ohne Berufserfahrung

Die eigenen Kompetenzen bewusst machen

„Neben Kompetenzen aus Ausbildung oder Studium gibt es viele Erfahrungen, die im privaten Bereich oder ehrenamtlich erworben wurden“, sagt der Bewerbungsberater Holger Moller. Er empfiehlt in Lebenslauf und Anschreiben alle vorhandenen Kompetenzen heraus zu stellen, die unterstützend auf Ihre Bewerbung wirken können: Nebenjobs, ehrenamtliches Engagement, Weiterbildungen, Seminararbeiten oder Workshops.

Was fordert das Unternehmen?

Um Zeit und Mühe zu sparen, sollte man sich natürlich nur auf geeignete Stellenanzeigen bewerben. Untersuchen Sie dafür das Stellenangebot auf seine Muss- und Kann-Kriterien hin. „Wird in Stellenbeschreibungen Berufserfahrung verlangt, gilt es zu differenzieren, ob sie unerlässlich ist, denn dann ist eine Bewerbung nicht zu empfehlen“, erklärt Holger Moller. „Kann die Berufserfahrung jedoch lediglich im Sinne einer Maximalforderung des Arbeitgebers gedeutet werden, dann sollte man sich gelassen trotzdem bewerben.“ Unternehmen sind immer auf der Suche nach dem Idealkandidaten, findet sich der aber nicht, ergeben sich für andere Bewerber Chancen. Der Karrierecoach nennt ein Beispiel: „Eine Unternehmensberatung wird natürlich lieber einen Kandidaten einstellen, der schon Erfahrungen in einer studentischen Unternehmensberatung gesammelt hat. Aber wenn dieser sich nicht bewirbt, muss ein Arbeitgeber Abstriche machen.“

Sich selbst vermarkten und strategisch vorgehen

Zudem sollten sich gerade Berufsanfänger Ziele setzen und aktiv Selbstmarketing betreiben. „Ein klares berufliches Nahziel definieren, Recherche geeigneter Unternehmen und Ansprechpartner in der Fachabteilung, Initiativbewerbungen, Netzwerken und Social Media Marketing“, empfiehlt der Experte. Weitere wertvolle Bewerbungsstrategien finden Jobsuchende auch in „Die Guerilla-Bewerbung“ von Bestsellerautorin und Karriereexpertin Svenja Hofert. In ihrem Ratgeber zeigt sie 16 ungewöhnliche Strategien für eine erfolgreiche Jobsuche auf, ganz abseits ausgetretener Bewerbungspfade. Zudem erklärt sie die Bedeutung des verdeckten Stellenmarktes und wie man von freien Stellen erfährt, lange bevor sie ausgeschrieben werden. Denn je früher man als Bewerber bei einem Unternehmen im Gespräch ist, desto besser stehen die Chancen auf den Job und daher ist es auch so wichtig, Kontakte zu knüpfen.

Passende Kontakte sammeln

Es ist kein Geheimnis, dass Vitamin B nur gut tut, aber wie kommt man als Berufsanfänger an so wertvolle Kontakte? Halten Sie zunächst Augen und Ohren auf im Freundes- und Bekanntenkreis, um beruflich relevante Kontakte zu finden. Nach Arbeitnehmern in einer bestimmten Funktion oder bei einem bestimmten Unternehmen können Sie auch auf Xing oder LinkedIn recherchieren und sie eventuell auch ansprechen. „Treten Sie dort auch geeigneten Gruppen für das persönliche Networking bei und beteiligen Sie sich aktiv. Auch daraus können sich dann weiterführende Möglichkeiten ergeben“, meint Holger Moller. Der Karriereberater rät, informell Kontakte zu einigen Menschen zu knüpfen, die im angestrebten Wunschjob tätig sind oder als Vorgesetzter regelmäßig solche Positionen besetzen. „Befragen Sie dann diese Personen, wie man als Einsteiger am besten vorgeht, um eine solche Stelle zu bekommen“, empfiehlt er. „Im Idealfall ergibt sich über den Kontakt früher oder später ein Job. Aber seien Sie auch darauf gefasst, abgeblockt zu werden. Größtenteils jedoch erhält man wertvolle Informationen, denn die meisten Menschen geben gern Auskünfte.“

Frühzeitig mit dem Berufseinstieg beschäftigen

Wer das Ende seiner Ausbildung oder des Studiums absehen kann, sollte sich auch bereits dann mit dem beruflichen Einstieg befassen. „Hochschulabsolventen sollten sich ungefähr ein Jahr vor dem Abschluss ein Einstiegsziel formulieren und dann nach und nach zielgerichtet Kontakte knüpfen“, so der Karrierecoach. Neben den eben erwähnten Methoden eignen sich für Absolventen auch Jobmessen oder Karriereevents von Unternehmen. „Für Auszubildende ist es natürlich ideal, wenn sie vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Deshalb rate ich, sich darum zu kümmern, wenn nicht gewichtige Gründe dagegen sprechen“, meint Moller. „Ist eine Übernahme aus betrieblichen Gründen nicht möglich, hilft eine Empfehlung des Ausbildungsbetriebes oder ein differenziertes Ausbildungszeugnis, das spezielle Stärken deutlich macht.“


Holger Moller bietet individuelles Coaching rund um berufliche Themen wie Bewerbungsstrategien, Stellensuche und Sinnfindung im Beruf. Mehr Informationen: wfb.holger-moller.de Buchtipp: „Die Guerilla-Bewerbung“ von Svenja Hofert, Campus Verlag, € 17,99, ISBN 978-3-593-39694-1 Bildquelle: © tsyhun – Shutterstock.com

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