Realistisches Problembewusstsein: Langzeitarbeitslosen fehlt es häufig an Chancen und Motivation 

Diese Tendenz, Langzeitarbeitslosigkeit durch Restriktionen der Betroffen vermindern zu wollen, geht allerdings mit einem realistischen Problembewusstsein einher: Insgesamt ist die deutsche Bevölkerung der Meinung, dass es mehr Anreize geben müsse, damit sich Hartz IV-Empfänger verstärkt um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bemühen (93,4 Prozent). 76,2 Prozent können es nachvollziehen, dass keine Motivation zu geregelter Arbeit bestehe, wenn der Sozialhilfebezug finanziell interessanter ist als ein Anstellungsverhältnis. Allgemein sind sich die Deutschen bewusst (85,1 Prozent), dass viele Langzeitarbeitslose auf dem heutigen, hoch spezialisierten Arbeitsmarkt aufgrund der langen Auszeit keine Chance haben. „Momentan haben wir einen drohenden Fachkräftemangel und parallel eine bestehende Arbeitslosigkeit von 7,5 Prozent. Tatsächlich sind fehlende Fachkenntnisse das Haupthindernis für die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt“, sagt Dr. Dieter Traub, Geschäftsführer der RP Personal GmbH. „Als Arbeitgeber sehen wir uns durchaus in der Verantwortung, gegenzusteuern und entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. Nicht zuletzt dadurch ist es der Zeitarbeit im vergangenen Jahr gelungen, so viele Menschen wieder im Arbeitsmarkt zu integrieren: 66 Prozent derer, die in der Zeitarbeit einen sozialversicherungspflichtigen Job gefunden haben, waren zuvor arbeitslos“, so Dr. Traub.

Förderung durch Staat und Arbeitgeber: Eigenverantwortung steht erst an dritter Stelle

Auch die befragten Arbeitnehmer sehen die gezielte Qualifizierung von Arbeitnehmern und Arbeitsuchenden gleichermaßen als probates Mittel zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Allerdings liege die Verantwortung dafür beim Staat sowie den Arbeitgebern:

  • Die Mehrheit (81,3 Prozent) stimmt der Aussage zu, der Staat müsse intensive Förderprogramme auflegen.
  • 75,6 Prozent Zustimmung bekommt das Statement, der Arbeitgeber sei verpflichtet, seine Mitarbeiter weiter zu qualifizieren.
  • Nur noch knapp über die Hälfte (56,5 Prozent) bejahen die Aussage, jeder Einzelne trage selbst Verantwortung für eine passende Fortbildung.

Bild oben: © granata68 – Fotolia.com

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein