Unternehmen bleiben zuversichtlich

„Seit Ende der großen Wirtschaftskrise klettern die Löhne und Gehälter konstant nach oben“, meint Marco Reiners, Leiter des Bereiches Performance, Reward & Talent DACH bei Aon Hewitt. „Und das, obwohl sich die Aussichten gerade in den letzten Monaten wieder deutlich eingetrübt haben – das deutsche Wirtschaftswachstum wird für das kommende Jahr nur noch auf 0,8 Prozent geschätzt.“ Dennoch bleiben die Unternehmen offenbar zuversichtlich. Wird die geschätzte Inflation für 2013 von 1,6 Prozent in Betracht gezogen, dürfen sich Arbeitnehmer auf real 1,5 Prozent mehr in den Geldbörsen freuen.

Mitarbeiter haben Gehaltserhöhungen immer mehr selbst in der Hand

Reiners meint weiterhin, Unternehmen scheinen den Mitarbeiter als Erfolgsfaktor mehr zu würdigen wissen. 2013 sollen auch die leistungsbezogenen Erhöhungsbudgets über alle Mitarbeitergruppen hinweg wachsen, im Schnitt um 2,7 Prozent. „Seit 2010 geht es hier kontinuierlich nach oben. Die Mitarbeiter haben es immer mehr selbst in der Hand, durch ihre eigene zielgerichtete Leistung ihre Gehaltserhöhungen zu beeinflussen – vom gewerblichen Arbeiter bis hin zum Top-Manager. Das stützt natürlich den Unternehmenserfolg.“

Leistung als wichtigster Faktor für eine Gehaltserhöhung

Wonach orientieren sich Unternehmen bei ihren individuellen Vergütungsentscheidungen? Für 68 Prozent der befragten Unternehmen steht Leistung an der Spitze der wichtigsten Faktoren, dicht gefolgt von interner Fairness mit 54 Prozent. Seniorität, also wer am längsten im Unternehmen ist, steht mit nur 16 Prozent am Ende der Tabelle. „Es spielt immer weniger eine Rolle, wie lang man schon im Unternehmen ist – es zählt viel mehr, was man tatsächlich zu dessen Erfolg beiträgt“, meint Reiners. Entsprechend planen 30 Prozent der Unternehmen, die Leistungskriterien ihrer Bonuspläne zu überprüfen und zu verbessern. Ein Viertel möchte 2013 auch die betrieblichen Sozial- und Nebenleistungen optimieren – 10 Prozent mehr als noch 2012.

Höchsten Steigerungen für IT- und Pharmabranche erwartet

Nach Branchen unterteilt planen für 2013 Unternehmen aus der IT-Sparte mit 3,9 Prozent die höchsten Lohn- und Gehaltssteigerungen, gefolgt von der pharmazeutischen Industrie mit 3,4 Prozent. Diese Wachstumsbranchen liegen schon 2012 bereits im vorderen Feld der Erhöhungsbudgets. Auch die Automobilindustrie und die Chemiebranche liegen in diesem Jahr weit vorne. Die größte Differenz zwischen prognostizierten (3,4 Prozent) und tatsächlichen Gehaltssteigerungen (2,9 Prozent) weist die Finanzdienstleistungsbranche auf. Ebenso schwach schneidet die Nahrungs- und Genussmittelbranche ab. „Das spiegelt sehr deutlich die aktuelle wirtschaftliche Lage der Sektoren wider“, so Reiners. „Die IT-Branche ist von der Krise kaum betroffen und boomt weiterhin, die demographischen Bedingungen kommen der Pharmaindustrie zugute und lassen auf zukünftiges Wachstum hoffen. Im Bankensektor ist die Lage dagegen weiterhin angespannt, und auch die Nahrungs- und Genussmittelindustrie muss sich einem schwierigen Geschäftsumfeld mit erhöhten Rohstoffpreisen und größerer Sparneigung der Konsumenten stellen.“ Bildquelle: © Joachim Wendler – Fotolia.com

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