Jeder zweite Deutsche würde lieber von zu Hause oder einem anderen Ort als seinem Büro aus arbeiten – so die Ergebnisse einer aktuellen Studie. Experten sind sich sicher: Mobile Arbeitsplätze sind auf dem Vormarsch. Doch sie bringen nicht nur Vorteile mit sich…

Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland mag nicht ins Büro. Viel lieber würde er von zu Hause aus oder an einem anderen Ort arbeiten, wenn der Arbeitgeber ihm dies anbieten würde. Das ist eines der Ergebnisse einer weltweiten Ipsos-Umfrage, die im Oktober letzten Jahres im Auftrag von Thomson Reuters News Service durchgeführt und deren Auswertung nun veröffentlich wurde. Beim Wunsch nach einer flexiblen Arbeitsplatzgestaltung liegt der globale Durchschnitt sogar bei 62 Prozent. Kein Wunder, ist doch die Mehrheit der Befragten – in Deutschland knapp zwei Drittel – der Überzeugung, dass Telearbeiter wesentlich produktiver sind als die Kollegen im Büro. Tatsächlich arbeiten aber laut Studie hierzulande nur etwa 12 Prozent regelmäßig von zu Hause aus.

Mobil arbeiten: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Und noch mehr fundierte Erkenntnisse: Eine aktuelle Umfrage von Steria Mummert Consulting besagt sogar, dass gerade einmal drei bis sieben Prozent der Arbeitnehmer ausschließlich mobil arbeiten. Und das obwohl ein entsprechendes Angebot an mobilen Arbeitsplätzen die Arbeitszufriedenheit um bis zu 25 Prozent steigern würde. Dr. Alexander Kaszubiak, Senior Consultant bei Steria Mummert, ist sich aber sicher, dass die Zahl der Telearbeitsplätze in den kommenden Jahren rasant zunehmen wird: „2020 könnte der Anteil der Mobile Workers bereits bei 20 Prozent liegen. Denn aufgrund der wachsenden Vernetzung der Wirtschaft werden solche mobilen Arbeitsplätze für die Unternehmen immer wichtiger. Die Mitarbeiter sollen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“ Da greift das gelegentliche Arbeiten im Home Office natürlich zu kurz. Immer mehr Unternehmen richten auch Arbeitsplätze bei ihren Lieferanten ein und Dienstleister arbeiten nicht selten projektbezogen direkt beim Kunden.

Mehr Work-Life-Balance

Ob von zu Hause aus, unterwegs oder direkt beim Kunden – mobiles Arbeiten hat seine Vorteile. Neben der Zeitersparnis durch das Vermeiden unnötiger Arbeitswege, ermöglicht Telearbeit qualifizierten Frauen, im Job zu bleiben und gleichzeitig Kinder groß zu ziehen. Mütter und Väter gleichermaßen versprechen sich von einer flexiblen Arbeitsplatzgestaltung vor allem, den Spagat zwischen Job und Familie geschmeidiger zu turnen. An einem Tag im Home Office kann man zum Beispiel morgens die Kinder in den Kindergarten oder zur Schule bringen, mittags die Heizung warten lassen und abends pünktlich den Grill anwerfen. Doch nicht nur das: In den Stunden ohne Kollegen, Meetings und Dauerbürobeschallung können „Homeworker“ effektiver und konzentrierter arbeiten. Die Annahme, dass hundertprozentige Leistung nur durch hundertprozentige Anwesenheit gebracht werden kann, ist längst überholt.

Sehnsucht nach den Kollegen

Auf der Minus-Seite hingegen steht die Angst vor Vereinsamung. 52 Prozent der Deutschen sind laut Ipsos-Umfrage der Meinung, Telearbeit gäbe betroffenen Arbeitnehmern das Gefühl, sozial isoliert zu sein, wenn sie ihre Kollegen nicht jeden Tag persönlich sehen. Hinzu komme eine geringere Chance auf eine Beförderung und zunehmend familiäre Streitereien, weil die Grenzen zwischen Job und Familie verschwimmen. Und dann lauert da noch diese heimtückische Kreatur – der innere Schweinehund. Wer im Home Office arbeitet, muss absolut diszipliniert sein, sonst merken Kollegen und Vorgesetzte schnell, dass die Vertriebspräsentation oder der Quartalsbericht zur Never-Ending-Story gerät und die Mittagspausen zeitlich die Jahreshauptversammlung toppen.

Um gar nicht erst in den Verdacht zu kommen, den Begriff „Home-Office“ als Synonym für „heimlich Urlaub“ zu missbrauchen, haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die Ihre Produktivität in den eigenen vier Wänden ankurbeln:

  1. Richten Sie sich ein Arbeitszimmer ein mit einer Tür, die Sie schließen können. So werden Sie nicht so schnell durch private Dinge abgelenkt und signalisieren dem Rest der Familie, dass Sie arbeiten.
  2. Machen Sie sich zurecht, als würden Sie zur Arbeit gehen. Es müssen ja nicht Anzug und Krawatte oder die Pumps sein. Wer sich aber im Pyjama und mit dem Laptop auf den Knien auf die Couch lümmelt, wird kaum etwas Professionelles zu Wege bringen.
  3. Setzen Sie sich Ziele für den Tag. So strukturieren Sie Ihre Arbeit und verlieren sich nicht in unproduktiven „Und-was-mach-ich-jetzt“-Grübeleien.
  4. Stellen Sie sich einen Wecker, wenn Sie Gefahr laufen, zu oft eine Pause zu machen, etwa um die Waschmaschine auszuräumen, die Post zu lesen oder den 5. Cappuccino in zwei Stunden zu trinken. In die Pause geht es dann ganz schulmäßig erst, wenn der Wecker klingelt.
  5. Seien Sie stets erreichbar. Telefonisch sowieso und wenn nicht pausenlos über den Laptop, dann eben über das Smartphone oder den Blackberry: Push-E-Mail und drahtlose Synchronisationsmöglichkeiten sorgen dafür, dass alles Wichtige ohne Zeitverzögerung bei Ihnen ankommt. Über Videokonferenzen oder VoIP-Schaltungen können Sie sogar in Meetings mit Ihrer virtuellen Anwesenheit glänzen. Falls Sie in Ihrem Home-Office keinen Handy-Empfang haben, vergessen Sie nicht, Ihr Mobiltelefon auf das Festnetz umzustellen.

Bildquelle: © mediamo – Fotolia.com


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