Das richtige Licht am Arbeitsplatz

Blockaden abbauen

Kreativität lässt sich trainieren, behaupten Experten. Per Definition ist Kreativität nichts weiter als die Neukombination von Informationen. Oder komplizierter ausgedrückt: Es ist die Fähigkeit, unabhängige, nicht logisch verbundene Sachverhalte durch freie Assoziationen mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und mittels Fantasie neue Sinnbezüge zu schaffen, meist um ein Problem zu lösen. Die eigentliche Kunst liegt also im freien Assoziieren. Nicht ohne Grund heißt es: „Kreativität fängt da an, wo der Verstand aufhört, das Denken zu behindern.“ Meist hindern uns aber innere Blockaden daran, unsere Gedanken schweifen zu lassen. Zeit- und Erfolgsdruck sind da sicherlich an erster Stelle zu nennen. Statt ungehindert zu  schweifen, prallen die Gedanken nach ersten zaghaften Flugversuchen unweigerlich gegen eine unsichtbare Mauer: „Nur noch 3 Stunden Zeit und mir ist noch nichts eingefallen“ oder „Das schaff ich nie“ oder „Die Idee MUSS bahnbrechend sein“ und so weiter und so fort.

Innovationskultur fördert kreative Mitarbeiter

Dabei ist die zur Verfügung stehende Zeit nicht das eigentliche Problem, sondern die Angst, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Der Druck, den wir uns selbst machen. Hinzu kommt, dass wir viele kreative Ideen schon im Ansatz verwerfen, weil wir sie bereits analysieren und bewerten, kaum dass wir den Gedanken zu Ende geführt haben. Wer einen kreativen Flow erleben möchte, muss in der Lage sein, eigene Gedanken und Ideen ungefiltert und unzensiert zu sammeln. Diese wichtigste Regel beim Brainstorming gilt nicht nur in der Gruppe, sondern auch, wenn Sie es allein in Ihrem Hirn kreativ stürmen lassen. Und schließlich ist da noch die Angst vor der Blamage. Wenn im Unternehmen keine Innovationskultur gelebt wird, die neue Denkweisen fördert, fällt es schwer, vor Kollegen und Vorgesetzten einfach mal „drauf los zu spinnen“. Diese Hemmungen sind Kreativitätskiller. Deshalb ermutigen Firmen wie Google oder IBM ihre Mitarbeiter in ihren Ideen, indem sie erlauben, während der Arbeitszeit auch eigene Projekte und Tüfteleien zu verwirklichen.

Das hilft bei Ideenmangel

Mit Kreativitätstechniken wie dem Brainstorming oder Rollenspiel-Methoden (Walt-Disney-Methode, 6-Hüte-Methode) lassen sich vor allem Hemmungen gegenüber Kollegen abbauen, weil es für alle klare Regeln beim Kreativ-Sein gibt. Darüber hinaus gibt es kleine Tricks, mit denen Sie Ihre Kreativität auch außerhalb der Gruppe in Schwung bringen können:

Kreativität hält sich nicht an Arbeitszeiten

Setzen Sie sich nicht selbst unter Druck. Kreativität lässt sich nicht um 9 Uhr ein- und um 18 Uhr wieder ausschalten. Meist kommen die besten Ideen ohnehin nicht am Arbeitsplatz sondern im Urlaub, im Fitnessstudio oder unter der Dusche. Darauf sollten sie vertrauen.

Keine Mentalzensur

Notieren Sie sich ALLE kreativen Ideen und Gedankenansätze, ohne sie gleich einem Quick-Check hinsichtlich ihrer Eignung zu unterziehen. Die Bewertung folgt später im zweiten Schritt. Und wer weiß, vielleicht führt dann ein zunächst abwegiger Gedanke zum Geistesblitz.

Denkpausen verordnen

Wer fieberhaft nach einem kreativen Einfall sucht, wird ihn nicht finden. Kreativitätstrainer empfehlen deshalb, sich von dem gedanklichen Problem zu lösen, in das man sich verrannt hat. Verordnen Sie sich eine Denkpause und widmen Sie sich stattdessen einer monotonen Tätigkeit. Sie können Ihren Arbeitsplatz aufräumen, Unterlagen abheften oder die Blumen im Büro gießen. Während Sie abgelenkt sind, arbeitet Ihr Hirn unbewusst weiter und sucht nach einer kreativen Lösung, die Ihnen wahrscheinlich dann einfällt, wenn Sie gerade nicht damit rechnen.

Perspektivwechsel

Um kreativ zu sein, bedarf es ständig neuer Assoziationen. Die werden Sie nicht finden, wenn Sie pausenlos am Arbeitsplatz hocken. Gehen Sie spazieren – es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen in der Natur zu kreativer Höchstform auflaufen.

Neue Leute kennenlernen

Auch der Austausch mit und das Kennenlernen von anderen Menschen erweitert den Horizont und gibt neue Anregungen. Sie helfen Ihrer Kreativität also auf die Sprünge, indem Sie zum Beispiel Messen und Kongresse oder die eine oder andere After-Work-Veranstaltung besuchen.

Gehirnjogging

Dass Sport auch den Geist fit hält ist allgemein bekannt. Trotzdem sollte Ihr Hirn beim Joggen ab und zu eine Ehrenrunde drehen dürfen. Übungen für effektives Gehirnjogging gibt es zuhauf. Die folgenden beiden Zeichenübungen eignen sich gut für kleine Pausen am Arbeitsplatz:

  1. Zeichnen Sie einen bekannten Gegenstand ab, aber stellen Sie ihn vorher auf den Kopf. Jetzt müssen Sie das zeichnen, was Sie sehen und nicht das, was Sie kennen – Ihre rechte Gehirnhälfte ist gefragt.
  2. Suchen Sie sich eine Form oder eine Figur und zeichnen Sie sie ab, ohne dabei auf das Papier zu sehen. So können Sie nicht dem Impuls nachgeben, Fehlerhaftes sofort zu korrigieren.

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