Auf Geschäftsreisen lauern so einige Fettnäpfchen. Im Folgenden berichtet die Imagetrainerin Nicola Schmidt von ein paar nicht sehr vorteilhaften Situationen, die sie auf Geschäftsreisen beobachtet hat und hält dazu passende Verhaltenstipps parat.

Wer so viel für den Job unterwegs ist wie ich, erlebt sicher auch so Einiges. Manche Dinge lassen mich schmunzeln, über anderes kann ich nur den Kopf schütteln. Viele Menschen sind sich gar nicht darüber bewusst, in welche Fettnäpfchen sie treten, wenn sie auf Reisen sind. Häufig kommen wir unterwegs auch in unbekannte Situationen und wissen dann nicht, wie wir uns am besten verhalten sollen.

Im Folgenden sind einige nicht sehr vorteilhafte Situationen, die ich auf Geschäftsreisen beobachtet habe.

„Sie haben da etwas im Gesicht…“

Nein, Sie bringen Ihr Gegenüber nicht in eine unangenehme Situation, wenn Sie ihn darauf hinweisen, dass er noch Essensreste im Gesicht hat. Mir fällt dazu immer der berühmte Sketch „Die Nudel“ von Loriot ein.

Egal, ob die Situation geschäftlich oder privater Natur ist, versetzen Sie sich einmal in die Lage dieser Person. Sie führen eine längere Unterhaltung mit Ihrem Gegenüber, haben möglicherweise danach noch andere Termine und niemand sagt Ihnen, dass Sie ein Stück Petersilie am Mundwinkel kleben haben. Lassen Sie den anderen nicht im Regen stehen! Ihr Gegenüber wird es ihnen danken.

Wünscht man nun Gesundheit oder nicht?

Im Zugabteil wurde letztens von Mitreisenden diskutiert, ob man Gesundheit wünschen soll oder nicht, wenn jemand geniest hat. Zumal es ja die „neue“ Erkenntnis gebe, dass man Gesundheit nicht mehr sagt, sondern sich stattdessen entschuldigen sollte.

Niesen ist zwar ein unkontrolliertes Körpergeräusch wie das Magenknurren auch, für das wir uns nicht zu entschuldigen brauchen. Normalerweise wird ein Niesen ignoriert, doch wir sind Menschen. Folgen wir doch einmal unserem gesunden Menschenverstand und wünschen dem Niesenden Gesundheit. Je nach Situation reicht auch ein Nicken oder ein Lächeln.

„Schatz, sind die Kinder schon wach?“

Viele Zeitgenossen meinen, sie müssten immer erreichbar sein, selbst im Flugzeug oder auch in der Bahn. Kaum hingesetzt, da wird schon angerufen und es werden lauthals Kleinigkeiten mit dem Partner ausgetauscht (den man vor knapp zwei Stunden noch gesehen hat), wie „Sind die Kinder schon auf?“ oder „Ja, der Flieger startet jetzt. Ich melde mich später nochmal.“

Auf Reisen können Sie sich etwas entspannen, sich auf Ihr Meeting vorbereiten oder in Ruhe die Zeitung lesen. Schade, wenn Sie durch schrille, laute Klingeltöne und einer mehrstündigen lauten Unterhaltung hochgeschreckt, bzw. dauerberieselt werden. Ein Zugabteil ist für alle da, deshalb sollte auch in ausgewiesenen Zonen diskret telefoniert werden. Im Flugzeug sollte das Gerät so lange ausgeschaltet sein, bis die Landung vollendet ist. Also, schalten Sie ihr Handy ruhig mal aus. Seien sie auch mal nicht erreichbar und genießen sie die Ruhe.

Die Dame begrüße ich zuerst – oder doch nicht?

Wenn sie am Flughafen vom Kunden abgeholt werden und ihnen die Sekretärin zuerst entgegenkommt, gefolgt von dem Kunden. Wen grüßen sie zuerst? Die Sekretärin, weil sie eine Frau ist? Frauen werden doch immer zuerst begrüßt, oder?

In einer privaten Situation, ja, wird die Dame zuerst begrüßt, hier gilt die traditionelle Regel. Doch im Berufsleben ist es mittlerweile – aufgrund der Gleichstellung – Gang und Gebe nach dem Rang zu begrüßen,  es wird demnach nicht mehr nach Alter und Geschlecht entschieden. Deshalb gilt als Regel: Der Kunde wird zuerst begrüßt und dann die Sekretärin.

Allerdings gibt es, wie so oft im Leben, Ausnahmesituationen. Nämlich, wie schon geschildert, dass die Sekretärin vorangeht. Natürlich begrüßen sie sie dann zuerst und dann den Kunden. Schließlich wäre es stillos, sie zu ignorieren, um den Kunden zuerst zu begrüßen.

Und hopp, hier kommt die Visitenkarte!

Manche Geschäftsleute gehen mit der Visitenkarte um, als ob sie eine Frisbee-Scheibe in der Hand haben. Sie schleudern die Karte mal eben so über den Tisch. Frei nach dem Motto: „Fang!“

Schöner ist es, dem anderen die Visitenkarte so zu überreichen, dass der Empfänger sie nicht erst zum Lesen umdrehen braucht. Das Vertrauen Ihres geschäftlichen Gegenübers sollten Sie mit Respekt und Wertschätzung honorieren.


Nicola Schmidt ist Expertin für Business-Etikette, optische Kompetenz, Rhetorik, Stimme und Körpersprache. Sie bietet dazu Seminare, Vorträge und Einzelcoachings  im deutschsprachigen Raum an, denn charismatisches und sicheres Auftreten bilden das Fundament für den geschäftlichen Erfolg auf jedem Parkett. Weitere Informationen zu Nicola Schmidt und ihrem Angebot gibt es unter www.image-impulse.com.

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