Hamburg das Tor zur Welt. Etwa 10.000 Unternehmen kommen jedes Jahr in der Metropolregion hinzu bzw. werden neu gegründet. 

Nicht nur der Dienstleistungssektor hält ein vielfältiges Jobangebot bereit. Eine Reihe hochspezialisierter Forschungseinrichtungen und Institute ergänzen die öffentlichen und privaten Lehr- und Bildungsangebote der Metropolregion und locken mit spannenden Tätigkeitsfeldern. Neben Grundlagenforschung in den Bereichen Meer, Klima und Schiffbau genießen beispielsweise die Einrichtungen der Max-Planck-Institute, genauso wie das Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht oder das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg Weltruf.

Die großen Arbeitgeber der Hansestadt

Darüber hinaus aber gibt es viele Wachstumsbranchen wie etwa die Erneuerbare Energien, die Mineralölwirtschaft, denTourismus oder den Handel mit Asien. Außerdem gehört Hamburg weltweit zu den führenden Standorten der zivilen Luftfahrtindustrie. Innerhalb Deutschlands arbeitet jeder dritte Beschäftigte der Luftfahrtindustrie in und um Hamburg. Und natürlich ist da der Hamburger Hafen, das Tor zur Welt: Hafen, Logistik und maritime Wirtschaft sichern langfristig die Bedeutung der Stadt als internationale Handelsmetropole und damit auch Arbeitsplätze. Zu den größten Arbeitgebern zählen Airbus, Gruner & Jahr, Asklepios Kliniken, Deutsche Bahn AG, Deutsche Milchkontor GmbH, Deutsche Post, Elbkinder GmbH, die Hamburger Hafen und Logistik AG und Lufthansa.

Job and the City: In Hamburg die große Freiheit finden

Hamburger Hafen sichert Arbeitsplätze

Seit jeher hat der Hafen eine zentrale Bedeutung für die Stadt. Nicht nur für deren Wirtschaft, sondern auch für die Mentalität der Bevölkerung, die traditionell aus kaufmännischen Tugenden, Weltoffenheit und Wertschätzung der Natur gewachsen ist. Der Hafen prägt auch das Bild der Stadt. Acht Prozent Wasserfläche umfasst das gesamte Stadtgebiet – übrigens das zweitgrößte Deutschlands. Venedig hat knapp 400 Brücken, Hamburg 2.500. Aufgrund der vielen Parks und Grünflächen gilt die Hansestadt als die grünste Millionenstadt Deutschlands. 

Jedes Stadtviertel eine eigene Welt

An den Ufern von Alster und Elbe sind Stadtviertel gewachsen, die unterschiedlicher nicht sein können, aber nur zusammen das unverwechselbare Bild Hamburgs ergeben. Von Altona bis Wandsbeck findet man alles: weiße Elbstrand-Villen, schicke Großstadt-Appartements, Familienwohnungen mit begrüntem Innenhof, Künstlerlofts in alten Fabriken und rote Mietskasernen. „Am Strand von Övelgönne treffen sich alle: Anwälte, Ex-Punker, Studenten aus Altona, Millionäre aus den Elbvororten“, schreibt Niklas Maak auf spiegel online. In Hamburg ist man zusammen verschieden.

Trotzdem ist Wohnraum knapp und teuer. Wie in den meisten attraktiven Metropolen steigen die Mietpreise kontinuierlich. Doch vielerorts entsteht neuer Wohnraum – etwa auf den Brachflächen von Altona. Günstiger, jedoch nicht weniger attraktiv wohnt man im Umland zum Beispiel in Norderstedt, Quickborn und Henstedt-Ulzburg. Hier ist der Traum vom eigenen Haus oft leichter realisierbar und die Hansestadt ist trotzdem schnell und bequem erreichbar. Attraktiv für Familien ist auch das flächendeckende Kita-Angebot der Stadt, das selbst für unter Dreijährige ausreichend Plätze bereithält.

Elphie lockt Touristen aus aller Welt

Hans Albers, Udo Lindenberg oder Jan Delay – die Künstlerszene ist international und eng mit ihrer Stadt verbunden. Das Kultur- und Vergnügungsangebot der Hansestadt mehr als üppig. Nach New York und London ist Hamburg die weltweit drittgrößte Musical-Metropole. Die Staatsoper, die Hamburger Philharmoniker, das Ohnesorg-Theater – kulturelle Highlights gibt es viele. Jetzt ist Elphi, die Elbphilharmonie, das internationale Wahrzeichen der Stadt und lockt als Konzerthaus der Superlative Touristen und Musikbegeisterte aus der ganzen Welt. 

Nicht weniger berühmt, aber deutlich berüchtigter ist das Vergnügungs- und Rotlichtviertel St.Pauli, dessen „sündige Meile“, die Reeperbahn, schon Hans Albers besang. Und wem die richtige Tonlage egal ist, der stimmt im Stadion des wohl kultigsten deutschen Fußballvereins FC St. Pauli mit in die Fan-Gesänge ein – sofern er nicht zu den Anhängern des Lokalrivalen HSV zählt.

 

Quellen: www.ndr.demetropolregion.hamburg.dewww.hamburg.de/

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