13.12.2016 -

Von der Wirtschafts- und Finanzkrise blieb kaum eine Branche verschont – fast überall wurden Stellen abgebaut und Neueinstellungen werden noch immer auf die lange Bank geschoben. Doch in einer Branche ist genau das Gegenteil der Fall: Bei den erneuerbaren Energien bleiben viele Stellen unbesetzt, weil branchenspezifisch qualifiziertes Fachpersonal fehlt.

Im Jahr 2020 werden erneuerbare Energien fast die Hälfte des Strombedarfs in Deutschland decken. Das ergab eine gemeinsame Studie des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) und der Agentur für Erneuerbare Energien. Energie aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Geothermie wird dann „das prägende Element” der Stromversorgung sein, wie der BEE erklärt. Millionen Tonnen an klimaschädlichem CO2 sowie Milliardenbeträge bei Brennstoffimporten könnten so eingespart werden. Seit Anfang 2009 wird der Ausbau von Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert.

Die erneuerbaren Energien werden zunehmend zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Damit wird sich laut dem deutschen Bundesministerium für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die Zahl der Arbeitsplätze dieser Branche in den nächsten zehn Jahren auf mindestens 500.000 verdoppeln. Nicht ohne Grund also werden für diese Zukunftsbranche branchenspezifisch qualifizierte Maschinenbauer, Elektrotechniker, Ingenieure, aber auch Vertriebsmitarbeiter und Bürokräfte gesucht. Berufseinsteiger und erfahrene Fachkräfte haben gleichermaßen gute Chancen.

Gute Chancen für Quereinsteiger

Aber wo sollen die händeringend gesuchten Experten für dieses noch recht junge Berufsfeld herkommen? Wer jetzt seine Weichen für die spätere Berufswahl stellt, kann sich direkt mit einem Studium und enstprechendem Schwerpunkt für erneuerbare Energietechniken spezialisieren. Doch das ist noch nicht lange so und aktuell schließen diese Lücke hauptsächlich Quereinsteiger aus verwandten Fachgebieten: Ingenieure und Techniker aus Maschinenbau, Umwelt-, Verfahrens-, Elektro- und Energietechnik sowie Bauwesen. Auch Betriebswirte, Naturwissenschaftler oder Landwirte, Raum-, Stadt- und Landschaftsplaner haben gute Chancen. Darüber hinaus bieten auch einige Institute branchenspezifische Weiterbildungen für Quereinsteiger in den Bereich der alternativen Energien.

Professionelle Beratung bei der Karrieregestaltung

Die unabhängige Personalberatung Sunjob CONSULT spezialisiert sich einzig auf die Vermittlung von Jobs im Umfeld der erneuerbaren Energien. Nutzt ein Bewerber den Service von Sunjob, erhält er nur Jobangebote aus dieser Branche. Vor allem kommt er so an Angebote, die nicht öffentlich ausgeschrieben sind. Zudem entstehen durch den Kontakt zu der Personalberatung viele nützliche Kontakte in die Branche der Erneuerbaren Energien. Besonders gefragt sind Ingenieure, Techniker, Vertriebler, General Manager, Projektierer sowie Business- und Project Developer. Bei Bedarf werden auch komplette Projektteams für weltweite Einsätze vermittelt.

„Die gesamte Branche der erneuerbaren Energien steht erst am Anfang ihrer Entwicklung, vergleichbar mit der Automobilbranche zu Beginn des 20. Jahrhunderts”, sagt Christian Röther, einer der Gründer und Gesellschafter von Sunjob CONSULT. „Dieser Bereich wird und muss sich in der Zukunft stark weiterentwickeln.”

Arbeitgeber mit vielversprechenden Einsatzbereichen

Die größten Arbeitgeber in der erneuerbaren Energie mit Einsatzbereichen bei Herstellern, Zulieferern oder Projektierern sind laut BMU aus der Bioenergiebranche, Wind- und Solarenergie. Dazu nähere Informationen vom BMU und dem Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR):

Bioenergie: Das EEG fördert die Produktion von Strom, Wärme und Treibstoffen aus Biomasse. Dies sind nachwachsende Rohstoffe wie zum Beispiel Holz, aber auch pflanzliche und tierische Abfälle. Die Bioenergiebranche ist damit sehr breit gefächert: Biogasanlagen produzieren Strom und Wärme. Biodiesel aus Raps, Pflanzenöle oder synthetischer Diesel aus Biomasse werden als Treibstoffe eingesetzt. Holzpellets-Heizungen sind eine Alternative zur Öl- oder Gasheizung in Eigenheimen, während Holzhackschnitzel-Heizungen in größeren Gebäuden oder Biomasse-Heizkraftwerke zur Versorgung ganzer Wohngebiete (Nah- und Fernwärme-Syteme) eingesetzt werden.

Windenergie: Die frühe Nutzung der Windenergie hat in Deutschland dazu geführt, dass sich ein neuer Industriezweig rund um die Windkraftanlagen-Technik entwickelte. Laut BMU standen Ende 2007 in Deutschland 19.460 Windräder mit einer Leistung von rund 22.247 Megawatt zur Stromerzeugung bereit. Damit leistete die Windenergie auch im Jahr 2007 den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Die Windenergie-Branche umfasst u.a. Hersteller von Windenergieanlagen, Zulieferer, Service-Firmen, Windpark-Projektierer, Finanzierer und weitere Dienstleistungsunternehmen, die spezielles Know-how auf dem Gebiet der Windenergie entwickelt haben. Der Windenergie-Markt ist international und seit Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs.

Solarenergie: Als langfristige sichere Energiequelle liefert uns die Sonne jährlich eine Energiemenge, die den Energiebedarf in Deutschland um das etwa 80-fache übersteigt. Möglichkeiten, die Sonnenenergie auch in Deutschland zu nutzen, sind die solarthermische Wärmenutzung durch Sonnenkollektoren, die passive Solarnutzung und die Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Anlagen.

Die Solarindustrie verzeichnet seit einigen Jahren hohe jährliche Wachstumsraten. Insgesamt waren im Jahr 2007 über 9,6 Mio. Quadratmeter Kollektorfläche in Deutschland installiert. Damit wird die Solarwärme zunehmend genutzt und mit steigenden Öl- und Gaspreisen werden die Solarwärmeanlagen immer interessanter.

Bildquelle: © siwi1 – Fotolia.com