Studie: Geld ist das klassische Hauptmerkmal für einen attraktiven Arbeitgeber

Aus folgenden Kriterien setzt sich Ihr Marktwert zusammen:

Erfahrung: Die Bandbreite Ihrer Erfahrung und nachweisbare Erfolge sind Arbeitgebern echtes Geld wert. Branche: Es gibt häufig große Unterschiede bei der Bezahlung derselben Tätigkeit in unterschiedlichen Branchen, was auch mit den Tarifverträgen der einzelnen Branchen zusammenhängt. So wird eine Sekretärin in der Metallbranche bei gleicher Leistung und gleichem Tätigkeitsumfeld anders bezahlt als in der Chemieindustrie. Unternehmensgröße: Großunternehmen bezahlen, vor allem inklusive der Nebenleistungen, in der Regel besser als kleine Betriebe. Zugleich sind sie aber auch stärker an einen festen Rahmen gebunden, der von der Zentrale festgelegt wird. Ein Mittelständler ist da flexibler. Ausbildung: Der Berufsabschluss, der Studienabschluss, die Fachrichtung, aber auch Zusatzqualifikationen wie eine Promotion oder ein MBA haben Einfluss auf Ihren Marktwert. Passgenauigkeit: Je besser Sie den Anforderungen der Stelle entsprechen, desto mehr wird der Arbeitgeber bereit sein, für Sie zu bezahlen. Region: Die regionalen Gehaltsunterschiede sind oft beachtlich. Wenn Sie etwa in München einen Job annehmen, ist der meist deutlich besser bezahlt als eine vergleichbare Position in Bremerhaven. Da sich auch die Lebenshaltungskosten in beiden Städten unterscheiden, braucht man in München einfach mehr Geld um sich den Lebensstandard zu finanzieren. Flexibilität: Je breiter Sie aufgrund Ihrer Kenntnisse und Qualifikationen eingesetzt werden können und je flexibler Sie hinsichtlich der Arbeitszeiten sind, desto einfacher kann ein Arbeitgeber Sie im Unternehmen sinnvoll einsetzen. Marktsituation: Bei allgemein schlechter Konjunktur oder einer Flaute in einer bestimmten Branche sinkt in der Regel der Marktwert eines Kandidaten. In unserem marktwirtschaftlichen System bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Je mehr gut qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen, desto weniger müssen Arbeitgeber zahlen und umgekehrt genauso. Alter: In den meisten Tarifverträgen hat auch das Alter Einfluss auf die Höhe der Vergütung. Mit zunehmendem Alter wird es für viele Arbeitnehmer schwieriger, auf dem bisherigen Gehaltsniveau einen neuen Job zu finden. Und wer noch sehr jung ist und keine Erfahrung mitbringt, muss auch beim Gehalt Zugeständnisse machen. Auftreten: Der Marktwert ist kein absoluter Begriff, sondern hat viel damit zu tun, wie Sie es verstehen, sich und Ihre Qualifikationen zu präsentieren. Ihr Selbstbewusstsein und Ihr Erscheinungsbild spielen eine wichtige Rolle. Wer etwa arbeitslos ist, dem fällt es oft schwerer, souverän aufzutreten und Forderungen zu stellen. Hier zählen die eigenen Vermarktungsfähigkeiten.

Realistische Einschätzung des Marktwerts vornehmen

Wie kommen Sie nun an Informationen, um Ihren Marktwert realistisch einschätzen zu können? Tarifverträge (Vergütungen z.B. einzusehen im WSI-Tarifarchiv) können einen ersten Einblick in die Gehaltsstruktur der Branche in der jeweiligen Region liefern. Auch die Gehälter von Bekannten und Kollegen, die in vergleichbaren Positionen tätig sind, ergänzen das Bild. Zudem gibt es im Internet zahlreiche Gehaltsvergleichsangebote. Eine Orientierung stellt sicherlich auch Ihr bisheriges Gehalt dar. Aber Vorsicht: Die Zeiten, in denen ein Stellenwechsel automatisch mit 10 bis 15 Prozent Gehaltssteigerung einherging, sind vorbei. Auch die Erfahrungen, die Sie bei Vorstellungsgesprächen sammeln, können als Orientierung dienen. Wenn das Gespräch immer sehr gut verläuft und sobald es zum Thema Gehalt kommt, abrupt abfällt, sollten Sie über Ihren realistischen Marktwert nochmals nachdenken.


Buchtipp: Doris Brenner, Frank Brenner: „Gut sein allein genügt nicht – Wie Sie im Job den Erfolg haben, den Sie verdienen“, Haufe Verlag 2008, 192 Seiten, € 19,80, ISBN 978-3-448-09069-7 Bildquelle: © Frog 974 – Fotolia.com

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