Ein Gastbeitrag von Ina Konopka.

Arbeiten wann man will: Arbeitnehmer wünschen sich verstärkt flexible Arbeitszeiten. In unserem Blogbeitrag erklären wir verschiedene Arbeitszeitmodelle, zeigen Vor- und Nachteile zum starren Nine to Five Job auf und geben Tipps, wie Sie das Thema beim Chef anbringen.

In einigen deutschen Unternehmen herrschen nach wie vor starre Arbeitszeiten und unflexible Strukturen vor. Viele Arbeitgeber können oder wollen ihren Mitarbeitern die Entscheidung über die Dauer sowie Anfangs- und Endzeiten ihres Arbeitstages nicht selbst überlassen. Vertrauen und das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter wird überschätzt. Dabei wünschen sich die meisten Arbeitnehmer, dass Sie ihre Arbeitszeiten flexibler gestalten können um zum Beispiel Familie und Job unter einen Hut zu bringen.

Es gibt aber auch Unternehmen, vor allem Jüngere, bei denen das Credo lautet: Flexible Arbeitszeiten und die Mitarbeiter selbst entscheiden lassen, zu welcher Tageszeit sie am produktivsten sind. Das zollt nicht nur auf Mitarbeiterwertschätzung ein, sondern steigert in der Regel auch die Motivation der Arbeitnehmer.

Gleitzeit: Mehr Flexibilität

Beim Gleitzeit-Modell wird mit den Mitarbeitern eine bestimmte Kernzeit vereinbart, an der sie am Arbeitsplatz anwesend sein müssen. Diese kann von Arbeitgeber zu Arbeitgeber ganz unterschiedlich sein. Grundsatz dieses Modells ist es, dass der Mitarbeiter in einem gewissen Rahmen, außerhalb der Kernzeit, selbst entscheiden kann, wann er mit seiner Arbeit beginnt und wann er den Arbeitstag beendet. Das setzt beidseitiges Vertrauen voraus, bringt aber auch viele Vorteile mit sich: So können Mitarbeiter ihre Arbeitszeit flexibel gestalten und private Termine werden zur alleinigen Sache des Mitarbeiters und können ganz bequem außerhalb der Kernarbeitszeit erledigt werden, ohne vorher Urlaubs- oder Sonderanträge einreichen zu müssen. Vorsicht ist allerdings bei Mitarbeitern geboten, die dazu neigen viele Überstunden zu machen und Arbeit und Privates miteinander vermischen. So kann es ggf. nützlich sein, Arbeitszeitkonten zu führen in den Minus- und Überstunden festgehalten werden.

Teilzeit: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Vom Arbeitszeitmodell Teilzeit können gerade berufstätige Eltern profitieren. Die wöchentliche Arbeitszeit (zum Beispiel 40 Stunden) wird reduziert und individuell vereinbart. Dabei kann Teilzeit sowohl als klassischer Halbtagsjob ausgeübt werden, genauso gut kann mit dem Arbeitgeber aber auch vereinbart werden, dass die Arbeitstage reduziert werden und man volle, aber weniger Tage in der Woche arbeitet. So werden individuelle Freiräume geschaffen. Doch nicht nur Eltern können davon profitieren, sondern auch Menschen die sich dazu entschließen eine Weiterbildung zu machen oder aus anderen Gründen keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen können oder möchten. Im Team bedeutet die reduzierte Arbeitszeit einzelner Mitarbeiter, dass es einer erhöhten Abstimmung im Team bedarf, und der Koordinationsaufwand in der Regel steigt. Werden Absprachen und Regeln aber eingehalten, stellt das keinen Nachteil dar.

Vertrauensarbeitszeit: Eigenverantwortung und Zeitmanagement

Die Arbeitszeit auf Vertrauensbasis setzt voraus, dass genau dieses besteht, ein Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber das auf Vertrauen basiert. Hinzu kommt ein hohes Maß an Eigenverantwortung und ein gutes Zeitmanagement. Denn im Gegensatz zur Gleitzeit gibt es keine Kernarbeitszeiten. Grundprinzip dieses Modells ist es, dass der Mitarbeiter seine Aufgaben termingerecht erledigt. Wann er dabei kommt oder geht, wo er arbeitet und wie, liegt in seinem eigenen Ermessen. Viele, gerade junge Mitarbeiter, schätzen diese Form der Zusammenarbeit und werden durch das eigenverantwortliche Arbeiten motiviert und angespornt. Dabei verschwimmen die Grenzen von Arbeit und Privatem nicht allzu selten eine ausgewogene Work-Life-Balance ist nicht mehr möglich. Hier ist der Chef gefordert, die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter im Blick zu behalten und einzugreifen, wenn Mehrstunden Überhand nehmen. Denn schlechtes Zeitmanagement oder unrealistische Zielvereinbarungen können schnell zu Überforderung, Stress und unter Umständen sogar zu einem Burn-out führen.

Wie sag ich’s dem Chef?

Klar ist: Die Einführung flexibler Arbeitszeiten verläuft nicht immer reibungslos. Viele Arbeitnehmer trauen sich nicht, eine Aufweichung starrer Arbeitszeiten anzusprechen oder solche Regelungen gar einzufordern. Sie befürchten, in einem schlechten Licht wahrgenommen und als Leistungsverweigerer gesehen zu werden. Dabei sind vor allem Fachkräfte bereit, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Das Zeitmanagement für Ihre Projekte planen Sie ohnehin größtenteils selbst. Und wer sich die Dinge selbst einteilen darf, stürzt sich auch mit mehr Freude auf die Arbeit. Deshalb: Machen Sie sich einen Plan und überlegen Sie, wie sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber von einem der flexiblen Arbeitszeitmodelle profitieren können und fragen Sie Ihren Chef.

 

Die Autorin Ina Konopka ist als Online Marketingreferentin bei Orizon, einem der Top10 Personaldienstleister in Deutschland, tätig.

 


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