Gewusst wie! … man eine E-Mail-Bewerbung schreibt

Inhaltlich unterscheidet sich die E-Mail-Bewerbung kaum von der normalen Bewerbungsmappe, sie bringt aber für alle Beteiligten einige Vorteile mit sich. Was Sie beim Erstellen und Formatieren beachten müssen und welche Stolpersteine Ihre digitale Bewerbung vielleicht ins Abseits manövrieren, lesen Sie hier. 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie ist blitzschnell verschickt, kann nach Belieben verteilt werden und verursacht weder Papiermüll noch transportbedingten CO2-Ausstoß. Die E-Mail-Bewerbung ist der bereits leicht angestaubten Bewerbungsmappe in vielen Dingen überlegen und wird deshalb auch von Personalern bevorzugt. Trotzdem sollten Sie mindestens genau so viel Sorgfalt in Ihr digitales Gesuch investieren, wie in das Papier-Pendant.

Besonderer Vorteil: Sinnvolle Verlinkungen einbauen

Inhaltlich unterscheidet sich eine E-Mail-Bewerbung kaum von der gedruckten und per Post verschickten Version. Zentrale Bestandteile sind auch hier das Anschreiben, der Lebenslauf und relevante Zeugnisse. Auf eine dritte Seite oder den Quick-Reader dürfen Sie gern verzichten. Ob Sie ein Foto von sich integrieren möchten, bleibt Ihnen überlassen. Falls Sie sich dafür entscheiden, bauen Sie es bitte in den Lebenslauf ein und schicken Sie es nicht als separates Attachment mit. Ein großer Vorteil der E-Mail-Bewerbung ist die Möglichkeit, weiterführende Links einzubauen, zum Beispiel auf Ihr Business-Profil, eine persönliche Karriereseite, ein Bewerbungsvideo oder ein von Ihnen geführtes Blog. Übertreiben Sie es aber nicht mit den Verlinkungen.

Einzeldateien oder Sammeldokument? So gehen Sie am besten vor

Meist werden sämtliche Unterlagen in einem Anhang zusammengefasst. Manche Personaler möchten jedoch die Dokumente lieber als Einzeldateien erhalten. Achten Sie in diesem Fall auf ein einheitliches Dateiformat und aussagekräftige Dateinamen. Möchten Sie nur eine Bewerbungsdatei inklusive Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen versenden, erstellen Sie am besten ein Dokument in einem Textprogramm wie Word oder Pages. Sie beginnen mit dem Anschreiben, so wie Sie es auch für die Papierform entwerfen würden. Darunter fügen Sie einen Seitenumbruch ein und machen auf der neuen Seite mit dem Lebenslauf weiter. Bleiben Sie bei der Schrift, die Sie für Ihr Anschreiben gewählt haben. Das wirkt harmonischer. Für die Zeugnisse beginnen Sie wieder über den Seitenumbruch mit einer neuen Seite und fügen gut leserliche Scans als Bild ein. Ziehen Sie einen Scan auf Seitengröße, achten Sie dabei auf unveränderte Proportionen.

Textdokumente in eine PDF-Datei umwandeln

Das Textdokument speichern Sie in einer zweiten Version als PDF ab. Word-Versionen haben ein kostenloses Add-On, mit dem man ein Worddokument in ein PDF umwandeln kann. Achten Sie auf eine annehmbare Dateigröße von maximal 5 MB. Gegebenenfalls müssen Sie die Qualität des PDFs etwas verringern. Wichtig: Haben Sie Links integriert, überprüfen Sie, ob diese auch im PDF problemlos funktionieren.

10 häufige Fehler in einer E-Mail-Bewerbung

Wer meint, eine E-Mail-Bewerbung sei mal eben flott am PC runtergerissen und verschickt, täuscht sich. Diese zehn Stolperfallen sorgen dafür, dass Ihre E-Mail-Bewerbung schneller im virtuellen Papierkorb landet, als Ihnen lieb ist:

#1 Bewerbung von knallerbse92@partypeople.de finden vielleicht noch Ihre Freunde lustig, der Personaler nicht. Legen Sie sich für Ihre Jobsuche eine seriöse E-Mail-Adresse zu!

#2 Betreff: „Hallo“ … und tschüss. Um nicht ungelesen im Papierkorb zu landen, muss der Betreff Informationen liefern, z.B. „Bewerbung als Marketing-Assistentin, Kennziffer: 12246“.

#3 Gähnende Leere wenn der Personaler Ihre Mail öffnet? Wie langweilig. Persönliche Anrede und eine kurze Zusammenfassung Ihres Anschreibens, zumindest aber der freundliche Hinweis auf die Bewerbung im Anhang sind Pflicht.

#4 „Sorry, Attachment vergessen“ ist kein geeigneter Kommentar für den zweiten Anlauf. Besser natürlich, der Fauxpas unterläuft Ihnen gar nicht erst. Falls doch, dann die ursprüngliche Mail MIT Attachment und ohne sorry erneut versenden.

#5 Lesebestätigungen einzufordern, ist ja per se eine nützliche Sache, als Bewerber sollten Sie aber die Finger davon lassen, um nicht wie ein unangenehmer Kontroll-Freak zu wirken.

#6 Schwere Kost sind E-Mail-Bewerbungen mit mehr als 5 MB. Die landen dann nämlich im Spam-Filter des Unternehmens oder auf der Abschussliste des Personalers.

#7 „Kennen Sie den schon?“ lautet nicht das Motto, wenn Sie die Dateiformate für Ihre Bewerbungsunterlagen wählen. Bleiben Sie lieber beim altbewährten PDF. Das lässt sich von jedermann problemlos öffnen.

#8 „LLHGVers2ohne“ ist sicher ein super Passwort für Ihr WLAN, als Dateiname für Ihren Lebenslauf taugt es nicht. Benennen Sie Dateien immer so, dass auch der Personaler weiß, worum und um wen es sich handelt.

#9 Darf es ein bisschen bunter sein? Nein. Auch wenn die Verlockung groß ist, verzichten Sie in der Mail auf kreative HTML-Spielereien. Die sehen nämlich beim Adressaten in der Regel nie so aus, wie von Ihnen entworfen.

#10 Rechtschreibfehler in einer E-Mail-Bewerbung sind genauso unprofessionell wie unnötig. Nutzen Sie den Korrekturmodus Ihres E-Mail-Programms und überprüfen Sie den kurzen Text gründlich, bevor Sie auf Senden klicken.


Bildquelle: © TierneyMJ – Shutterstock.com

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