04.02.2009 -

Im Berufsleben hat man es meistens mit den verschiedenartigsten Menschentypen zu tun, auf die man sich einstellen muss. Die „lieben” Kollegen gehören zu jedem Arbeitsalltag. Bestimmt haben Sie sich auch des Öfteren schon über den einen oder anderen Kollegen geärgert?

Die folgenden Kollegentypen sind Ihnen mit Sicherheit auch schon begegnet. Allerdings treten Sie doch eher in einer Mischform auf. Hier finden Sie einige typische Beispiele und Tipps, wie Sie mit ihnen am „artgerechtesten” umgehen:

Angeber

Hoppla — hier komme ich, Platz da! Diese Kollegen hören Sie schon meilenweit voraus. Sie strotzen nur so vor Selbstvertrauen. Am liebsten würden sie den ganzen Tag nur von sich und ihren herausragenden Leistungen erzählen. „Was wäre die Firma nur ohne mich?”, könnte ihr Leitspruch sein. Sie haben Probleme, sich zu integrieren, und überspielen diese Schwäche gern mit ihrer Arroganz.

  • Tipp: Lässt man diese Charaktere in ihrem Glauben, kann man mit ihnen wirklich Spaß haben und sogar ihre Hilfe erfahren. Sie müssen nur entsprechend danach fragen: „Könnten Sie das übernehmen? Sie können das doch sowieso am besten!” Ansonsten lassen Sie sich von ihrer Selbstherrlichkeit nicht beeindrucken und um den Finger wickeln!

Launische

Was hat sie/er wohl heute wieder für eine Laune? Man kann es gar nicht verstehen: Gestern hat man sich doch noch so nett unterhalten und heute bekommt man nur noch eine mürrische Antwort — begleitet von einem Blick nach dem Motto „Sprich mich bloß nicht an”. Ihre Launen sind so wechselhaft wie das Wetter und dies wird jedem unmissverständlich mitgeteilt.

  • Tipp: Nehmen Sie es nicht persönlich, Sie haben in den meisten Fällen nichts damit zu tun. Falls Sie dieses Verhalten doch sehr stört, sprechen Sie diesen Kollegen freundlich darauf an. Sollte es definitiv nicht an Ihnen liegen, akzeptieren Sie diese Stimmungsschwankungen, denn „Nobody is perfect”!

Egoisten

Es läuft immer auf das Gleiche hinaus: Alles muss so laufen, wie sie es sich vorstellen. Sie denken ständig nur an ihre Interessen und an ihr Wohlergehen („Ich habe aber jetzt keine Zeit dafür. Ich habe etwas Wichtigeres zu tun”). Sie bieten nur Hilfestellung, wenn sie sich einen Vorteil davon versprechen. Falls es nicht nach ihrer Nase läuft, spielen sie dazu noch tagelang beleidigt.

  • Tipp: Hier hilft nur Diplomatie. Versuchen Sie mit diesen Kollegen einen Deal zu vereinbaren: „Heute kannst du bestimmen, dafür wird aber morgen mein Vorschlag angenommen.”

Hübsche

Sie sind der Farbtupfer der Abteilung. Sie legen sehr viel Wert auf ihr Äußeres und gehen immer mit der neuesten Mode. Auch wenn es mit der Technik einmal hapert, verstehen sie es, sich entsprechende Hilfe zu holen. Sie sind flexibel und können gut auf Menschen zugehen. Leider werden ihre Qualitäten von den anderen meist nur darauf reduziert.

  • Tipp: Da ihre Stärken in ihrem Ideenreichtum und Entertainment im Büroalltag liegen, sollten Sie ihnen positiv gegenüber stehen.

Klatschtanten

Ihnen entgeht nichts! Sie sind die Petzen des Unternehmens. Und wenn es nichts zu berichten gibt, dann wird eben etwas erfunden („Hast du schon gehört?”). Sie brauchen das Gespräch wie die tägliche Luft zum Atmen. Es handelt sich meist um unsichere und unzufriedene Menschen, die sich freuen, wenn sie einmal einen Fehler bei ihren Kollegen aufdecken. Sie fühlen sich wichtig, wenn sie dann Neuigkeiten verbreiten können. Meistens haben solche Kollegen auch nicht das höchste Arbeitspensum und vertreiben sich mit ihrer Schwätzerei ihre Langeweile.

  • Tipp: Wer es ständig nötig hat zu klatschen, kann einem nur Leid tun. Versuchen Sie, nicht mit ihnen ins Gespräch zu kommen, denn: Wer mittratscht, ist irgendwann selber mal an der Reihe! Am Ende ist nur noch Angriff die beste Verteidigung. Sprechen Sie die betreffende Person unter vier Augen direkt an und fragen Sie nach der Ursache des Gerüchtes.

Streber

Wer kennt sie nicht noch aus der Schulzeit — die Streber, auch als Schleimer bekannt. Am liebsten würden sie beim Lehrer bzw. Chef auf dem Schoß sitzen und ihre Lorbeeren einheimsen. „Guck mal, Chef, habe ich das nicht toll gemacht?” Das passiert leider meistens auf Kosten der anderen Kollegen.

  • Tipp: Versuchen Sie, diese Kollegen so gut es geht zu ignorieren. Und falls Sie es doch einmal mitbekommen, dass diese sich einmal wieder mit fremden Federn schmücken, wirkt es befreiend, sie auch zur Rede zu stellen.

Dauergestresste

„Nein, das geht jetzt aber gar nicht! Ich habe sooo viel zu tun!” — Kennen Sie solche Antworten? Hier handelt sich um die Dauergestressten. Sie verbringen so viel Zeit damit überall zu erklären, warum sie keine Zeit haben, dass am Ende kaum noch Zeit zum Arbeiten bleibt.
Tipp: Diese Kollegen sind leider nicht sehr teamorientiert — vielleicht sollten Sie bei ihrem Hilfeaufruf auch mal sooo viel zu tun haben?

Pessimisten

Das Glas ist natürlich immer halb leer statt halb voll. Sie sehen ständig zuerst das Negative an einem Projekt und ziehen die anderen Kollegen meist mit in dieses Stimmungstief. „Ach, das geht doch sowieso wieder schief”. Wann immer man sie trifft, haben sie etwas auszusetzen. Durch ihre negative Sicht sind sie oft Bremser und verunsichern andere Kollegen. Sie selbst halten sich jedoch am liebsten aus Schwierigkeiten heraus. Damit ist sichergestellt, dass die anderen immer Schuld haben.

  • Tipp: Gehen Sie nicht darauf ein und halten Sie diesen Kollegen auch mal vor Augen, wenn etwas gut gelaufen ist und ein Projekt erfolgreich war. Fragen Sie sie, warum sie immer alles so negativ sehen. Vielleicht stecken begründete Zweifel dahinter. Daher: Lieber ein Optimist, der sich mal irrt, als ein Pessimist, der ständig recht hat.

Tanja Bögner wurde 2006 beim LEITZ-Wettbewerb als „Deutschlands beste Sekretärin” ausgezeichnet. Darüber hinaus hält sie Vorträge auf Fachtagungen und ist Buchautorin beim Eichborn Verlag, Frankfurt. Mehr Infos unter: www.tanjaboegner.de


Bildquelle: ©-Svemir-iStockphoto.com

 


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