Hobbys im Lebenslauf

Ein vollständiges Bild von sich selbst vermitteln

Die Karriereexpertin Bettina Sturm empfiehlt ihren Klienten in ihrer Beratung, Hobbys im Lebenslauf zu erwähnen, denn sie sieht darin einige Vorteile. „Mit Ihren Hobbys geben Sie dem Arbeitgeber neben den sachlichen Fakten einen Einblick in Ihre private Seite und zeigen, womit Sie sich außer Arbeit gern beschäftigen, was Ihnen Spaß macht und wodurch Sie einen Ausgleich zum Job finden“, meint sie. „Durch die Erwähnung von Hobbys im Lebenslauf können Sie das Bild Ihrer eigenen Persönlichkeit abrunden und vervollständigen und so zu einer idealen Selbstpräsentation gelangen“, sagt auch Coach Holger Moller.

Durch Hobbys den Bezug zum Job herstellen

Besonders gut zur Angabe im Lebenslauf eignen sich Hobbys, die sich direkt auf den Beruf beziehen. Durch ein Hobby kann man etwa deutlich machen, dass man bestimmte Jobanforderungen erfüllt. „Beispielsweise zeigt ein Ehrenamt besonderes Engagement, sei es im sozialen Bereich oder in der Freizeit wie bei einem Sportverein“, so Bärbel Bendig. Engagement ist auch im Job eine gern gesehene Eigenschaft. Auch kann durch ein Hobby der direkte Bezug zum angestrebten Berufsbereich hergestellt werden. Holger Moller erklärt dies an einem Beispiel: „Eine Hochschulabsolventin, die beruflich im Bereich Sportmanagement einsteigen möchte und die mehrere Sportarten betreibt, kann sicher mit diesen Angaben zusätzlich punkten.“ Durch Ihre Freizeitaktivitäten können Sie im Idealfall auch einen Bezug zum Wunschunternehmen herstellen. „Eine meiner Klientinnen liebt das Extremwandern und das Speedskaten. Für ihre Initiativbewerbung bei einem Sportartikelhersteller hat sie diese Hobbys genannt“, erklärt Bettina Sturm.

Gesprächsstoff fürs Vorstellungsgespräch

Auch wenn die Angabe von Hobbys keinen direkten Bezug zum Job darstellt, kann sie sinnvoll sein. Im Vorstellungsgespräch können Ihre Hobbys nämlich die ersten Anknüpfungspunkte darstellen. „Erwähnte Hobbys können das Eis brechen, denn hier können Sie frei über etwas sprechen, das Ihnen Spaß macht“, so die Beraterin aus München und sie nennt einen weiteren Vorteil: „Durch Hobbys kann auch eine Verbindung zwischen Bewerber und Personalentscheider entstehen. Gleiche Hobbys zahlen auf das Sympathiekonto ein.“ „Es besteht immer die mehr oder weniger zufällige Möglichkeit, dass ein Entscheider, der zum Beispiel leidenschaftlich Golf spielt, bewusst oder unbewusst Golfern als Mitarbeitern den Vorzug gibt“, meint auch Holger Moller.

Konkret werden bei der Beschreibung

Lesen, Fotografie, Sport. Auch wenn dies Ihre Interessen sind – so wirklich viel kann sich ein Personalentscheider darunter nun nicht vorstellen. „Wenn Hobbys genannt werden, dann sollten sie auf keinen Fall beliebig aneinandergereiht werden“, meint Bärbel Bendig und sie erklärt: „Wer zum Beispiel Lesen als Hobby angeben möchte, sollte sich fragen, was ihn selber interessiert. Gibt es eine Nische, in der Sie sich besonders auskennen? Vielleicht interessieren Sie sich für moderne Fotografie und lesen darüber Bücher oder Sie lesen besonders gerne Biografien von Politikern. Fragen Sie sich auch, wo Sie sich durch Ihr Hobby vertiefte Kenntnisse angeeignet haben.“

Vorsicht bei extremen Hobbys

Bei zu ausgefallenen Hobbys können Sie Ihr Gegenüber aber auch verschrecken. Die Berliner Beraterin warnt: „Hobbys sind auch immer Geschmackssache und Sie sollten sich weder verschroben mit allzu speziellen Hobbys noch zu risikolustig, etwa mit gefährlichen Sportarten darstellen, sondern modern, frisch, interessiert und offen.“ Bettina Sturm schließt sich dieser Meinung an: „Zu riskante Hobbies, vor allem die von außergewöhnlicher Verletzungsgefahr, wie zum Beispiel Basejumping, würde ich nur nach sorgfältiger Überlegung erwähnen. Bei konservativen Unternehmen diese besser nicht nennen, bei progressiven Unternehmen eventuell.“ Mit bestimmten Hobbys im Lebenslauf kann man seinem Gesamtbild auch schaden. Holger Moller nennt ein Beispiel: „Wenn Sie großes Interesse an esoterischen Themen haben, sollten Sie die vielleicht lieber verschweigen, wenn Sie sich auf eine kirchliche Stelle bewerben.“

Bei der Ehrlichkeit bleiben

Wie bereits erwähnt, steht es Ihnen frei Hobbys zu erwähnen oder nicht. Wenn sich von Ihren Freizeitaktivitäten keine so wirklich zur Erwähnung eignet, sollten Sie auch nicht kreativ werden. „Wenn Hobbys aufgeführt werden, dann sollten sie stimmen und ein wirkliches Hobby sein. Schließlich könnten ja Fragen dazu kommen“, meint Bärbel Bendig. „Ehrlichkeit ist wichtig“, sagt auch Bettina Sturm. „Erfinden Sie nichts und stehen Sie zu Ihren Hobbys. Wenn Ihnen die Erwähnung einer Aktivität unangenehm ist, dann lassen Sie es besser.“


Ein Beitrag von Stephanie Thun Bildquelle: © Adam Gregor – Fotolia.com

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