Leistungsbereitschaft und Motivation, fachliche Qualifikation, Berufsausbildung, gute Umgangsformen und soziale Kompetenzen – all dies steigert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, darüber sind sich die meisten Arbeitnehmer einig.

Ein Großteil der Deutschen ist jedoch auch davon überzeugt, dass gutes Aussehen und Erfolg im Job eng miteinander verknüpft sind. Einer Umfrage der Marplan Forschungsgesellschaft zufolge glaubt knapp die Hälfte der Deutschen, dass nur gut aussehende Menschen eine Chance im Leben hätten, wobei diese Untersuchung neben dem Job auch private Aspekte wie Freundschaft, Familie etc. berücksichtigt.

Vor allem Frauen glauben an gutes Aussehen als Erfolgsgarant

Besonders Frauen sind überzeugt, dass ihr Äußeres ihre Karrierechancen herauf- oder herabsetzt. Das ergaben die Resultate der Studie „Arbeitsmarkt 2011 – Perspektive der Arbeitnehmer“ im Auftrag der jobs in time holding GmbH auf die Frage, wie sehr gutes Aussehen die eigenen Karriereperspektiven beeinflusst. Unabhängig vom Alter teilen bis zu zwei Drittel der befragten Arbeitnehmerinnen diese Meinung. Mit über 60 Prozent misst die Gruppe der 36- bis 50-jährigen Frauen dem Aussehen die größte Bedeutung bei. Betrachtet man demgegenüber die Antworten der Männer, liegen die Werte deutlich darunter. Während 52,3 Prozent der Männer zwischen 18 und 35 Jahren den Einfluss ihres Erscheinungsbildes auf die Jobchancen als hoch betrachten, denken das nur noch 33,9 Prozent der über 51-jährigen.

Erfolg von attraktiven Frauen hängt vom Gegenüber ab

Haben es attraktive Menschen und vor allem Frauen im Beruf wirklich leichter? Nicht immer. Untersuchungen der Ludwig-Maximilians-Universität und der Florida State University haben ergeben, dass das vom jeweiligen Gegenüber abhängt. Je attraktiver eine Bewerberin ist, desto schlechter sind ihre Chancen, wenn ihr Gegenüber ebenfalls eine Frau ist. Ist der Personalentscheider jedoch männlich, steigen die Chancen. „Das legt den Schluss nahe, dass zwei Drittel der Frauen in unserer Befragung zu dieser Einschätzung kommen, weil nach wie vor sehr viele Führungs- und Entscheiderpositionen männlich besetzt sind, vor allem in internationalen Konzernen“, sagt Dr. Marcus Opitz, Geschäftsführer der jobs in time holding GmbH.

Diese Situation wandle sich aber allmählich, so Opitz weiter: „Gerade im Mittelstand übernehmen zunehmend Frauen Verantwortung in Spitzenpositionen, so auch im Personalwesen und generell in Leitungsfunktionen von Fachabteilungen.“ Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sind fast 28 Prozent der Führungspositionen in privaten Unternehmen in Deutschland mit einer Frau besetzt – ein neuer Höchststand. Weibliche Führungskräfte sind vor allem in kleineren Betrieben präsent: In Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten waren im letzten Jahr 35 Prozent der Führungspositionen mit einer Frau besetzt. Ob sich dadurch auch die Einschätzung ändert, für einen guten Job müsse man überdurchschnittlich gut aussehen, gilt abzuwarten.

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