Sieben Fragen für langweilige Bewerber

Wenn ein Bewerber im Vorstellungsgespräch gefragt wird, ob er noch Fragen an das Unternehmen hat, sollte er tunlichst nicht nein sagen. Fast ebenso fatal sind aber Fragen zu Dingen, die man mühelos im Internet recherchieren kann oder die sich von selbst beantworten. Dann kann der Personaler kaum ein Gähnen unterdrücken. Sie sitzen im Vorstellungsgespräch und sind bestens vorbereitet. Der Personaler gibt alles: „Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?“ Die Antwort haben Sie parat. „Was war Ihr größter Fehler und was haben Sie daraus gelernt?“ Keine Schwierigkeit für Sie. „Welchen Mehrwert würden gerade Sie unserem Unternehmen bringen?“ Sie bleiben cool. Selbst die kniffligsten Fragen des Personalers meistern Sie mit Bravour. Und dann, völlig unvermittelt, katapultiert Sie eine kleine harmlose Bemerkung aus Ihrem selbstsicheren Bewerbersitz. „Haben Sie noch Fragen an uns?“

Gehört das noch zum Test?

Die Frage nach den Fragen soll dem Bewerber eigentlich nicht mehr auf den Zahn fühlen und tut es trotzdem irgendwie. Denn wenn Sie nun zu stammeln beginnen oder gar mit „Äh …nö?“ antworten, reißen Sie vieles ein, was Sie sich bis dato im Bewerbungsgespräch so souverän aufgebaut haben. Welche Fragen Sie an das Unternehmen haben, zeigt dem Personaler unter anderem, wie groß Ihr Interesse an dem Job tatsächlich ist. Oder ob Sie während des Gesprächs aufmerksam und interessiert zugehört haben. Wer selbst noch Fragen hat, beweist Intelligenz und Selbstbewusstsein. Vorausgesetzt er stellt die richtigen Fragen.

Ungenutzte Chance

Wenn der Personaler von Ihnen wissen möchte, ob Sie noch Fragen zum Unternehmen oder der vakanten Stelle haben, ist das durchaus ernst gemeint. Jetzt geht es nicht darum, pauschal irgendetwas zu fragen. Sie haben an dieser Stelle des Bewerbungsgesprächs die einmalige Chance, mit Ihrer Persönlichkeit zu glänzen und gleichzeitig mehr Informationen zu bekommen. So können Sie besser entscheiden, ob der Job wirklich zu Ihnen passt oder nicht. Wer diese Chance nicht nutzt und nur einen müden, unüberlegten Versuch startet, wirkt auf den Personaler langweilig und wenig engagiert.

Sieben Fragen für Langweiler

Um Sie davor zu bewahren, in die Langweiler-Schublade gesteckt zu werden, haben wir die sieben Fragen aufgelistet, die Sie als Bewerber möglichst NICHT stellen sollen. Zum Beispiel Fragen, die Sie im Vorfeld ohne Schwierigkeiten hätten recherchieren können:

  • Wie groß ist das Unternehmen eigentlich? / Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen?
  • Hat die Firma auch Filialen im Ausland?

Oder naive Fragen, auf die der Personaler ohnehin nur auf eine Weise antworten kann:

  • Sind meine Kollegen / ist mein Chef nett?
  • Überwachen Sie, ob die Mitarbeiter während der Arbeitszeit privat im Internet surfen?

Unklug sind auch Fragen, die an Ihrer Motivation zweifeln lassen:

  • Nach wieviel Monaten bekomme ich meine erste Gehaltserhöhung?
  • Wann kann ich in Urlaub gehen?
  • Bekomme ich einen Firmenwagen, den meine Frau / mein Mann auch benutzen darf?

Dumme Fragen, dummer Bewerber?

Diese Fragen sind allesamt unpassend und lassen den Bewerber aufgrund mangelnder Originalität oder Finesse nicht nur langweilig, sondern im schlimmsten Fall sogar dumm dastehen. Dabei ist es manchmal gar nicht ausschlaggebend, was man fragt, sondern wie man die Frage stellt. Der Urlaubsanspruch zum Beispiel ist durchaus ein wichtiges Kriterium für den Kandidaten, kann aber viel geschickter erfragt werden, als im oben genannten Beispiel.

Fazit: Mit den richtigen Fragen doppelt punkten

Wer also die richtigen Fragen auf eine angemessene Art und Weise stellt, wird vom Personaler als selbstbewusst, intelligent und interessiert wahrgenommen. Überlegen Sie sich deshalb in Vorbereitung auf des Bewerbungsgesprächs immer auch eigene Fragen, die Ihnen bei einer Entscheidung für oder gegen den Job helfen können. Übertreiben Sie es aber nicht. Sie sollen den Personaler ja nicht ins Kreuzverhör nehmen. Damit wirken Sie schnell arrogant und übermotiviert. Sollte sich die eine oder andere Frage während des Job-Interviews schon von selbst beantwortet haben, ist es natürlich müßig, sie nochmal zu stellen. Allerdings können während des Gesprächs weitere Fragen auftreten. Machen Sie sich kurze Notizen zum Gesagten, so dass Sie am Ende des Vorstellungsgespräches bei einzelnen interessanten oder ungeklärten Punkten nachhaken können. So bekommen Sie die gewünschten Informationen und signalisieren dem Personaler gleichzeitig, dass Sie aufmerksam und interessiert zugehört haben.


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