Karriereberater Dr. Jürgen Nebel aus Wiesbaden. „Diese Positionen werden unternehmensintern, über einen Personalberater oder persönliche Kontakte sowie über Initiativbewerbungen besetzt.“

Mit Eigeninitiative zum neuen Job

„Mit einer Initiativbewerbung hat man grundsätzlich bei jedem Unternehmen Chancen, wenn es Mitarbeiter sucht“, erklärt Nebel. „Vor allem Stellen mit Führungsverantwortung werden sehr häufig ohne Ausschreibung besetzt.“ Jede Initiativbewerbung beginnt mit einer intensiven Recherche. Suchen Sie konkret nach Firmen, wo Sie gerne arbeiten würden und denen Sie mit Ihren Kenntnissen, Fähigkeiten und Ihrer Erfahrung einen Nutzen bringen können. „Recherchieren Sie auch direkt die richtigen Ansprechpartner, denn meist wissen die Fachverantwortlichen oder der Geschäftsführer viel besser als die Personalabteilung, ob sie jemanden brauchen und was dieser Mitarbeiter mitbringen soll“, so Jürgen Nebel. Hat man dies in Erfahrung gebracht, macht man seine Unterlagen für die schriftliche Bewerbung fertig. Da es sich um eine Initiativbewerbung handelt, empfiehlt Nebel in seiner Beratung eine besondere Methode: „Es sind genau drei Dokumente, die meine spezifische Art der Initiativbewerbung ausmachen und das sind genau die Informationen, die wichtig sind, um eingeladen zu werden.“

1. Ein individuelles Anschreiben

Das erste Dokument ist ein Anschreiben, das Sie individuell für jedes Unternehmen anfertigen. „Darin beschreiben Sie zunächst in einer vierzeiligen Überschrift zusammenfassend Ihre wesentlichen Stärken, Erfahrungen und insbesondere Erfolge. Personalentscheider haben nur wenig Zeit und so wecken Sie ihr Interesse“, erklärt Jürgen Nebel. Im restlichen Anschreiben gehen Sie detaillierter auf Ihre Stärken ein und beschreiben Ihren Nutzen für das Unternehmen. „Damit Ihr Anschreiben auch überzeugt, müssen Sie sich vorher sorgfältig mit Ihren eigenen Stärken beschäftigen“, sagt Nebel. Abschließend erklären Sie, dass Sie sich beruflich neu orientieren und bereit sind, weitere Unterlagen zu senden oder für ein Gespräch bereit stehen.

2. Ihre Erfolge

Als zweites Dokument empfiehlt Nebel ein separates Dokument, auf dem Sie auf einen Blick darstellen, was Sie zum Unternehmenserfolg beitragen können. „Unternehmen wollen sehen, was der Bewerber bewegt und erreicht hat und interessieren sich bei ihrer Auswahlentscheidung nicht so sehr für Titel und Diplome“, sagt er. „Beschreiben Sie so konkret wie möglich Erfolge, die Sie bereits erreicht haben, etwa dass Sie wichtige Kunden gewonnen, Kosten in einem Bereich eingespart oder bessere Verträge ausgehandelt haben.“ Versetzen Sie sich dabei immer in die Lage des Unternehmens: Was ist einer Firma wichtig? Was könnte zum Erfolg des potenziellen Arbeitgebers beitragen?

3. Ein Kurzlebenslauf

Das dritte Dokument ist ein einseitiger Kurzlebenslauf. Darin erwähnen Sie nur die wesentlichen Daten zu Ihrer Person und die wichtigsten Berufsstationen, gegliedert nach Bereichen, die zusammengehören, wie etwa Führungsverantwortung, Projektarbeit oder internationale Erfahrung. „Diese drei Dokumente verschicken Sie in einem Din-Lang-Umschlag mit 55-Cent-Briefmarke“, sagt Jürgen Nebel. „Mit diesen Unterlagen bekommt das Unternehmen direkt einen umfassenden Eindruck vom Bewerber. Wenn ein Unternehmen nach der Initiativbewerbung neugierig ist und weitere Informationen wünscht, können Sie auf Anforderung einen langen Lebenslauf hinschicken, in dem Sie Ihre einzelnen Berufs- und Ausbildungsstationen chronologisch geordnet auflisten.“ Bildquelle: © Robert Kneschke – Fotolia.com

1 Kommentar

  1. Ein sehr guter Artikel. Vor allem Punkt 3 sollte man bei einer Initiativbewerbung beachten. Sehr häufig wollen Bewerber dem Arbeitgeber einen lückenlosen Lebenslauf präsentieren und nehmen noch so kleine und kurze Stationen im beruflichen Werdegang mit rein. Hier sollte sich wirklich nur auf für das Unternehmen wichtige und relevante Sachen beschränkt und beim Vorstellungsgespräch – wie oben bereits erwähnt – der komplette Lebenslauf mitgebracht werden.

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