Job and the City: Bremen

Der große Work-Life-Atlas: Frankfurt, Kiel, Berlin oder Hamburg? Wo in Deutschland lässt es sich gut leben und arbeiten? Welche Metropolen bieten ein vielfältiges Arbeitsangebot und überzeugen durch Charme und Lebensqualität? In dieser Folge erklären wir, warum die Bremer Stadtmusikanten auch heute noch begeistert von ihrer Stadt wären.

5 City Facts

  • Drahtesel-Liebe: Bremen liegt europaweit auf Platz 3 der Fahrradstädte. In keiner anderen Stadt Deutschlands mit mehr als 500.000 Einwohnern machen mehr Menschen ihre Wege mit dem Rad.
  • Bremer sind Morgenmenschen: Nicht weil sie gern früh aufstehen, sondern weil sie sich immer mit „Moin“ begrüßen – egal wie spät es ist.
  • Um den Pudding: Während man andernorts Pudding gerade mal isst, wird er von den Bremern gerne umrundet. Im Bremer Snak bedeutet „1 x um‘ Pudding gehen“ nämlich so viel wie einmal um den Block spazieren.
  • Wortkarg: Als Hanseat ist der Bremer kein Freund vieler Worte. Kaum ein Begriff ist dabei bremischer als ‚umzu‘. Es hilft dem wortkargen Bremer, Dinge möglichst knapp auszudrücken. Umzu passt immer und meint alles drum herum. Wenn der Bremer ‚umzu geht‘, geht er mal eben um etwas herum. Und wenn ihm etwas ‚zu um‘ ist, ist es ihm zu umständlich.
  • Nach Weihnachten ist vor Weihnachten: zumindest in einem kultigen Laden in Bremens Altstadtquartier Schnoor. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – das Geschäft „Weihnachtsträume“ lockt auf drei Etagen mit allerhand Weihnachtsschmuck und Tüdelkram.

Tierische Fürsprecher

„Kommt mit uns nach Bremen, etwas Besseres findet Ihr so leicht nirgends“, schwärmen seit eh und je die vier Stadtmusikanten im Märchenbuch der Gebrüder Grimm. Die Geschichte über den abenteuerlichen Roadtrip von Esel, Hund, Katze und Hahn feiert in diesem Jahr ihren 200.Geburtstag. Neben seinen vier tierischen Fürsprechern hat das mit einer Fläche von rund 400 Quadratkilometern kleinste der Bundesländer noch einiges mehr zu bieten.

Kampf gegen das schlechte Image

Die Stadtgemeinde Bremen ist die Hauptstadt und größere Stadt des Landes „Freie Hansestadt Bremen“. Zu dem Zwei-Städte-Staat gehört außerdem noch das rund 50 km nördlich gelegene Bremerhaven – direkt an der Nordsee. Zugegeben: Bremen leidet unter seinem schlechten Image. In Umfragen und Rankings zur Lebensqualität scheint sich die Zwei-Städte-Staat dauerhaft im hinteren Drittel eingerichtet zu haben. Ursache dafür sind meist der Arbeitslosen- und die Kriminalstatistiken, die andernorts deutlich positiver ausfallen. Vielen Bremern geht jedoch diese recht einseitige Sichtweise auf ihre Stadt gehörig auf die Nerven und sie verteidigen sie von ganzem Herzen. Zu Recht, denn die Freie Hansestadt Bremen überrascht in vielerlei Hinsicht.

Wichtigstes Transportmittel: das Fahrrad

In puncto Freizeit & Natur zum Beispiel setzt das kleinste Bundesland große Maßstäbe. Deutschlandweit gehört Bremen zu den Städten mit den höchsten Anteilen an Erholungsfläche. Üppige Grünanlagen, idyllische Parks und bezaubernde Gärten prägen das Stadtbild. Die Promenaden entlang der Weser laden Einheimische und Touristen gleichermaßen zum Flanieren ein. Hier kann man nicht nur tagein-tagaus „Schiffe gucken“, viele hervorragende Restaurants und Cafés garantieren leibliches Wohl und Genuss. Ohne den Drahtesel geht hier gar nichts. Das Fahrrad ist der Bremer liebstes Transportmittel und entsprechend groß ist das Angebot an ausgebauten Fahrradwegen und –routen.

Von der Hafenstadt zum innovativen Dienstleistungs- und Hightech-Standort

Auch wenn das ehrwürdige Flair der Hanse noch immer durch Bremens Gassen weht, heute ist Bremen eine moderne Stadt, die den Wandel von der Hafenstadt zum innovativen Dienstleistungs- und Hightech-Standort geschafft hat. In vielen Bereichen werden hier Spitzentechnologien entwickelt und gefertigt. Die Luft- und Raumfahrtindustrie zum Beispiel ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Zudem haben sich im Umfeld der Universität mehrere junge Firmen und Institutionen angesiedelt. Der Fachkräftemangel macht sich auch hier bemerkbar und Bremer Unternehmen in fast allen Branchen suchen verstärkt nach qualifizierten Mitarbeitern.

Spannende Arbeitsplätze zwischen Himmel und Meer

Renommierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie die Airbus Group und OHB SE sichern Bremen eine Spitzenposition im in der Luft- und Raumfahrt. Mit mehr als 140 Unternehmen und 20 Instituten bildet die Branche einen wesentlichen Stützpfeiler der bremischen Industrie und stellt ein Gros der Arbeitsplätze vor Ort. Produkte und Bausteine für weltbekannte Projekte werden hier gefertigt, wie etwa die Flügelausrüstung der Airbusflugzeuge, die Ariane-Oberstufe oder das Satellitennavigationssystem GALILEO. Darüber hinaus sind viele kleine und mittelständische Unternehmen und Zulieferbetriebe sowie international renommierte Forschungsinstitute an Bremens Erfolg in der Luft- und Raumfahrt beteiligt.

Den zweiten wirtschaftlichen Kernbereich im Zwei-Städte-Staat bilden ganz traditionell die Hafenwirtschaft, Schifffahrt und Logistik. Etwa jeder fünfte Arbeitsplatz hängt im Land Bremen an den bremischen Häfen. Bremen ist der südlichste deutsche Seehafen, Bremerhaven kann mit der größten zusammenhängenden Containerumschlaganlage Europas aufwarten und ist der weltgrößte Umschlagplatz für Automobile. Dank modernster Technik gehören die bremischen Häfen zu den schnellsten der Welt. Zusammengenommen bilden sie den zweitgrößten Seehafen Deutschlands und machen das Land Bremen zu einem bedeutenden Außenhandelsstandort.

Interessanter Branchenmix mit guten Arbeitschancen

Neben den traditionsreichen Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft sowie der Luft- und Raumfahrt sind in Bremen heute ebenso Betriebe aus neuen Branchen zuhause. Der Automobilbau, die Windkraftbranche, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, mobile Technologien, Life Science, Biotechnologie und Logistik bilden einen interessanten Branchenmix und vielfältige Möglichkeiten für Arbeitnehmer. Darüber hinaus hat sich das Land auch zu einem wichtigen Standort der Hochtechnologie im nordwestdeutschen Raum entwickelt. Universität, Hochschulen und herausragende wissenschaftliche Einrichtungen wie das Alfred-Wegener-Institut für Meeres- und Polarforschung tragen zur Anziehungskraft bei.

Wohnen & Freizeit: Für jeden Lifestyle das passende Angebot

Genauso vielseitig wie der Arbeitsmarkt ist auch das kulturelle Leben in Bremen. Die städtischen Theater, Museen, Konzertsäle und Kunstsammlungen bieten für jeden etwas und auch die über 1.000 Kneipen, Bars, Cafés und Restaurants zeugen vom großen Wert, den man hier auf Lebensqualität und Freizeitgestaltung legt. Egal ob Sie ruhig oder lebendig wohnen möchten, in Bremen gibt es für fast jeden Lifestyle den passenden Stadtteil. Die nördlichen Quartiere sind geprägt von der Nähe zur Weser und der ländlichen Umgebung Niedersachsens. In den innerstädtischen Teilen Bremens wohnt man in Neubaugebieten, schmucken kleinen Altbauten und backsteinroten Arbeiterhäusern. Sehr beliebt ist das „Viertel“, ein quirliger Stadtteil in dem sich die charakteristischen Altbremer Häuser und Wohnungen entlang der Weser schlängeln. Ganz in der Nähe, vor dem Rathaus, erinnern heute die Bremer Stadtmusikanten aus Bronze daran, dass sich der Weg nach Bremen gelohnt hat.

Quellen: www.bremen.dewww.weser-kurier.de, www.immobilienscout24.de

Bildquelle: RossHelen – Shutterstock.com

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein